Heilbronn will Deutschland-Ticket-Zuschuss für sozial Schwache streichen
Heilbronn will den Zuschuss in Höhe von zehn Euro zum Deutschlandticket für Empfänger von Sozialleistungen streichen. Bei den eigenen Mitarbeitern zeigt sich die Stadt in diesem Punkt großzügig.
Empfänger von Bürgergeld, Asylbewerber und Wohngeldberechtigte bekommen bislang von der Stadt Heilbronn einen Zuschuss in Höhe von zehn Euro zum Deutschlandticket. Das viel genutzte Abo kostet mittlerweile 63 Euro im Monat und ermöglicht freie Fahrt im Nahverkehr bundesweit.
Die Verwaltung schlägt vor, den Zuschuss für sozial Schwache ab dem kommenden Jahr nicht mehr zu bezahlen. So steht es in der Vorlage für den Gemeinderat, der am Donnerstag ab 15 Uhr tagt. Der Zuschuss floss laut Ratsvorlage im Jahr 2024 für 4770 Tickets, im vergangenen Jahr waren es 4844.
Heilbronn: D-Ticket-Zuschuss wird kaum in Anspruch genommen
Damit nutzten weniger als zehn Prozent der Anspruchsberechtigten den Zuschuss. „Aus Sicht der Verwaltung zeigt die Auswertung somit deutlich auf, dass eine Fortführung des Zuschusses zum Deutschlandticket nicht zu empfehlen ist.“
Weniger als die Hälfte der 100.000 Euro, die pro Jahr hier zur Verfügung stehen, wurden zuletzt abgerufen. Nicht nur wegen der zögerlichen Nachfrage, auch aufgrund der „steigenden Belastung des kommunalen Haushalts“ scheint es der Stadt geboten, den Zuschuss zu streichen.

In den Transferleistungen seien Posten für Mobilität vorgesehen. Beim Bürgergeld sind es etwa 50,49 Euro pro Monat, davon 45,51 Euro für den ÖPNV. Bürgergeldempfänger könnten durch eine „relativ geringe Zuzahlung“ von 17,50 Euro ein Deutschlandticket kaufen.
Die Grünen im Heilbronner Gemeinderat wollen die Streichung nicht mittragen. Sie beantragen stattdessen, den Zuschuss von zehn auf 15 Euro zu erhöhen.
Mitarbeiter der Stadt Heilbronn zahlen nur 9,75 Euro aus eigener Tasche
Für die eigenen Mitarbeiter bezuschusst die Stadt das Deutschlandticket mit 50,10 Euro im Monat. Die städtischen Mitarbeiter müssen folglich nur 9,75 Euro selbst aufbringen. Das macht in Summe 59,85 Euro. Die fehlenden fünf Prozent zum Normalpreis von 63 Euro sind der fünfprozentige Rabatt, der im Rahmen der Jobticketregelung aus Steuergeldern gewährt wird.
Das gilt auch, wenn Privatunternehmen ihren Mitarbeitern einen Zuschuss gewähren. Nur zeigen sich die meisten Firmen hier weit weniger großzügig als die öffentliche Hand. Der Arbeitgeber muss mindestens 25 Prozent zuschießen, das sind 15,75 Euro. Wird das Jobticket überhaupt angeboten, geht der Zuschuss meist nicht über diese Marke hinaus.
Beim städtischen Personal führt dieser Zuschuss zur Mehrnutzung des ÖPNV, der bei den Leistungsempfängern vermisst wird. Laut Rathaus haben 1922 von 3512 Mitarbeitern der Stadt Heilbronn das subventionierte Deutschlandticket, also knapp 55 Prozent.
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