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Heilbronner Gerberstraße wird erneut gesperrt – Händler fürchten Abschottung

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In Heilbronn startet die HNVG am Montag mit Bauarbeiten für das Fernwärmenetz in der Gerberstraße. Die Straße wird bis November abschnittsweise voll gesperrt.


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Dauerverkehr, geplante und verschobene Verkehrsversuche, Baustellen: Die schmale Heilbronner Gerberstraße ist ein Nadelöhr in der Innenstadt und ein dauerhaftes Ärgernis. Nun wird die Einfahrtstraße, die von der Nordstadt kommend bis zur Kaiserstraße führt, erneut monatelang aufgerissen und im Zuge der Baumaßnahmen abschnittsweise voll gesperrt.

Das digitale Einbahnstraßenschild an der Ecke Kaiserstraße/Gerberstraße ist bereits aufgestellt, ebenso wie die Halteverbotsschilder entlang der Fahrspur bis zur Lohtorstraße. Baustart ist bereits am kommenden Montag, 9. März.

Neue Baustelle in der Heilbronner Gerberstraße: Fernwärmeausbau sorgt erneut für Sperrungen bis November

Grund der Bauarbeiten ist die Erweiterung und Modernisierung des Fernwärmenetzes, wie die HNVG mitteilt. Der Abschluss der Bauarbeiten ist im November geplant. „Die Maßnahme ist Teil der kommunalen Wärmeplanung und dient dem Aufbau einer verlässlichen, wirtschaftlichen und CO2 armen Energieinfrastruktur“, schreibt die Heilbronner Versorgungs GmbH (HNVG) in einer Pressemitteilung und einem Rundbrief an die betroffenen Anwohner und Geschäftsinhaber.

Ein fortwährendes Ärgernis: Der Durchfahrtsverkehr in der Heilbronner Gerberstraße sorgt seit Jahren für Diskussionen.
Ein fortwährendes Ärgernis: Der Durchfahrtsverkehr in der Heilbronner Gerberstraße sorgt seit Jahren für Diskussionen.  Foto: Mario Berger

Betroffen sind neben der Gerberstraße auch die Turmstraße und die Lammgasse. Erst im Herbst 2025 hatten umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Fernwärmeversorgung in der Gerberstraße für Behinderungen gesorgt. Anfragen, warum die Arbeiten nicht auf einmal durchgeführt werden konnten, ließ die HNVG am Freitag unbeantwortet.           

Gerberstraße bleibt seit Jahren ungelöstes Verkehrsproblem

Für die Anwohner und die Ladenbetreiber ist die erneute Baustelle mit Vollsperrungen eine weitere große Belastung, zumal die seit Jahren angekündigten Versuche den Verkehr in der Gerberstraße zu beruhigen, immer wieder krachend gescheitert sind. Schon im Frühjahr 2022 sollte ein Versuch zur Verkehrsberuhigung gestartet werden.

Damals war auch von einem eingeschränkten Nachtfahrverbot die Rede. Am Ende wurde der beschlossene „Verkehrsversuch zur Erforschung des Verkehrsverhalten, der Verkehrsabläufe sowie zur Erprobung verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen in der nördlichen Innenstadt“, der im Bauausschuss beschlossen worden war, immer wieder verschoben. Als einzige verkehrsberuhigende Maßnahmen blieb bis heute die Einrichtung von vier Zebrastreifen.        

Die Verkehrssituation in der Heilbronner Gerberstraße ist schon seit Jahrzehnten ein Thema in der Stadt. Im Juli 2018 gab es im Bereich Gerberstraße/Lohtorstraße, in der Gerberstraße und in der Lammgasse Verkehrsmessungen, die ein Verkehrsaufkommen von 14.000 Fahrzeugen in 24 Stunden feststellten. Damals beschloss der Bauausschuss im Frühjahr 2022 einen „Verkehrsversuch zur Erforschung des Verkehrsverhaltens durchzuführen. Er sollte die Grundlage für Maßnahmen bilden, die im Rahmen des Masterplan Innenstadt, den Straßenverkehr besser steuern sollten. Der Beschluss wurde nie umgesetzt. Am 28. Juli teilte die Stadt Heilbronn mit, dass der für Herbst 2025 geplante Verkehrsversuch in der Gerberstraße verschoben wird, weil umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Fernwärmeversorgung laufen. 

Einzelhändler fühlen sich abgeschnitten: Neue Baustelle belastet Geschäfte in der Gerberstraße massiv

„Jetzt sind wir wieder komplett abgeschnitten“, ärgert sich Katrin Dürrschmidt. Am Donnerstag wurde die Einzelhändlerin, die das Einrichtungshaus Gerber22 seit acht Jahren zusammen mit ihrer Kollegin Bettina Forgatsch betreibt, darüber informiert, dass die Bauarbeiten in der Gerberstraße schon am Montag beginnen. „Dass die Bauarbeiten so früh beginnen, überrascht uns sehr“, ärgert sich Forgatsch.

Die Ladeninhaberinnen gingen vom Start im Mai aus. Die Behinderungen in der Gerberstraße sind mit ein Grund warum das Gerber22 Ende März aufgibt. Der Räumungsverkauf hat begonnen, am 31. März ist endgültig Schluss. „Ich habe den Eindruck, dass in der Stadt alles nur noch negativ wahrgenommen wird“, betont Katrin Dürrschmidt.   

 Bauarbeiten im Viertel dauern über 2026 hinaus an

Auch die angekündigte Fahrbahnsperrung in diesem Jahr habe dazu beigetragen, warum das Einrichtungshaus mit seinem hochwertigen Angebot seine Pforten für immer schließen wird. „Es ist natürlich suboptimal, dass die Arbeiten jetzt bereits früher beginnen, gerade weil wir jetzt beim Schlussverkauf auf der Zielgeraden sind“, ärgert sich Bettina Forgatsch.

Die HNVG hat immerhin angekündigt die Auswirkungen der Baumaßnahmen aufeinander abzustimmen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. So sollen alle Gehwege frei zugänglich bleiben. Für den Lieferverkehr sowie die Zufahrt zu den Tiefgaragen sollen individuelle Lösungen abgestimmt werden. Doch auch im November ist noch nicht Schluss mit den Bauarbeiten in dem Viertel, in dem mehr als 4500 Menschen wohnen. „Nach der Sanierung und Erweiterung des Leitungsnetzes durch die HNVG wird die Stadt die geplante Umgestaltung der Turmstraße und Zehentgasse angehen“, schildert Pressesprecherin Claudia Küpper.   




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