Drogen für rund eine Million Euro verkauft: Hohe Haftstrafe für Heilbronner
Rund eine Million Euro soll ein 34 Jahre alter Mann aus Heilbronn als Kopf einer professionellen Drogenbande unter anderem im Raum Heilbronn umgesetzt haben. Das Landgericht hat den Angeklagten jetzt verurteilt.
Für acht Jahre und sechs Monate muss der Angeklagte aus Heilbronn mit deutschen und iranischen Pass ins Gefängnis. Außerdem ordnete die 13. Große Strafkammer des Landgerichts an, einen Wertersatz von rund einer Million Euro einzuziehen. Das entspricht der Summe des Umsatzes, die der Angeklagte aus der Straftat erwirtschaftet hatte. Darüber hinaus muss der Verurteile in eine Entziehungsanstalt. Der Angeklagte zeigte sich zwar bereits zum Prozessauftakt geständig. Nach dem Urteil hat er dennoch Revision eingelegt. Das Urteil ist demnach noch nicht rechtskräftig.
Prozess in Heilbronn: Angeklagter war offenbar für Finanzen und Logistik der Bande verantwortlich
Die Kammer war der Überzeugung, dass der Angeklagte als Führungsmitglied einer Bande einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln betrieben hat. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, seit März 2020 in elf Fällen rund eine Vierteltonne Marihuana und rund zwölf Kilogramm Kokain umgesetzt zu haben. Absatzgebiete waren demnach Heilbronn sowie der Raum Stuttgart und Ingolstadt.

Der Angeklagte nahm offenbar eine Führungsposition innerhalb der Bande ein. Er soll unter anderem für Finanzen und Logistik verantwortlich gewesen sein. Umschlagplätze waren unter anderem Tankstellen und Parkplätze von Discountern. Insgesamt habe die hierarchisch strukturierte Bande Drogen im Wert von mehr als einer Million Euro umgesetzt.
Fahrzeuge waren laut Polizei raffiniert mit Drogenverstecken präpariert
Die Bande betrieb ihr Geschäft offenbar hochprofessionell. Die Rauschmittel beschaffte sie sich ausden Niederlanden und Spanien. Die Fahrzeuge waren laut Polizeiangaben raffiniert mit Drogenverstecken präpariert. Kommuniziert hatten sie mit sogenannten Kryptohandys, die verschlüsselt und abhörsicher waren.
Dennoch wurden bereits mehrere Bandenmitglieder und Abnehmer verhaftet und verurteilt. Der zweite Kopf der Bande, der aus Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) kommen soll, befindet sich noch auf der Flucht.
Französische Ermittlungsbehörden infiltrierten verschlüsseltes Netzwerk
Auf die Schliche kamen die Ermittler der Bande, nachdem der französische Geheimdienst Dateien sogenannter Encro-Chats an das Landeskriminalamt übermittelte. Mit diesen Encro-Chats hatte ein europäischer Kommunikationsanbieter Nutzern abhörsicherer Mobiltelefone ermöglicht, verschlüsselte Nachrichtenzu schicken. Französische Ermittlungsbehörden infiltrierten 2020 dieses Netzwerk und installierten auf diese Weise Spyware auf den Endgeräten der Nutzer.
Entscheidend für den Zugriff seien laut Polizei aber die Fahrzeuge gewesen, die die Bande für den Schmuggel genutzt haben soll. Dort fanden die Beamten neben Rauschmitteln auch professionell eingearbeitete Verstecke für Drogen, die nur sehr schwer zu öffnen gewesen sein sollen. Die Heilbronner Polizei arbeitete bei ihren Ermittlungen unter anderem mit dem französischen Zoll zusammen.
Angeklagter war vor seiner Verhaftung viereinhalb Jahre auf der Flucht
Vor seiner Verhaftung war der 34 Jahre alte Mann rund viereinhalb Jahre auf der Flucht. „Jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist“, sagte der Angeklagte gleich zum Prozessauftakt Mitte Januar. Zwischenzeitlich war der Heilbronner vor der deutschen Polizei in die Türkei und in den Iran geflohen. Schließlich wurde der von Interpol gesuchte Mann in der Türkei verhaftet und am 5. Juni 2025 nach Deutschland ausgeliefert.
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