Das heutige Bürgeramt in der Sontheimer Hauptstraße 7 ist 1896 als Wohnhaus erbaut und 1905 zum Rathaus der Gemeinde Sontheim umgebaut worden. Der heutige Stadtteil war lange Zeit selbstständig, wurde jedoch 1938 nach Heilbronn zwangseingemeindet, was manch alteingesessener Sontheimer bis heute nicht verwunden hat. Das Gebäude ist ein markanter zweigeschossiger Bau mit Sichtziegelmauerwerk, Fachwerk, Türmchen und dekorativen Holzschnitzereien.
Bürgeramt in Sontheim platzt aus allen Nähten – keine Lösung in Sicht
Das Bürgeramt in Heilbronn-Sontheim ist überlastet, der Platz reicht nicht mehr aus. Bürger und Beiräte fordern seit Jahren Verbesserungen – bisher vergeblich.
Die Probleme sind bekannt, eine Lösung ist dennoch nicht in Sicht. Schon seit Jahren klagen die Sontheimer Bürger und Mandatsträger über die beengten Verhältnisse im schmucken Bürgeramt in der Hauptstraße.
Das Haus ist zwar im Villenstil der Jahrhundertwende erbaut und mit beeindruckenden Türmchen und Fachwerk ausgestattet, für den Zweck als Bürgeramt aber inzwischen denkbar ungeeignet. Schlichtweg, weil es zu klein geworden ist.
Engpässe im Bürgeramt Heilbronn-Sontheim: Schlangen bis auf die Straße
Die Situation im drittgrößten Heilbronner Stadtteil betrifft in erster Linie die vier Mitarbeiterinnen im Amt, die ihrer Arbeit in ihren Mini-Büros nachgehen müssen. Sie betrifft aber auch die Bürger, die beispielsweise für die Verlängerung ihrer Führerscheine und Personalausweise anstehen, Anträge ausfüllen müssen oder ihren Hund abmelden wollen.

Vor allem an den bis 18 Uhr verlängerten Öffnungszeiten am Montag stehen die Menschen schon mal bis weit hinaus auf die Hauptstraße, weil in den engen Gängen im Amt kein Platz ist. „Wir sind tatsächlich sehr beengt, aber wir geben unser Bestes“, versichert Natascha Heiden.
Sontheim hat das am stärksten frequentierte Bürgeramt in ganz Heilbronn
Heiden, die die Leitung des Bürgerbüros vor einem Jahr übernommen hat, hat sich mit ihren Mitarbeitern mit der Situation so gut es geht arrangiert.
Im Sontheimer Bezirksbeirat ist der Ärger dagegen groß. „Wir wollten schon vor Jahren das Untergeschoss der Alten Staufenbergschule zum Bürgeramt machen“, betont Wolfram Rudolph. „Die Schule ist günstig gelegen, und es gibt genügend Parkplätze im Hof, aber die Stadt macht da nicht mit“, ärgert sich der langjährige Bezirksbeiratsvorsitzende des drittgrößten Heilbronner Stadtteils. Erschwerend kommt zu der Situation hinzu, dass das Sontheimer Bürgeramt das vergleichsweise am stärksten frequentierte aller Heilbronn Stadtteile ist.
Hohes Publikumsaufkommen im Sontheimer Bürgeramt
„Wegen des hohen Publikumsaufkommens muss die Bedienung regelmäßig vorzeitig eingeschränkt werden“, kann man sogar als Hinweis auf der städtischen Homepage lesen. Doch eine Besserung ist offenbar nicht in Sicht. „Die räumlichen Ressourcen im alten Rathaus in Sontheim sind mittlerweile ausgeschöpft“, gibt Monika Baumann zu.
„Die Prüfung von eventuell geeigneten Objekten wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Eine kurzfristige Lösung wird es daher nicht geben können“, so die Antwort der Leiterin aller Heilbronner Bürgerämter. Die Unterbringung in der alten Staufenbergschule sei intensiv geprüft worden, scheiterte aber an den hohen Umbaukosten. Dass eine räumliche Verbesserung der Situation erforderlich ist, stellt aber auch die Stadtverwaltung nicht in Abrede.
Beiräte kritisieren schlechte Informationspolitik
„Die Verwaltung ist intensiv auf der Suche nach geeigneten Ersatzstandorten. Die Prüfung geeigneter Objekte wird längere Zeit in Anspruch nehmen“, stellt Monika Baumann klar. Im weiter deutliche wachsenden Stadtteil mit seinen über 12 000 Einwohnern fühlt man sich von der Stadtverwaltung ohnehin schon lange nicht ernst genommen. „Die Probleme werden seit Jahren zur Kenntnis genommen, und wir werden vertröstet.
Es gibt ja nicht mal Gespräche im Bezirksbeirat“, ärgert sich auch Christiane Tretow. „Und wir werden nicht richtig informiert“, kritisiert die SPD-Bezirksbeirätin. Für Rudolph ist das ein generelles Problem: „Wir werden von der Verwaltung nicht ernst genommen, weil wir nicht auf den Pudding hauen“, klagt der längjährige Beiratsvorsitzende. Deshalb hoffen Rudolph und Tretow nun auf den 25. November. Dann hat sich Baubürgermeister Andreas Ringle zur letzten Sitzung des Jahres im Sontheimer Bezirksbeirat angekündigt.
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