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Heilbronner Einzelhandel: Kaum Umtausch und eingelöste Gutscheine nach Weihnachten

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Der erste Shopping-Tag nach Weihnachten treibt die Menschen in die Heilbronner Innenstadt. Doch wie sieht es mit Umtausch und Einlösen von Gutscheinen aus?

von Stefanie Pfäffle

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Das Weihnachtsfest 2025 ist schon wieder Geschichte. Alle Geschenke unterm Baum sind ausgepackt, das Einwickelpapier entsorgt. Bei dem einen oder anderen lagen da sicher auch Gutscheine für den Heilbronner Einzelhandel darunter. Hin und wieder hatte das Ausgewählte vielleicht doch nicht die richtige Größe, traf nicht ganz den Geschmack des Beschenkten – oder wurde gar doppelt ausgesucht. Perfekt also, dass der Tag nach Weihnachten ein Samstag ist.

Umtausch nach Weihnachten: Heilbronner Geschäfte sehen nur wenig Rückläufer

In Heilbronn war am frühen Nachmittag viel Betrieb – aber sind die Menschen denn auch gleich auf Einlöse- und Umtauschtour gewesen? Eine kleine Umfrage in den Geschäften zeigt: Das kommt eher noch.

Am Samstag nach Weihnachten ist ordentlich Betrieb in der Heilbronner Innenstadt. Mit Umtausch und Gutscheinen halten sich die Menschen aber noch zurück.
Am Samstag nach Weihnachten ist ordentlich Betrieb in der Heilbronner Innenstadt. Mit Umtausch und Gutscheinen halten sich die Menschen aber noch zurück.  Foto: Pfäffle, Stefanie

„Wir hatten genau einen Umtausch, das war eigentlich nichts“, erzählt Selina Matzke, Mitarbeiterin bei Tritschler. Der Grund: Es lag doppelt unterm Baum. „Aber die nächsten Tage wird da sicher noch was kommen.“ Sie stellt allerdings auch fest, dass in den vergangenen Jahren gezielter eingekauft wird – und damit die Umtauschrate sinkt. „Wenn, dann ist es eher, weil die Farbe oder so nicht passt.“ Wenn der Bon dabei ist, kann das Produkt normalerweise gegen einen Gutschein zurückgegeben werden. Apropos Gutscheine: Am Samstag war bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner eingelöst worden. „Das machen die Leute meistens nicht so schnell.“

Heilbronner Einzelhändler: Rückgaben bleiben die Ausnahme

Nebenan im „Kai“ wurde bisher noch gar kein Geschenk wieder umgetauscht. „Das gibt es schon mal, wenn Deko dann doch nicht gefallen hat – aber wenn, dann hauptsächlich bei Kleidung“, erklärt Mitarbeiterin Amelie Walter. Schubweise sei an diesem Tag schon einiges los gewesen, viele Kundinnen und Kunden hätten bereits Gutscheine eingelöst, die sie zu Weihnachten bekommen haben. „Viele heben die aber auch fürs Frühjahr auf, wenn die neue Saison kommt.“

Ebenfalls noch keinen Umtausch kann Suse Zenth, Inhaberin von „Lilu Perle“, verzeichnen. Das komme eh nur ab und zu vor – wenn mal etwas doppelt verschenkt wurde. Aber da finde man immer Lösungen, betont sie: „anstatt neue Probleme zu suchen.“ Und: „Auch noch keinen Gutschein – einfach nur ganz viele Stammkunden, die kommen, obwohl Weihnachten schon vorbei ist.“

Im stationären Handel gilt der Grundsatz: Gekauft ist gekauft. Das Rückgaberecht ist eine freiwillige Leistung. Voraussetzung für eine Rückgabe ist, dass die gekaufte Ware keine vom Kunden verursachten Schäden aufweist. Wenn die Ware frei von Mängeln ist, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Umtausch. Dass ein Artikel nicht gefällt oder nicht passt, reicht als Begründung nicht aus. Dennoch sind viele Händler bereit, Waren freiwillig – aus Kulanz – umzutauschen. Die Bedingungen dafür können sie selbst festlegen.

Kaum hat sie diesen Satz ausgesprochen, kommt die neunjährige Miray an die Kasse und möchte ihr Haargummi und die Winkekatze mit einem Gutschein bezahlen. Die heißen hier übrigens „Glückstickets“. „Seit zwei Jahren wünscht sie sich immer Gutscheine für diesen Laden, weil es für sie der schönste in ganz Heilbronn ist“, erzählt Mama Ayshe Pinar lächelnd. Mirays Plan ist es sogar, später mal nebenbei dort zu arbeiten, wenn sie anfängt zu studieren. „Das haben wir schon vor zwei Jahren ausgemacht“, sagt die Heilbronnerin und lächelt.

Heilbronner Einzelhändler beobachtet verändertes Kaufverhalten

Für einen Umtausch oder das Einlösen von Gutscheinen ist es noch viel zu nah an Weihnachten – so die Erfahrung von Jochen Schäfer, Inhaber von „Schäfer In&Out“. „Wir tauschen gegen Ware oder einen Gutschein ein“, erklärt er. Die letzten drei Tage vor Weihnachten liefen gut, die Zeit davor sei eher ruhig gewesen.


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„Immer mehr Leute kommen rein und sagen: Wir schenken uns nichts mehr – dabei ist das doch eigentlich etwas Schönes“, bedauert der Einzelhändler. Vielleicht fehle den Menschen auch die Gelassenheit. „Für das schöne Gefühl, das Schenken und Beschenktwerden erzeugt, müsste eigentlich Werbung gemacht werden.“

Heilbronner Schreibwarengeschäft Seel: Kulanz beim Umtausch 

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es beim Seel noch keine Umtauschwünsche – aber es kamen schon viele Kundinnen und Kunden mit Gutscheinen. „Wir haben viele Stifte und andere Artikel wie das Salatbesteck oder Brieföffner aus Edelstahl mit Gravur verkauft – das lösen die Leute jetzt ein“, erzählt Mitarbeiterin Arzu Tekdemirkoparan.

Umtausch sei beim Seel generell kein Problem, es könne ja immer mal sein, dass die Farbe nicht gefällt. „Da sagen wir unseren Kunden vor Weihnachten auch: Dann gibt es entweder Geld zurück oder andere Ware.“ Einen Tag nach Weihnachten sei es dafür aber noch zu früh. „Vielleicht kommt es noch.“ Andere Gutscheine seien bislang noch nicht eingelöst worden.




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