Eisspeicher zum Heizen: Bildungscampus West in Heilbronn bekommt besondere Technik
Der Bildungscampus will CO2-neutral werden und setzt bei der West-Erweiterung auf eine besondere Heizanlage. Die ist in Heilbronn aber nicht neu.

Die Dieter-Schwarz-Stiftung erweitert den Bildungscampus in Heilbronn ein weiteres Mal. Dieses Mal kommen Gebäude für Forschung und Lehre auf das Gelände mit dem Media-Markt. Für Aufsehen sorgten jüngst Aussagen und Visualisierungen, wonach unter einem Teil der neuen Gebäude in Neckar-Nähe ein unterirdischer Großwärmespeicher entstehen werde. Robert Rathke, Mitglied der Geschäftsleitung von Schwarz Campus Service GmbH, sprach von einem Eisspeicher, der installiert werde.
Der gesamte Bildungscampus will in den kommenden Jahren CO2-neutral sein. Maximale Autarkie ist das Ziel. Einen Großteil davon soll der Bildungscampus West leisten, um so auch die bisherige Bilanz zu kompensieren. Was genau dahinter steckt? Die Stiftung bittet um Verständnis, dass derzeit noch keine detaillierten Informationen angeboten werden können. „Aktuell befinden wir uns in einer sehr intensiven Planungsphase für das Projekt“, so die Auskunft auf Anfrage von stimme.de.
Eisspeicher in Heilbronn: Es gibt mindestens eine Anlage in der Stadt
Klar ist aber: Mindestens einen Eisspeicher gibt es schon seit rund zehn Jahren in Heilbronn, eingebaut im „Passivhaus am Cäcilienmarkt“, wie das Projekt genannt wird. Dahinter steht unter anderem die Riemer Planung GmbH aus Heilbronn.
Vereinfacht gesagt funktioniert ein Eisspeicher so: Er entzieht dem Wasser die Wärme zum Heizen, das Wasser gefriert. Unter der Tiefgarage befinde sich der gut 600 Kubikmeter große Wassertank, sagt Ingo Siewert, der Riemer Planung GmbH zusammen mit Matthias Riemer leitet. Mit der Technik lasse sich etwa die Hälfte der Primärenergie einsparen, sagt Siewert. „Man braucht trotzdem noch eine Wärmepumpe.“
So groß sollte ein Eisspeicher sein
Die Technik habe das Unternehmen auch schon bei Einfamilienhäusern installiert. In der Regel kämen Eisspeicher in größeren Gebäuden zum Einsatz, sagt Ingo Siewert. Beispielsweise auch in Hotels, die einen Wellness-Bereich eingebaut haben.
Der Speicher, sagt Ingo Siewert, müsse so dimensioniert sein, dass ausreichend Wasser für die Heizperiode zur Verfügung steht. Mit dem Eis, das sich über den Winter gebildet hat, könne dann im Sommer das Gebäude gekühlt werden, so der Bauexperte. Es taut auf, bis dann wieder geheizt wird und das Spiel von vorn beginnt.
Eisspeicher für den Bildungscampus: Das sagt die Stadtverwaltung Heilbronn dazu
Zum Projekt am Bildungscampus liegen keine öffentlichen Daten vor. Allgemein heißt es von der Heilbronner Stadtverwaltung zu den Vorgaben für solche Anlagen: „Der Eisspeicher selber ist ein mit Wasser gefüllter Betonbehälter, der lediglich den Spannungskräften beim Übergang von Wasser zu Eis Stand halten muss“, so Rathaussprecherin Suse Buche-Pinell. „Durch den Einbau einer Wärmeaustauscheranlage im Eisspeicher, die mit einer Kühlflüssigkeit betrieben wird, gibt es spezifische wasserrechtliche Anforderungen.“ Diese seien für alle Wärmeaustauscheranlagen gleich, die thermische Energie aus der Umwelt ziehen, sagt sie.
Die Gebäude für den Bildungscampus West werden in Neckar-Nähe installiert. Ob wegen des Flusses spezielle Vorkehrungen getroffen werden müssen, ist derzeit offen. „Uns liegen noch keine Angaben über einen Eisspeicher am Bildungscampus West vor, insofern können auch keine speziellen Vorgaben zu diesem Standort genannt werden“, so Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell. „Grundsätzlich aber ist der Bau eines Eisspeichers auf dem Gelände des Bildungscampus West möglich.“
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