"Schwachkopf"-Plakate gegen Robert Habeck: Ist ein Hausbesetzer Schuld?
Auf Plakaten an einem Haus in Heilbronn-Biberach werden Robert Habeck und die Grünen deftig beleidigt. Wer hat sie an den Scheiben angebracht? Jetzt gibt es einen Verdacht.
Seit einigen Tagen sind die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses in Heilbronn-Biberach mit Beleidigungen tapeziert. Die derben Schmähungen auf den Plakaten gehen unter die Gürtellinie und richten sich explizit gegen die Partei „Die Grünen“ und ihren Kanzlerkandidaten Robert Habeck, der darauf als „Schwachkopf“ bezeichnet wird.
Wer ist für diese Aktion verantwortlich? Die „Heilbronner Stimme“ hat mit dem Hausverwalter gesprochen. Und er hat einen konkreten Verdacht, wer der Übeltäter sein könnte: Ein illegaler Hausbesetzer. Und dem könnte Ärger drohen. Denn jetzt ermittelt auch die Polizei.
„Schwachkopf“-Beleidigung gegen Robert Habeck: Besetzer in Biberacher Haus?
Das Gebäude in der Finkenbergstraße, an dem die Schmähplakate hängen, ist vor längerer Zeit an die Evangelische Kirchengemeinde Biberach vererbt worden und steht seither leer, wie Vertretungspfarrer Thomas Binder und Heinrich Huis, erster Vorsitzender der Kirchengemeinde Biberach, bestätigen. Testamentvollstrecker ist Rechtsanwalt Gerhard Lochmann.
Angesprochen auf die Schmähplakate, seufzt Lochmann, dessen Kanzlei in Emmendingen bei Freiburg sitzt. Das Haus beschäftige ihn schon seit Tagen, er sei über die Protest-Aktion am Biberacher Haus informiert. Das, was dort vor sich gehe, sei eine „Frechheit“, schimpft er. Und sagt: „Da hat sich jemand eingenistet.“
Der Verdacht sei begründet, erzählt er, denn schon vor ein paar Tagen sei immer wieder bemerkt worden, dass Licht im Haus brenne. Der Anwalt wird deutlich und sagt: „Das ist eine unzulässige Hausbesetzung.“
Verwalter ärgert sich über Plakate: Polizei soll Besetzer „rausschmeißen“
Der Strom, den die Person illegal im Haus verbraucht, sei das eine. Die Plakataktion ist aber jetzt der Gipfel für den Anwalt. Er vermutet, dass der Besetzer dafür verantwortlich sein könnte. „Das geht eindeutig zu weit.“ Die Polizei habe die Vorgänge im Biberacher Anwesen auf dem Schirm. Und wenn sie den Besetzer erwischen, würden sie ihn „rausschmeißen“. „Ich will, dass derjenige da raus ist“, macht er klar. Über weitere Schritte würde er anschließend nachdenken.
Der Anwalt bedauert, dass derartige Plakate an dem Haus angebracht sind. Vor allem möchte er nicht, dass die Evangelische Kirchengemeinde Biberach, die das Gebäude geerbt hat, durch die Aktion in ein schlechtes Licht gerückt wird. „Die hat damit nämlich überhaupt nichts zu tun“, macht Lochmann klar.
CDU-Bezirksbeirat aus Biberach hält Wahlplakat-Aktion für „bedauerlich“
In Biberach sorgen die Plakate für Kopfschütteln. Lars Dietrich, Sprecher des Bezirksbeirats in Biberach, zeigte sich am Donnerstag auf Stimme-Nachfrage überrascht von der Aktion und hält sie gerade jetzt – im Wahlkampf um die Bundestagswahl 2025 – für „bedauerlich“.
Die Kollegen von der Grünen-Partei habe man bereits informiert, erklärte Dietrich. Die Grünen-Politikerinnen Susanne Hauk, Bezirksbeirätin für Biberach, und Andrea Babic, Stadträtin, waren bis Freitagmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Wahlplakat-Aktion in Biberach: Polizei ermittelt
Dem mutmaßlichen Hausbesetzer drohen nun Konsequenzen: Wie die Polizei auf Stimme-Nachfrage mitteilt, sei am Donnerstag Anzeige erstattet worden. Der Polizeiposten Neckargartach habe die Ermittlungen aufgenommen.
Welche Strafe demjenigen droht, ist noch unklar. „Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob und wenn ja welche Straftatbestände erfüllt sind“, teilt Pressesprecher Manuel Unser mit.
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