Dubai-Unternehmer besucht Heilbronn – OB Mergel empfängt Multimillionär
Der indische Geschäftsmann Dileep Kumar aus Dubai führt ein Immobilienunternehmen namens „Heilbronn Properties“, überall im Wüstenstaat ist seine Werbung zu sehen. Jetzt macht der 54-Jährige seine Ankündigung wahr – und besucht das echte Heilbronn.
Dileep Kumar hatte es bereits im Mai angekündigt, nachdem in der Heilbronner Stimme ein Bericht erschienen war. Er wolle nach Heilbronn reisen. Denn er habe der Stadt ihren Namen gestohlen, sagt er und lacht. Bereits seit mehr als 20 Jahren trägt sein Unternehmen in Dubai den Namen Heilbronn. „Ich bin der Stadt so dankbar“, sagt der 54-Jährige bei einem Gespräch in einem Heilbronner Café am Dienstag. „Es ist Zeit, etwas zurückzugeben.“
Manchen Urlaubern in Dubai mag es bereits aufgefallen sein: die großflächige Werbung für „Heilbronn Properties“. Dileep Kumar hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dort ein Imperium aufgebaut, und lebt auch entsprechend in Dubai. Er sammelt Luxusautos, Luxusuhren und spielt leidenschaftlich gerne Golf. Trotzdem wirkt er ganz bodenständig. Er möge eigentlich keine Menschenansammlungen, sagt er. „Und um ehrlich zu sein, Anzug trage ich auch nicht gerne.“ Daher erscheint er schick-sportlich zu seinem Treffen bei Oberbürgermeister Harry Mergel (69) im Rathaus.

OB Mergel über das Zusammentreffen mit Dileep Kumar: „Wir haben es sehr genossen“
Nach dem Zeitungsbericht im Mai schrieb OB Mergel dem „Heilbronner“ Unternehmer in Dubai via Instagram eine freundliche Mail. Er sei sehr willkommen in der Stadt Heilbronn, teilte Mergel ihm mit. Für eine solche Einladung ist Kumar gleich zu haben – vor allem fackelt er nicht lange. Er macht einfach.
Im Anschluss an das Treffen am Mittwochnachmittag im Heilbronner Rathaus sagt Mergel: „Wir haben es sehr genossen.“ Es sei ein sehr offenes Gespräch gewesen mit einem „wirklich tollen, sympathischen und erfolgreichen Menschen“. Man sei in diesem Fall großzügig mit den Namensrechten von Heilbronn, sagt Oberbürgermeister Harry Mergel.
Auch Dileep Kumar zeigt sich erfreut. „Ich weiß, der Oberbürgermeister ist ein viel beschäftigter Mann“ und er sei dankbar, dass Mergel sich für ihn Zeit genommen hat.

Kumar will Tourismuswerbung für Heilbronn in Dubai initiieren
Wie beide berichten, seien Ideen besprochen worden, inwieweit es künftig eine Dubai-Heilbronn-Verbindung geben kann. Kumar regt an, Tourismuswerbung für Heilbronn in Dubai zu machen, Heilbronner Wein in Dubai zu verkaufen und vieles mehr. Er sprudelt vor Ideen. Seine erwachsenen Söhne möchte er zu seinem Studienjahr nach Heilbronn schicken, außerdem wolle er sich hier im echten Heilbronn vielleicht zur Ruhe setzen, sagt er und lacht. Ihm gefalle die Stadt, die freundlichen Menschen, er möge das Essen, den Wein, er liebe die Golfplätze hier.
Dazu passt natürlich, dass er vorhat, eine kleine Wohnung in Heilbronn für seine Besuche zu kaufen. Das wurde im Rathaus ebenfalls besprochen. Objekte im Neckarbogen kämen infrage. „Ganz schön teuer“, sagt Kumar. „Wie in Dubai.“
Kumar erzählt seine Lebensgeschichte im Buch „Der Malabari, der seinen Ferrari liebte“
Drei Tage war Kumar nun in Heilbronn. Er hätte gerne verlängert, sagt er. Anfang nächsten Jahres wollen seine Frau und er aber bereits wiederkommen. Vielleicht residieren sie dann anstatt im Parkhotel bereits in ihrer neuen Heilbronner Wohnung.
Dass Kumar seine Firma überhaupt nach Heilbronn benannt hat, ist eigentlich bloß ein kurioser Zufall. Er habe schon immer deutsche Wertarbeit geschätzt und habe daher sein Unternehmen nach einer deutschen Stadt benennen wollen, die aber nicht groß und bekannt sei, sondern „klein und schön“, wie seine Firma.
Über seine Lebensgeschichte schrieb Kumar ein Buch. Es heißt „Der Malabari, der seinen Ferrari liebte“. Es ist geplant, dass er Heilbronner Studenten bei seinem nächsten Buch daraus vorträgt – und sich von ihnen über seinen Lebensweg befragen lässt.
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