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Digitale Bildungsoffensive Heilbronn: Warum nicht alle Schüler Tablets erhalten

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Erst die Gymnasien, dann die anderen Schulen: Aus Reihen der Lehrer und Eltern kommt Kritik am Tablet-Deal für Heilbronner Schulen. Längst nicht alle Schulen profitieren von der Vereinbarung.


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20.000 Schüler und Lehrer in Heilbronn können eigene Tablets erhalten, sofern ihre Schule das will und ein pädagogisches Konzept vorliegt. Den Deal finanzieren die Stadtverwaltung und die Dieter-Schwarz-Stiftung.

Der erste Satz einer Pressemitteilung aus dem Rathaus dazu hört sich gut an: „Jedes Kind, jeder Jugendliche sowie jede Lehrkraft einer Heilbronner Schule soll zukünftig im Rahmen eines pädagogischen Konzepts kostenfrei ein Tablet oder ein anderes mobiles Endgerät bekommen.“ Doch es gibt Kritik, nach dem Rathaus und Schulen kürzlich medienwirksam die ersten Erfahrungenpräsentiert haben.

Tablets für Schüler in Heilbronn: Privatschulen profitieren vom Deal nicht

„Es wird mit zweierlei Maß gemessen“, schreibt ein Vater von mehreren Kindern in einer E-Mail an unsere Redaktion. Er engagiert sich an einer Privatschule in Heilbronn und betont: Es würden bei weitem nicht alle Schülerinnen und Schüler in Heilbronn ausgestattet. Als Schule in privater Trägerschaft würden die Kinder von der Förderung ausgeschlossen.

Darauf angesprochen verweist die Dieter-Schwarz-Stiftung darauf, dass die Digitale Bildungsoffensive ein Projekt der Stadt Heilbronn sei. Deshalb würden nur Schulen gefördert, bei denen die Stadt Heilbronn der Bildungsträger sei.

Rathaus zum IT-Deal: Keine Ausweitung auf Schulen vorgesehen, die nicht in städtischer Trägerschaft sind

Deutlich die Aussage aus dem Rathaus. „Die Stadt Heilbronn beabsichtigt keine Ausweitung der Digitalen Bildungsoffensive auf Schulen, die sich nicht in ihrer Trägerschaft befinden“, so Claudia Küpper, die stellvertretende Pressesprecherin der Stadtverwaltung ist.

Kritik am Tablet-Projekt kommt auch aus Schulen, die keine Gymnasien sind. Grund: Die ersten Gymnasien sind schon versorgt worden, die restlichen folgen in Kürze. „Mit der groß angekündigten Ausstattung mit Tablets für Schüler und Lehrer für die Heilbronner Schulen geht es nur sehr schleppend voran“, so ein Lehrer in einer Mail an unsere Redaktion. Er berichtet von einer Schule, die kein Gymnasium ist: Sie habe als eine der ersten einen Antrag eingereicht - auch unter der Prämisse, „dass sozial benachteiligte Schüler priorisiert werden sollen“. An der Schule gebe es „fast ausschließlich benachteiligte Schülerinnen und Schüler“. Deshalb wundert er sich, dass nach den Pilotschulen nun die Gymnasien folgen.

Schulen wollen Planungssicherheit, das sagt die Stadtverwaltung

Der Lehrer regt zudem an, dass Schulen eine konkrete Zeitplanung bekommen sollten, statt sie warten zu lassen. „Schulen brauchen auch Planungssicherheit.“

Karin Schüttler, die im Rathaus als Amtsleiterin unter anderem für die Schulen zuständig ist, weist darauf hin, dass die Heinrich-von-Kleist-Realschule als erste Schule die Tablets erhalten habe. Sie begründet, warum Gymnasien danach folgen: Sie würden zuerst beliefert, „da sie die größte Anzahl an Tablets bestellt haben“.

Die Stadt Heilbronn sei bei der Auslieferung der Geräte von den Möglichkeiten des Lieferanten abhängig, ergänzt Karin Schüttler. „Die Tablets werden sukzessive nach Heilbronn ausgeliefert, und bei der Schwarz IT wird das Fulfillment vorgenommen und der Rolloutprozess vorbereitet.“ Sobald die konkreten Termine verlässlich seien, würden diese an die jeweilige Schule kommuniziert. Karin Schüttler betont: „Die Schulen haben dann jeweils die Möglichkeit, die Tablets für Lehrkräfte vorab zu erhalten.“




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