Todesdrohung an Heilbronner Richter – Beschuldigter in Psychiatrie eingewiesen
Ein 42 Jahre alter Mann aus Bad Rappenau hat im November 2025 auf Tiktok angekündigt, Heilbronner Richter umzubringen. Jetzt wurde er in Griechenland verhaftet.
Für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im Heilbronner Amtsgericht hatte der 42-jährige türkische Staatsbürger im November vergangenen Jahres mit seinen Todesdrohungen gegen Heilbronner Richter gesorgt. „Ihr seid sowas von fällig, ihr werdet alle sterben. Ich schwöre es euch“, hatte der in Brackenheim geborene Mann damals geschrieben.
Wie Michael Reißer, Presserichter beim Heilbronner Amtsgericht, gegenüber stimme.de am Mittwoch mitteilte, wurde der Bad Rappenauer aufgrund eines Haftbefehls einen Tag vor Heilig Abend von der griechischen Polizei aufgegriffen und am 30. Dezember von der Kriminalpolizei Heilbronn dem Haftrichter vorgeführt.

Drohungen gegen Heilbronner Richter: Beschuldigter leidet offenbar unter paranoider Schizophrenie
Der 42-Jährige wurde vorerst im Zentrum für Psychiatrie im Klinikum am Weissenhof untergebracht. Ihm steht ein Prozess vor dem Landgericht bevor. Bei der psychiatrischen Begutachtung in einem Verfahren wegen räuberischer Erpressung im September 2025 kam der Sachverständige zu dem Ergebnis, dass der Mann aufgrund einer paranoiden Schizophrenie zumindest vermindert schuldfähig sei. Er wurde damals freigesprochen, so Reißer.
Jetzt lautet die Anklage Störung des öffentlichen Friedens sowie versuchte räuberische Erpressung. Denn die Drohung gegen die Richter ist nicht der einzige Vorwurf, für den sich der Beschuldigte verantworten muss.
Im November 2025 hat er laut Reißer per E-Mail auch Mitarbeitern des Heilbronner Finanzamts mit dem Tod gedroht, sollten sie seiner Forderung nicht innerhalb einer Woche nachkommen. Dabei habe er die fünffache Summe des Geldes verlangt, das er je an die Behörde bezahlt habe. „Ansonsten sind alle tot“, soll er geschrieben haben.
Mitarbeiter konnten Mail als Ankündigung für Amoklauf verstehen
Damit habe der Beschuldigte laut Richter Reißer billigend in Kauf genommen, dass die Mitarbeiter des Finanzamts die E-Mail als Ankündigung eines Amoklaufs verstehen konnten.
Darüber hinaus hat der Bad Rappenauer offenbar am gleichen Tag per Kontaktformular die Mitarbeiter der Kreissparkasse Heilbronn aufgefordert, ihm alles auszuzahlen, was er jemals über die Kreissparkasse bezahlt habe. Ansonsten werde er „alle abschlachten“. Damit habe er sich neben der Störung des öffentlichen Friedens auch der versuchten räuberischen Erpressung schuldig gemacht.
Bei der Vorführung vor dem Haftrichter Ende Dezember hat der Beschuldigte offenbar lautstark herumgeschrien. „Er war außer Rand und Band“, so Reißer. Wie schon bei der psychiatrischen Begutachtung im September, sei er auch diesmal in keiner Weise zugänglich gewesen.
Dem Beschuldigten steht ein Prozess vor dem Landgericht bevor
Dem Beschuldigten steht jetzt voraussichtlich ein Prozess vor dem Heilbronner Landgericht bevor. Dabei wird die Frage zu klären sein, ob er wegen Gefährdung der Öffentlichkeit dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird.
Laut Michael Reißer ist die Unterbringung die schärfste Sanktion, die das deutsche Strafrecht hat. „Sie gilt grundsätzlich lebenslänglich“, so der Presserichter. Wobei die Maßnahme in regelmäßigen Abständen gutachterlich geprüft werde.
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