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„Schwachkopf“-Beleidigung gegen Robert Habeck: Protestplakate an Biberacher Haus

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An den Fensterscheiben eines Hauses in Heilbronn-Biberach sind Protestplakate angebracht. Sie sind gegen die Grünen gerichtet und deftig. Mehrfach wird Robert Habeck als „Schwachkopf“ bezeichnet.


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Sie sind nicht zu übersehen und deftig: Plakate mit Beleidigungen sind an den Fensterscheiben eines Hauses in Biberach, einem Stadtteil von Heilbronn, angebracht. Darauf zu sehen: derbe Formulierungen gegen die Partei „Die Grünen“ und ihren Kanzlerkandidaten Robert Habeck. Was steckt dahinter?

„Schwachkopf“-Schmähung gegen Habeck: Protestplakate an Biberacher Haus

Das Haus, an dem die derben Plakate in den Fensterscheiben hängen, befindet sich in der Finkenbergstraße. Und sie übermitteln Fußgängern ganz offensichtlich eine klare Botschaft: Derjenige, der sie angebracht hat, hält wenig von den Grünen. Das Gesicht vom Grünen-Kanzlerkandidat, der mittels dicker schwarzer Schriftzügen als „Schwachkopf“ bezeichnet wird, ist zu sehen. Auch die Grünen selbst werden beleidigt – mit drastischen, kaum zu wiedergebenden Worten.

Habeck-Schmähungen an den Fenstern in Heilbronn-Biberach.
Habeck-Schmähungen an den Fenstern in Heilbronn-Biberach.  Foto: privat

Die Hintergründe sind unklar. Womöglich beziehen sich die Plakate auf einen Fall, der vor wenigen Monaten deutschlandweit Schlagzeilen gemacht hat. Nachdem ein Mann aus Unterfranken auf der Plattform „X“ ein Meme geteilt hatte, das Robert Habeck als „Schwachkopf Professional“ bezeichnete, zeigte der Vizekanzler ihn an. Auf die X-Beleidigung folgte eine Hausdurchsuchung der Polizei, die für Kritik sorgte.

Die Anzeige Habecks, aufgrund derer die Staatsanwaltschaft Bamberg die Hausdurchsuchung veranlasst hatte, stützte sich auf den Paragrafen 188 StGB – gemeinhin bekannt als „Majestätsbeleidigung“.

CDU-Bezirksbeirat aus Biberach über Wahlplakat-Aktion: "Sowas geht natürlich gar nicht"

Bisher ist nicht bekannt, wer die Plakate angebracht hat. Auch Lars Dietrich, Sprecher des Bezirksbeirats in Biberach, kann sich keinen Reim aus der Aktion machen. "Ich selbst bin überrascht. Soweit ich weiß, steht das Haus zum Verkauf und seit mehreren Monaten leer", erklärt Dietrich, der ebenfalls politisch aktiv ist.

Deftige Beleidigungen prangen an den Fensterscheiben eines Hauses in Heilbronn-Biberach.
Deftige Beleidigungen prangen an den Fensterscheiben eines Hauses in Heilbronn-Biberach.  Foto: Paul Glaser

Gerade jetzt – im Wahlkampf um die Bundestagswahl 2025 – hält er eine solche Aktion für "bedauerlich. Schließlich verhalten sich die Parteien in der Regel fair untereinander." Die Kollegen von der Grünen-Partei habe man bereits informiert, erklärt er im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Ebenso wie den Nachlassverwalter, der sich derzeit um das Anwesen kümmert. Der Bezirksbeirat hofft, dass sich dieser der Sache annimmt und die Plakate möglichst schnell abnimmt. Zudem werde man sich bei der Polizei schlaumachen. "Möglicherweise wird auch Anzeige erstattet."

Dietrich zumindest hat eine Vermutung, woher die verhunzten Wahlplakate der Grünen stammen könnten. "Vermutlich wurden die Plakate an anderen Stellen einfach abgerissen." Besonders in der Finkenbergstraße das immer wieder vorkommen. Auch die CDU hat ihre dort aufgehängt. "Sowas geht natürlich gar nicht. [...] Wenn das der Fall wäre, liegt hier natürlich nicht nur die Zerstörung der Plakate als Straftat vor, sondern auch Hausfriedensbruch."




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