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Kritik an Stadtverwaltung: Was hinter den Transparenten in Heilbronn-Böckingen steckt 

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Im Heilbronner Stadtteil Böckingen tauchen seit Wochen Plakate auf, die die Stadtverwaltung kritisieren. Der Urheber ist unbekannt, Hintergrund dürfte aber ein höchst umstrittenes Projekt sein. 


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Ein Banner sorgt derzeit in der Stadt für Gesprächsstoff. „Einst herrschten hier Gaukler – nun Verwaltung“, steht auf einem großen weißen Plakat, das von Samstagmorgen bis Montagmorgen an der Eisenbahnbrücke in Böckingen hing, die von der Viehweide über die Neue Straße in den größten Heilbronner Stadtteil führt.

Das Plakat ist professionell gemacht und mit einem Emoji versehen, das einem Gaukler nachempfunden ist. Ein zweites Emoji, das neben dem Wort Verwaltung aufgemalt ist, symbolisiert Sprachlosigkeit. Inzwischen hat die Stadt das Plakat entfernen lassen.  

Weitere Banner in Heilbronn-Böckingen aufgetaucht

Es ist nicht die einzige Unmutsäußerung, die im Stadtteil öffentlich wurde. Schon vor gut einer Woche hing an derselben Stelle ein Plakat auf dem „Herzlich willkommen in Böckingen“ stand –  und sinngemäß weiter: „bei uns im Müll“. Neben dem Banner war ein zerfledderter Adler aufgemalt.

Noch ein drittes Plakat wurde inzwischen bekannt. „Früher Parkplatz, heute Müllplatz“, stand auf einem Schild, das in der Nähe des Clubhauses des SC Böckingen auf der Viehweide hing. Dort dürfte auch der Grund des wachsenden Unmuts liegen, der sich im Stadtteil breit macht.

Denn auf dem Parkplatz, der auch von der Union Böckingen, dem ESV Heilbronn und den Kletterern des Alpenvereins genutzt wird, soll ein Interims-Recyclinghof errichtet werden und damit 60 Parkplätze wegfallen.

Widerstand gegen Ringle-Pläne für Interims-Recyclinghof in Heilbronn-Böckingen

Seit die Pläne im April im Stadtteil durch Baubürgermeister Andreas Ringle vorgestellt wurden, regt sich Widerstand. „Jeder der bei dem Gespräch dabei war, hatte den Eindruck, dass von der Stadt alles vorgegeben ist“, kritisierte Helmut Epp. Der Vorsitzende des im „Böckinger Bahnhöfle“ ansässigen Eisenbahnclubs Heilbronn spricht sogar von einem „Diktat“.

Die Vereine hätten rund ein Dutzend alternativer Standorte vorgeschlagen, die alle besser geeignet gewesen wären, aber alle seien abgelehnt worden, ärgert sich Epp. Von der Stadt seien dagegen keine Alternativen genannt worden. Auf Stimme-Anfrage teilt eine Sprecherin mit, dass die Standortfrage noch nicht abschließend geklärt sei.

Böckingen wehrt sich mit Plakaten gegen ein Projekt, das viele im Stadtteil ablehnen.
Böckingen wehrt sich mit Plakaten gegen ein Projekt, das viele im Stadtteil ablehnen.  Foto: Friedrich, Sabine

„Ich fühle mich von der Stadt nicht verwaltet, sondern bestenfalls bewaldet“, bemängelt Helmut Epp. Auch Herbert Tabler kritisiert die ersten Gespräche. „Die wollten das durchziehen“, sagt der SPD-Stadtrat.

Der Böckinger tadelt auch, dass schon seit drei Jahren bekannt gewesen sei, dass zeitweise ein Ersatzrecyclinghof gebraucht würde. Dabei dürfte die Diskussion um die Bürgernähe der Verwaltung jetzt erst beginnen.

Protestaktion mit Plakat in Heilbronn-Böckingen: Ärger über Gestank

Unmut regt sich in Böckingen noch an anderer Stelle. Am 1. August hing an der Abzweigung von der Neckartalstraße zur Viehweide ein weiteres Plakat.

„Gestank ist hier Stadtteilkompetenz“, stand darauf. Dabei ging es um die Leitung, die von Brackenheim zur Heilbronner Kläranlage verlegt wurde.

„Das wurde nicht optimal ausgeführt, so dass der Gestank allmächtig war“, schildert Herbert Tabler. Inzwischen hätte die Stadt aber nachgebessert.




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