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Drogenkriminalität im Raum Heilbronn: Kokain-Delikte stark angestiegen

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Die Zahl der festgestellten Kokain-Delikte haben sich im Raum Heilbronn innerhalb weniger Jahre fast verdoppelt. Die Verbreitung der Drogen innerhalb Europas erfolgt über professionelle Strukturen.


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Am Dienstag, 13. Januar, startet am Heilbronner Landgericht ein spektakulärer Drogenprozess: Ein 34-Jähriger soll im großen Stil mit Rauschmitteln gehandelt haben. Die Rede ist von knapp 255 Kilogramm Marihuana und 13 Kilogramm Kokain.

Gerade, was Kokain angeht, ist die Entwicklung bedenklich: Die Droge, die als weißes Pulver vornehmlich geschnupft wird, ist in der Region Heilbronn-Franken auf dem Vormarsch.

Kokain als weit verbreitete Drogenart – offenbar auch in Heilbronn

„Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im Zusammenhang mit Kokain sind von 89 Fällen im Jahr 2020 auf 163 Fälle im Jahr 2024 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn kontinuierlich angestiegen“, berichtet Frank Belz, Sprecher der Polizei Heilbronn. Dies sei auch auf eine hohe Verfügbarkeit des Betäubungsmittels zurückzuführen.

Ein Teil eines großen Kokainfunds wird bei einer Pressekonferenz von der Polizei gezeigt. (Symbolbild)
Ein Teil eines großen Kokainfunds wird bei einer Pressekonferenz von der Polizei gezeigt. (Symbolbild)  Foto: Christian Charisius

Belz erklärt: „Landesweit stellt Kokain im Jahr 2024 die am meisten verbreitete Drogenart der Rauschgiftkriminalität bei den Besitz-, Erwerbs- und Handelsdelikten dar – nach den Cannabisprodukten.“ Bei diesen Produkten ist zu berücksichtigen, dass zum 1. April 2024 das Konsum-Cannabisgesetz in Kraft getreten ist.

Diese Teil-Legalisierung besagt beispielsweise, dass Personen, die 18 Jahre oder älter sind, zu Hause bis zu 50 Gramm Marihuana aufbewahren und draußen maximal 25 Gramm mit sich führen dürfen. Die Weitergabe und der Verkauf bleiben allerdings verboten. Die neue Regelung hat Folgen. Belz: „Dieses Gesetz erschwert polizeiliche Maßnahmen in diesem Bereich.“

Wie viel ein Gramm Kokain kostet und wer die Droge konsumiert

Und wie gelangt Kokain auf unseren Kontinent? Polizeisprecher Frank Belz: „Der Schmuggel nach Europa erfolgt überwiegend aus Ecuador und Brasilien, die nicht nur über eine Vielzahl von Containerhäfen verfügen, sondern auch an die Koka-Anbaustaaten Kolumbien, Peru und im Fall Brasilien zusätzlich an Bolivien grenzen.“ Auch aus Kolumbien, Panama und Peru gelange Kokain nach Europa. 

Als Haupteinfallstore für Kokain nach Europa gelten die Häfen im belgischen Antwerpen sowie im niederländischen Rotterdam. Allerdings sind dort zuletzt die Gesamtsicherstellungsmengen von Kokain deutlich zurückgegangen. 2024 wurden laut Belz an beiden Häfen insgesamt rund 69 Tonnen Kokain sichergestellt. 2023 seien es mit 175 Tonnen etwa das Zweieinhalbfache gewesen.  

 Spanien und Frankreich als Haupteinfallstore für Kokain

Frank Belz erläutert: „Gleichzeitig ist eine Verlagerung nach Spanien und Frankreich festzustellen, die nunmehr zunehmend als Haupteinfallstore für Kokain genutzt werden. Die innereuropäische Weiterverteilung des Kokains erfolgt zu einem großen Anteil unter Nutzung von Schmuggelfahrzeugen, die mit professionellen Verstecken ausgestattet sind.“ Obwohl die Polizei Kokain im Tonnenbereich sicherstelle, bleibe das Preisniveau, die Qualität und die Verfügbarkeit des Stoffs nahezu konstant.

Laut Medienberichten liegt der Preis für ein Gramm Kokain bei etwa 70 Euro. „Die Nachfrage nach Kokain ist ungebrochen hoch und erstreckt sich über verschiedene gesellschaftliche Schichten“, erläutert Polizeisprecher Belz.




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