Bemerkenswerte Lage vor Bürgermeisterwahl in Cleebronn
In der Kommune am Michaelsberg endet eine Ära, wenn Bürgermeister Vogl nach 24 Jahren in den Ruhestand geht. Der Kampf um seine Nachfolge ist spannend wie selten. In Heilbronn lässt die Bewerberlage vor einer anderen Wahl aufhorchen.
Die Landesenergieagentur KEA-BW begleitet unter anderem Kommunen dabei, klimaneutral zu werden. Ein Wettbewerb inklusive Fördergeld soll Preisträger-Kommunen wie Freiburg und Ludwigsburg motivieren. Auch in der Region sind die Verwaltungen fokussiert, Heilbronn will laut Klimaschutz-Masterplan bis 2035 Netto-Treibhausgas-neutral werden, also kein zusätzliches CO2 verursachen. Bad Wimpfen ebenso. Aber wofür sind solche Ziele gut, wenn trotzdem riesige Mengen Treibhausgase in die Luft gelangen? So wie in Wimpfen, wo der einzige SF6-Hersteller Europas sitzt.
Während Umweltministerium und Regierungspräsidium seit Monaten mit der Firma daran arbeiteten, die Emissionen zu verringern, blieb das Problem erstmal unerwähnt – zumindest im Klimasachstandsbericht des Landes. Aus Sicht des Ministeriums nicht ungewöhnlich: Abgeordnete müssten selbst aktiv werden, wenn sie Fragen haben. Absurd, nennt das die Opposition. Wer wen hätte wann informieren sollen, soll kommende Woche eine Sondersitzung im Umweltausschuss klären.
Cleebronn vor der Bürgermeisterwahl
Die Gemeinde Cleebronn steht vor einem Umbruch. 24 Jahre war Bürgermeister Thomas Vogl im Amt, jetzt tritt er nicht mehr zur Wahl an. Vier Bewerber gibt es für seinen Posten und einiges zu tun. Vorhaben wie ein neues Wohngebiet, eine Discounter-Ansiedlung oder das Gemeindeentwicklungskonzept sind angestoßen. Und das bei einem Defizit im Haushalt, die Zeiten sind herausfordernd, nicht nur am Fuße des Michaelbergs. Da sind innovative Ideen gefragt und auch Resilienz, weshalb die Bewerberlage bei Rathauschefs oft überschaubar ist.
Nicht so in Cleebronn: Vier potenzielle Nachfolger stehen bereit. Eine wirklich bemerkenswerte Situation, wie man sie nicht häufig erlebt. Alle Kandidaten haben einen Bezug zum Ort und Führungserfahrung, zwei von ihnen sogar in einer Verwaltung. Bei einem Wahlforum fühlen unsere Redakteure den Bewerbern am kommenden Montag in der TSV-Halle auf den Zahn. Der Abend verspricht, spannend zu werden.

Mehr als 50 Kandidaten für den Heilbronner Jugendgemeinderat
Der jungen Generation wird oft mangelndes Interesse an der Demokratie unterstellt. Dass das nicht zutreffend ist, zeigt die Bewerberlage für den Heilbronner Jugendgemeinderat. 52 Kandidatinnen und Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen. Das ist beachtlich, vor zwei Jahren waren es nur 36. Politikmüdigkeit sieht anders aus. Der Jugendgemeinderat ist attraktiv, weil er aktiv ist und mit eigenem Budget tatsächlich Ideen umsetzen kann. Das ist nicht nur für die Jugend ein Gewinn, sondern auch für die Gesellschaft.
Allerdings liegt es kommende Woche an der Generationen selbst, dem auch Nachdruck zu verleihen: 6000 Wahlberechtigte zwischen 14 und 18 Jahren entscheiden darüber, wer in den nächsten zwei Jahren dem 20-köpfigen Gremium angehört. Es wäre doch ein guter Start, mit einer hohen Wahlbeteiligung ein Zeichen zu setzen. Denn was in der Stadt passiert, geht auch die Jugend etwas an.
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