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Geld anlegen mit Künstlicher Intelligenz: Was ein Heilbronner Experte davon hält

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Künstliche Intelligenz hilft am Aktienmarkt. Wo Fonds sie einsetzen, was die Technik für den privaten Geldanleger bedeutet: Sebastian Müller vom Tum-Campus Heilbronn ist Experte.


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Berichte lesen, Aktienkurse analysieren, den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg bewerten: Große Investmentfirmen setzen schon lange auf weitaus mehr, als herkömmliche Computer-Anwendungen. Was Künstliche Intelligenz (KI), gezielt die großen sogenannten Large-Language-Modelle wie Chat-GPT für die Vermögenverwaltung bedeuten, das war Thema einer kleineren Diskussion am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos. Ein Verantwortlicher der Runde: Sebastian Müller, Professor am Campus Heilbronn der Technischen Universität München (Tum).

Geschäftsberichte durchforsten, Kennzahlen anschauen, Fachsprache verständlich machen: KI-Sprachmodelle wie Chat-GPT können Kleinanleger unter die Arme greifen und so auch zur Demokratisierung bei der Aktienanlage führen. KI könne den Anlegern helfen, findet Sebastian Müller. „Sie können viele Informationen schneller und einfacher erhalten“, sagt der Tum-Professor. „Das ist ein positiver Aspekt.“

Anlegen mit Künstlicher Intelligenz: Bei Start-ups in Davos ist die Stimmung gut

Sebastian Müller war mit der Tum erstmals in Davos, im sogenannten AI-House haben sich die Verantwortlichen zu KI ausgetauscht. Die Stimmung, gerade unter den anwesenden Start-ups, sei sehr gut gewesen. Gerade bei jenen, die an der Diskussion dabei waren, habe eine „unglaubliche Euphorie“ vorgeherrscht, beschreibt er die Aufbruchstimmung. KI-Anwendungen bei der Vermögensverwaltung: „Das Interesse ist gestiegen, der Markt ist da.“

Wie gut ist die KI tatsächlich bei der Analyse der Einzelwerte? Sebastian Müller vergleicht es mit Anwendungen im medizinischen Bereich. Dort müsse es zu 100 Prozent stimmen, egal ob ein Mensch oder ein Computer die Entscheidung treffe. Anders sehe es in der Finanzbrache aus, wo schon jetzt die professionellen Anleger nicht zu 100 Prozent richtig liegen. Das heiße dann eben auch: Auch die KI müsse nicht immer alles genau deuten.

Jobverlust durch KI? Die Finanzbranche wird es laut Tum-Professor treffen

Die Finanzbranche setzt auf KI, und gerade darin liegen für die Branche und die Mitarbeiter die Herausforderungen. Viele Datensätze analysieren: Das, wofür bislang Menschen nötig waren, könne die KI schneller hinbekommen. Droht diesen Unternehmen ein Jobabbau, und falls ja, wie stark? „In der Finanzbranche könnte sich der Personalabbau durch KI als eines der ersten Felder niederschlagen, da sie sehr zahlenlastig ist und nicht immer hundertprozentig korrekte Prognosen braucht“, sagt der Professor. „Besonders gefährdet erscheinen Einstiegspositionen, zum Beispiel Junior Analyst oder Junior Portfolio Manager.“

Die Haltung bei der Diskussionsrunde war, dass am Ende natürlich ein Mensch die finale Entscheidung treffen müsse, so Sebastian Müller. Es wäre sinnvoll, aber ob es dazu kommt? Letztlich interessierten sich Hedgefonds dafür, Geld zu verdienen. Wie viel ein Portfoliomanager sich diese KI-Unterstützung mit an Bord holt? Gut wäre, sagt der Professor, gäbe es Angaben dazu in den Geschäftsberichten. 




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