Frankenstadion-Umbau in Heilbronn: So teuer werden Rasenheizung, Flutlicht und Co.
Die Stadt Heilbronn hat die Kosten für den Umbau des Frankenstadions auf 4,3 Millionen Euro beziffert. Die Stadtsiedlung soll das Projekt in Rekordzeit realisieren.
Zum Nulltarif wird es keinen Profifußball in Heilbronn geben. Das war ab dem Zeitpunkt klar, als der Viertligist SGV Freiberg mit der Idee auf die Stadt zukam, ab der kommenden Saison seine Heimspiele im Frankenstadion zu absolvieren.
Kosten von 4,3 Millionen Euro für Frankenstadion: Stadt Heilbronn plant umfassende Modernisierung
Die Stadtverwaltung beziffert in ihrem Antrag für die Gemeinderatssitzung am 26. März die Kosten für die notwendige Ertüchtigung der Spielstätte auf 4,3 Millionen Euro.
„Der Heilbronner Sport jubelt“, sagt Christoph Troßbach. Der CDU-Stadtrat hatte in seiner Funktion als Vorsitzender des Stadtverbands für Sport im Vorfeld durchaus Bedenken geäußert, sieht diese aber vollumfänglich berücksichtigt. „Das Bekenntnis der Stadt zum Schulsport sowie zur Sanierung und zum Erhalt der Laufbahn ist gegeben“, betont Troßbach, der dem Antrag daher zustimmen will.

Laufbahn im Frankenstadion bleibt erhalten: Stadt sichert Leichtathletik und Schulsport langfristig zu
Konkret heißt es dazu im Antrag: „Ziel ist es, den Leichtathletikbetrieb auch weiterhin im Frankenstadion zu sichern.“ Da nahezu alle Stadien in den deutschen Profiligen reine Fußballarenen sind, war die zurückgestellte Sanierung der Laufbahn als der mögliche Anfang ihres nahen Endes gedeutet worden. Sie soll aber „schnellstmöglich umgesetzt“ werden, verspricht die Stadt.
Flutlicht, Rasenheizung und Tribüne treiben Kosten: Weitere Maßnahmen noch nicht genau beziffert
Die größten Einzelposten des Umbauprojekts sind die Flutlichtanlage und die Rasenheizung mit jeweils 1,5 Millionen sowie die zusätzliche Sitzplatztribüne mit 600.000 Euro. Es bleibt jedoch noch eine Vielzahl von „kleineren Ergänzungsmaßnahmen“ übrig – wie die Einrichtung von Vip- und Medienbereichen –, die laut Antrag „noch nicht verlässlich zu beziffern“ seien.
Bislang lediglich geschätzt werden die erwarteten Mieteinnahmen, die vom SGV Freiberg zu erwarten sind. Ein entsprechender Mietvertrag muss erst noch abgeschlossen werden. Pro Spieltag sind da abhängig von der Ligazugehörigkeit 3000 bis 7000 Euro angegeben. Zudem ist eine monatliche Beteiligung an der Refinanzierung der Rasenheizung in Höhe von 5000 bis 7000 Euro veranschlagt.
Enge Zusammenarbeit von SGV Freiberg und VfR Heilbronn: Gemeinsame Entwicklung am Standort geplant
„Wir sehen Freiberg nicht als Einnahmequelle, die ausgebeutet werden soll, sondern als Partner“, sagt Ferdi Filiz. Der Grünen-Stadtrat ist als stellvertretender Vorsitzender des Sportkreises Heilbronn ebenfalls „happy“, dass die Interessen der anderen Vereine der Stadt berücksichtigt wurden.
Ausführlich wird im Antrag das bisherige, aktuelle und künftige Verhältnis zwischen dem Neuankömmling SGV Freiberg und dem Platzhirsch VfR Heilbronn thematisiert. Von einer „vertieften Zusammenarbeit“ ist da die Rede und sogar von einer „dauerhaft abgestimmten, gemeinsamen sportlichen und organisatorischen Entwicklung am Standort Heilbronn“. Der Trainingsbetrieb der SGV-Profis soll nach Heilbronn verlagert, der Nachwuchsbereich stärker verzahnt sowie die Geschäftsstellen gebündelt werden. Zudem sollen zusätzliche Trainingsflächen auf der ans Stadion angrenzenden Freizeitwiese geschaffen werden.
Schnelle Umsetzung ohne Ausschreibung: Tochtergesellschaft WTZ soll Projektentwicklung übernehmen
Um ein langwieriges Ausschreibungsverfahren zu vermeiden und den engen Zeitplan von nur vier Monaten Bauzeit bis zum Saisonstart einzuhalten, soll die WTZ GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Stadtsiedlung, die Projektentwicklung übernehmen.
Sponsor Schwarz?
Wie üblich lässt sich die Schwarz-Gruppe auch im Hinblick auf ihr mögliches Engagement im Heilbronner Fußball nicht tiefer in die Karten blicken. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte auf Stimme-Anfrage zumindest, „dass der VfR Heilbronn aktuell bereits durch eine Spende“ unterstützt werde.
Offiziell war die Schwarz-Gruppe bislang nicht als Sponsor des Vereins in Erscheinung getreten. Mit Blick auf die Zukunft war lediglich von einem „engen Austausch“ die Rede. son
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