Altlasten-Verdacht in Heilbronn: Erdreich am Bildungscampus wird vorsorglich entsorgt
Auf dem Gelände des künftigen Bildungscampus West in Heilbronn werden aktuell große Mengen Erdreich vorsorglich entsorgt. Hintergrund sind frühere Nutzungen als Gerberei und Treibstofflager – die Stadt überwacht die Arbeiten.
Bereits seit einigen Wochen sind auf der Baustelle für den Bildungscampus West auf dem Gelände rund um den Mediamarkt Dutzende blaue Fässer zu sehen. „UN 2814“ steht auf den Fässern – Stoffe, die unter diese UN-Nummer fallen, sind „ansteckungsgefährlich, gefährlich für Menschen“. Es sind laut Bundesamt für Verbraucherschutz besondere Transportvorschriften zu beachten.
Doch so wild, wie sich das alles im ersten Moment anhört und es von außen betrachtet aussieht, ist es laut der Schwarz-Stiftung überhaupt nicht. Sprecherin Julia Bohrmann sagt: „Vorsicht ist besser als Nachsicht.“
Bildungscampus-Gelände in Heilbronn einst als Gerberei und Treibstoff-Lager genutzt
Bohrmann äußert Verständnis für Passanten, die mit Verwunderung auf die blauen Fässer und die UN-Nummer blicken. Sie erklärt, dass es aber lediglich das übliche Vorgehen sei und rein präventiv. Hintergrund für das Vorgehen: Das Gelände ist in der Vergangenheit als Gerberei und später als Lager für Öl und Treibstoffe genutzt worden.

Es fänden weiter Sicherungsmaßnahmen am Erdreich statt, so Bohrmann. Das sei auch im März schon kommuniziert worden. „Probeschürfungen haben zwar keine konkreten Hinweise auf Altlasten ergeben, dennoch haben wir uns entschieden, das Erdreich vorsorglich zu entsorgen.“
Stadt Heilbronn überwacht Sicherungsmaßnahmen auf Bildungscampus-Baustelle
Die Stadt Heilbronn hat die Sicherungsmaßnahmen nach Angaben von Rathaus-Sprecherin Suse Bucher-Pinell genehmigt und überwacht diese regelmäßig. Auch sie sagt: „Die Probeschürfungen haben bisher keine konkreten Hinweise auf Altlasten ergeben.“ Der Bauherr habe aber dennoch entschieden, vorsorglich das Erdreich zu entsorgen.

Die Entsorgung des Erdreichs findet in einem extra dafür aufgebauten Zelt statt. Die Arbeiter tragen spezielle Schutzkleidung und sogar Atemschutzmasken. Es soll gewährleistet werden, „dass das Gelände vor der Bebauung unbelastet ist und der Campus nachhaltig genutzt werden kann“, heißt es in einem Beitrag dazu auf der Webseite des Bildungscampus.
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