Ruhestörungen in Heilbronn: Forderung nach besserer Beleuchtung am Platz vor Harmonie
Pöbeleien, Schlägereien, Lärm: Der Bereich um den Flügelnussbaum vor der Heilbronner Harmonie sorgt für Ärger. Eine Stadträtin will mit Beleuchtung gegensteuern.
Schon früher hat es in Verbindung mit den Ruhestörungen am Flügelnussbaum bei der Harmonie in Heilbronn Vorschläge gegeben, den Lärm einzudämmen.
Marion Rathgeber-Roth, Stadträtin des Vereins Unabhängige für Heilbronn, hatte bereits im Oktober 2024 eine schriftliche Anfrage an den Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel (69, SPD) gestellt.
Flügelnussbaum in Heilbronn: Forderung nach Beleuchtung gegen nächtlichen Lärm und Straftaten
Darin fordert sie eine insektenfreundliche Beleuchtung des Flügelnussbaums mit eingeschränkter Beleuchtungszeit. Licht trage auch immer zur Wegesicherung bei, erklärt sie in dem Schreiben.
„Mündlich wurde mir mitgeteilt, dass die Verwaltung dabei ist, einen Lichtmasterplan zu erarbeiten und dabei auch die Beleuchtungssituation rund um die Flügelnuss mit einbezogen wird“, sagt die 58-Jährige. Seither habe sie nichts mehr von der Stadt gehört. Eine Presseanfrage ließ das Rathaus bis Mittwochabend unbeantwortet.
Über 100 Ordnungswidrigkeiten und Straftaten seit Jahresbeginn im Umfeld
Das Problem durch nächtliche Ruhestörer an dem Baum hat sich nach Ansicht von Anwohnern in den vergangenen Monaten verstärkt. Immer wieder sei es zu Schlägereien, Pöbeleien und lautem Geschrei gekommen. Man sei im Austausch mit der Polizei, erklärten die Anwohner. Die Gespräche bewerten sie positiv.
Mehr als 100 Ordnungswidrigkeiten und Straftaten habe es seit Jahresbeginn dort und im benachbarten Stadtgarten gegeben, erklärt ein Sprecher des Heilbronner Präsidiums. Bei ihren Kontrollen stellten die Beamten vor allem Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz fest. Es hielten sich dort Menschen der Trinkerszene und Mischkonsumenten auf. Zuletzt habe der Ort vermehrt Flüchtlinge, überwiegend mit afrikanischen Wurzeln, angezogen, teilte die Polizei auf Anfrage mit.
Kritik an ungenutzter Beleuchtung und Betonung des eigentlichen Problems
Leuchtmittel am Flügelnussbaum gebe es bereits, erklärt Rathgeber-Roth. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Lampen nicht eingeschalten werden. Etwaige Nachteile für Insekten oder andere Tiere sehe sie nicht. „Das ist nicht der klassische Außenbereich, sondern innerstädtisch.
Wenn man wollte, könnte man das wohlwollend beleuchten.“ Zumal, abgesehen vom Flügelnussbaum, drumherum alles beleuchtet sei. Die Szene, die sich dort aufhalte, sei für sie nicht das Problem. „Sondern deren Verhalten.“
Forderung nach mehr Aufenthaltsqualität im Stadtgarten und Umfeld
Neben dem Flügelnussbaum habe ein tolles Hotel eröffnet, erklärt Rathgeber-Roth. „Den Stadtgarten haben wir für viel Geld hergerichtet. Und jetzt traut man sich nicht mehr, durchzugehen.“ Deshalb fordert sie, wieder Aufenthaltsqualität herzustellen.
Verbesserte Lage nach Vor-Ort-Termin von Stadt und Polizei
Die sei seit vergangenem Jahr besser geworden, meint Tilo Elser, Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn, einem Tochterunternehmen der Stadt. Vor dem Abo-Center der Stadtwerke direkt neben dem Flügelnussbaum seien die Mitarbeiterinnen damals zu Dienstbeginn auf schlafende Menschen gestoßen. Es sei zu Lärmbelästigungen gekommen. „Wir haben behördliche Hilfe in Anspruch genommen“, sagt der 60-jährige Elser.
Nach einem Vor-Ort-Termin mit Agnes Christner (67, SPD), Bürgermeisterin für öffentliche Sicherheit und Ordnung, und der Polizei habe sich die Situation vergangenes Jahr spürbar verbessert. Punktuell komme es immer mal wieder zu Problemen, sobald der Kontrolldruck weg ist, sagt Elser. „Man muss dranbleiben.“
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