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Heilbronner Sportpsychologe: Worauf es beim Spiel der DFB-Elf gegen Dänemark ankommt

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Am Samstagabend steht das erste K.o-Spiel der EM für die deutsche Mannschaft an. Der Sportpsychologe und DHBW-Professor Dirk Schwarzer spricht über die Motivation der Profis und den Faktor Kommunikation.

Dirk Schwarzer (kleines Foto) ist Professor an der DHBW in Heilbronn. Wie der Heilbronner Sportpsychologe Motivation und Selbstvertrauen der DFB-Spieler vor dem Achtelfinale einschätzt.
Dirk Schwarzer (kleines Foto) ist Professor an der DHBW in Heilbronn. Wie der Heilbronner Sportpsychologe Motivation und Selbstvertrauen der DFB-Spieler vor dem Achtelfinale einschätzt.  Foto: dpa (groß), privat (klein)

In Sachen Motivation mache er sich vor dem EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Dänemark überhaupt keine Sorgen, sagt DHBW-Professor Dirk Schwarzer, Experte für Sportpsychologie. "Es kann keinen größeren Anreiz geben, als bei einer Heim-EM zu spielen." Was am Samstagabend den Unterschied machen könnte, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wie erleben Sie die Kommunikation im Team im Vergleich zu früher?

Dirk Schwarzer: Unter Julian Nagelsmann gab es eine deutliche Veränderung. Der Slogan "einfach nur kicken" ist bei mir besonders hängen geblieben. Nagelsmann verkörpert Lockerheit und er ist gleichzeitig energiegeladen. Er hat so etwas wie Spielfreude zurück ins Team gebracht.

Wie wichtig ist der Faktor Kommunikation?

Schwarzer: Kommunikation ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Faktor für die Leistungssteigerung des Teams. Nagelsmann ist ein kommunikatives Naturtalent. Seine Pressekonferenzen sind lebendig, sie haben Substanz und sind geprägt von Überraschungen. Er spricht auch sehr viel in Bildern, das ist wichtig, um Themen greifbar zu machen. Nach innen ist es ihm offenbar gelungen, die Rollen klar zu verteilen und dabei auch den Ersatzleuten das Gefühl zu geben, dass sie wichtig fürs Team sind. Das sieht man zum Beispiel bei Niklas Füllkrug. Wenn er von der Bank ins Spiel kam, war er hochmotiviert und hat seine Rolle voll erfüllt.  


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Motivation sei ohnehin bei allen Spielern vorhanden, sagen Sie. Wie steht es um das Selbstvertrauen?

Schwarzer: Es geht darum, mit heißem Herzen und kühlem Kopf in die Crunchtime zu gehen und das abzurufen, was man als Mannschaft drauf hat - und die Mannschaft hat viel drauf. Trotzdem bin ich mir beim Faktor Selbstvertrauen noch nicht ganz so sicher. Die wichtigste Quelle dafür sind nämlich positive Vorerfahrungen aus der Vergangenheit. Die letzte Halbfinal-Teilnahme bei Welt- und Europameisterschaften liegt acht Jahre zurück. Es scheint aber die Zeit gekommen zu sein, zu alter Stärke zurückzufinden. Ein gutes Beispiel beim Thema Selbstvertrauen ist Real Madrid, das den Nimbus hat, in Champions-League-Finalspielen unbesiegbar zu sein. Ich wünsche mir, dass die Deutschen auch das nötige Selbstvertrauen haben, zuversichtlich bin ich nach gewonnenem Achtelfinale.

Zur Person: Professor Dirk Schwarzer leitet den Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement/Sportmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg DHBW in Heilbronn.




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