Der Flohmarkt auf der Heilbronner Theresienwiese findet regelmäßig jeweils Freitag und Samstag statt. Für dieses Jahr sind folgende Termine vorgesehen: 12. und 13. sowie 26. und 27. September und am 7. und 8. November. Das sind natürlich nicht die einzigen Möglichkeiten zum Stöbern. Derselbe Veranstalter organisiert für 6. September und 11. Oktober einen Riesenflohmarkt auf dem Talmarktgelände in Bad Wimpfen. Flohmarkt ist außerdem am 20. September auf dem Parkplatz des Sole-Freibads in Bad Friedrichshall und in der Innenstadt von Neckarsulm sowie auf dem Festplatz in Möckmühl.
Flohmarkt in Heilbronn lockt Besucher auf die Theresienwiese
Sowohl professionelle Händler als auch private Verkäufer haben ihre Stände auf der Heilbronner Theresienwiese aufgebaut. Besucher können auf dem Flohmarkt nach Herzenslust stöbern.
Am Samstagvormittag herrscht auf der Heilbronner Theresienwiese ordentlich Trubel. Der Flohmarkt lockt die Kunden an, wobei die Händler sagen, dass sich die Sommerferien negativ auf die Frequenz auswirken. Es wird nach Lust und Laune gestöbert, überlegt, gefeilscht und doch verworfen. „Vergangenes Jahr um die Zeit war es ähnlich, die Leute gucken, kaufen aber nicht“, stellt Händler Sahin Fahri fest.
„Leute gucken, kaufen aber nicht“: Flohmarkt auf der Heilbronner Theresienwiese
Der Offenburger war schon lange nicht mehr in Heilbronn, wollte den großen Flohmarkt mal wieder testen. „Eigentlich ist es noch schlechter geworden, ich hab noch nicht mal die Standgebühr eingenommen“, erzählt er seufzend. Dabei ist seine Ware wirklich breitgefächert. Den Kunden bietet sich ein spannendes Sammelsurium aus alten Nähkästen, Kaffeemühlen, Verkehrsschildern und vielem mehr.
„Ich versuche, für jedes Auge was dabei zu haben, während sich andere nur auf eine Richtung spezialisieren“, erläutert der Profi seine Strategie. Seine Ware findet er meist selbst in Märkten, dabei achtet er auf das Alter, ob es Originale sind und natürlich den Zustand.
„Ich muss es den Kunden ja auch wieder ordentlich verkaufen können.“ Sahin Fahri übt offen Kritik an Mitbewerbern, die ihre Waren einfach auf den Boden stellen oder große Haufen machen. „So muss Flohmarkt doch nicht sein, es sollte schön aussehen“, findet er. Auch die viele Neuware stört ihn.
Flohmarkt auf Heilbronner Theresienwiese: Comics sind begehrt
Neben den Profis gibt es auch Verkäufer, die tatsächlich ihre eigenen Sachen anbieten. Ein Geschwisterpärchen aus Brackenheim hat alles dabei, war es selbst nicht mehr im Kinderzimmer haben will. In einem kleinen Buch wird jeder Verkauf vermerkt und genau notiert, wem was gehört. „Unsere Zimmer sind deutlich leerer geworden“, erzählt Leonard. Vor allem Klamotten, die nicht mehr passen, oder eben Dinge, die keinen persönlichen Wert haben, landen auf dem Flohmarkt, erläutert der Zwölfjährige. „Bei mir gehen vor allem die Comics gut weg, aber es läuft generell ganz gut.“
Kleidung, Werkzeug, Dekoartikel, Parfüm, Decken, Fahrräder – es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt. Sogar Obst und Gemüse. Direkt am Eingang an der Karlsruher Straße steht ein großer Obst- und Gemüsestand. „Wir kommen sicher schon über zehn Jahre, das ist auch unser einziger Flohmarkt“, erzählt Mine Eron aus Mannheim. Ihr Cousin betreibt dort einen Obst- und Gemüsehandel.
Petersilien und Dill sind sehr gefragt, im Sommer auch die Melonen. Die Wassermelonen sind riesig, deswegen kann man von denen auch nur Viertel kaufen. „Wir haben schon einige Kunden, die gezielt und seit Jahren zu uns kommen“, stellt sie zufrieden fest. Doch auch sie bemerkt die Sommerferien.
Breites Angebot auf dem Flohmarkt auf der Heilbronner Theresienwiese
Ganz klein ist dagegen der Stand von Samuel Duensing. Auf seinem Tisch liegt ein Stapel Maiskolben, frisch vom Feld. Zusätzlich bietet er die gelbe Köstlichkeit auch gekocht mit Butter und Salz an. „Wir betreiben Acker- und Weinbau, weil sich gerade der Wein schwer tut, überlegt man sich Alternativen“, erklärt der Brackenheimer. Er überlegt, seine Anbaufläche für Mais im kommenden Jahr zu erweitern. Bisher verkauft er den Großteil über seinen Nachbarn Jürgen Winkler, bei mehr Mais bräuchte es aber vielleicht noch andere Vermarktungsstrategien.
„Meine türkische Mitarbeiterin ist sehr motiviert und hat mir vorgeschlagen, mal den Flohmarkt auszuprobieren, mal schauen, was es noch für Märkte gibt.“ Ein Stand bei einem Supermarkt, ähnlich den Erdbeerhütten wäre noch so eine Idee. Jetzt kurz vor Mittag zieht das Geschäft auch ein bisschen an, vor allem beim gekochten Kolben.
Der wird auf einer Serviette mit einem Maisblatt serviert. „Auch eine Idee meiner Mitarbeiterin, die meinte, in der Türkei macht man das immer so.“ Sieht gut aus und ist außerdem noch praktisch, weil das Blatt die Flüssigkeit zurückhält. Ein junges Mädchen lässt sich sechs Stück roh einpacken. So frisch vom Feld gibt es die eben selten.
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