Fußball-WM 2026: Warum es in Heilbronn kein zentrales Public Viewing geben wird
Im Jahr 2018 fand zuletzt ein großes Public Viewing auf der Heilbronner Theresienwiese statt. Wäre das in diesem Jahr bei der WM wieder denkbar? HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch gibt eine klare Antwort.
Noch ist es eine Weile hin bis zur Fußball-Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, in Mexico und in Kanada stattfindet. Doch neben vieldiskutierten Themen wie einem WM-Boykott und überhöhten Ticketpreisen hält das Sport-Großevent auch in Heilbronn langsam Einzug in die Planungen.
Voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung im Februar berät das Gremium unter anderem über die Gastronomie und eine veränderte Terrassensperrzeit. Während des Turniers, zu den Spielzeiten der deutschen Mannschaft, soll diese auf 30 Minuten nach Spielende verlängert werden. Doch wie sieht es in diesem Jahr für Fußball-Fans aus? Plant die Stadt nach längerer Zeit mal wieder ein größeres Public-Viewing-Event? 2018 fand zuletzt eines auf der Heilbronner Theresienwiese statt.
Public Viewing zur Fußball-WM 2026 in Heilbronn: Weniger Resonanz, mehr Kosten
„Die Heilbronn Marketing wird kein zentrales Public Viewing anbieten“, gibt Steffen Schoch, Geschäftsführer der HMG, eine klare Antwort. „Die Resonanz wurde über die Jahre immer geringer, die Bedeutung dieser Events war in der Region einfach nicht mehr so groß“, sagt Schoch und erinnert an die Fußball-WM 2006, als das Public Viewing auf der Theresienwiese zentraler Anlaufpunkt für das „Sommermärchen“-Erlebnis war. „Damals war dieses gemeinsame Erleben aber auch etwas Neues. Man hatte zum ersten Mal große LED-Leinwände.“
Bei Spielen mit deutscher Beteiligung gab es bei den Folgeturnieren laut Schoch zwar noch eine akzeptable Resonanz, bei anderen Spielen, unter anderem auch bei den Endspielen, sah es aber anders aus. Finanziell sei man deshalb auch „ins Schwanken“ geraten. Verändert hätten sich zudem die Sicherheitskonzepte, die noch umfangreicher, also kostenintensiver, geworden seien.
Dazu kommt laut dem HMG-Geschäftsführer, dass sich die Technik weiterentwickelt hätte: „Die Fernseher sind größer geworden, viele schauen die Spiele lieber zu Hause mit Freunden oder gehen in die Kneipe.“ Die vielen Restaurants, Kneipen und Bars, in denen man während eines Turniers Fußball schauen kann, führt Steffen Schoch dann auch als positiven Aspekt an: „Die Gastronomie, die die Spiele zeigt, soll davon ja auch profitieren. Sie braucht es.“
Ein Public Viewing auf dem Heilbronner Volksfest ist geplant
Eine etwas kleinere Public-Viewing-Veranstaltung ist in Heilbronn dann aber doch möglich, sagt Steffen Schoch, findet doch parallel zur WM vom 3. bis 12. Juli das Heilbronner Volksfest auf der Theresienwiese statt. Bereits bei der EM 2024 wurde im Biergarten beim Göckelesmaier eine Leinwand aufgestellt und die Spiele mit deutscher Beteiligung übertragen. „Die Planungen gibt es für dieses Jahr auch, wenn es mit den Zeiten passt“, sagt Schoch.
Ein Fußballturnier ist geprägt von Emotionen. Hält sich die HMG die Hintertür offen, dass man auf eine Euphorie-Welle im Land reagiert und bei gutem Abschneiden der deutschen Mannschaft doch noch ein größeres Event plant? „Ich will das zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, aber ich kann es mir nur schwer vorstellen“, sagt Schoch.
Die Heilbronn Marketing GmbH plant im Vorlauf des Turniers aber noch eine Abfrage bei Gastronomen und möchte anschließend eine Übersicht veröffentlichen, wo Fußball-Fans die Spiele in größerem und kleinerem Rahmen im Heilbronner Raum schauen können.
Gastronomen in Heilbronn stehen Public Viewing offen gegenüber
Ergjan Terzici, Betreiber des Biergartens am Heilbronner Trappensee, möchte zunächst die Entscheidung des Gemeinderats abwarten. „Dann machen wir was. Wenn nicht, lohnt sich die Investition nicht.“ 20.000 bis 25.000 Euro koste es, die Infrastruktur fürs Public Viewing zu schaffen, so Terzici. Bezahlt werden müsse unter anderem der Dienstleister für die Technik, eine Surround-Anlage, zwölf Fernseher und die Nutzungsrechte. Zudem müssten mehr Stehtische und Sitzmöglichkeiten aufgestellt werden. Selbst ist er kein großer Fußballfan, „aber so eine WM hat immer etwas mit Leidenschaft zu tun. Da fiebern doch alle mit“.
„Den Antrag im Gemeinderat habe ich über die CDU-Fraktion beantragt“, sagt Thomas Aurich. Bis eine halbe Stunde nach Spielende soll Außenbewirtschaftung möglich sein. Er sei optimistisch, das der Antrag positiv beschieden wird, sagt der Gastronom und Stadtrat. „Seit es kein Public Viewing mehr auf der Theresienwiese gibt, ist der Food Court der größte Anbieter.“ Übertragen werden nur deutsche Spiele. 1500 Leute sind in der Regel dabei. Aurich: „Die Hälfte kommt gar nicht wegen Fußball, sondern wegen der Party.“
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