Bau der Nordumfahrung in Heilbronn: Was passiert jetzt mit der Saarlandstraße?
Mit dem Bau der Nordumfahrung in Heilbronn beginnen umfangreiche Arbeiten an Neckartalstraße und Wächtelestalbrücke. Trotz wegfallender Parkplätze und möglicher Sperrungen sollen Grundstücke und Betriebe erreichbar bleiben.
Die Stadt Heilbronn hat mit dem ersten Bauabschnitt der Nordumfahrung und dem vierspurigen Ausbau der Neckartalstraße begonnen. Das 57-Millionen-Euro-Projekt soll bis Sommer 2028 fertig sein. Die Großbaumaßnahme wirft viele Fragen auf.
Nordumfahrung in Heilbronn: Was passiert aktuell auf der Baustelle?
Zunächst muss zum Baufeld zur Wächtelestalbrücke eine Baustraße geschottert werden. Dort laufen die Tiefbauarbeiten für die ersten Bohrpfeiler. „Es wird bereits viel Erde bewegt und es ist bereits viel Material und Gerät vor Ort“, sagt der planerische Projektleiter der Stadt Carsten Schwotzer, der zurzeit mindestens einmal in der Woche selbst vor Ort ist. „Es ist ja schön zu sehen, wenn aus einem Plan Realität wird“, sagt Schwotzer.

Bis zum Ende des ersten Bauabschnitts sollen rund 150.000 Kubikmeter Erde bewegt worden sein, das entspricht circa 225.000 Tonnen. Im Bereich des ehemaligen Landliebe-Standorts laufen Kanal- und auf dem Gelände Leitungsarbeiten. Zudem wird in der Neckarau auf einer freien Fläche zwischen der Wimpfener und der Böllinger Straße das Baustellenbüro eingerichtet.
Projekt Nordumfahrung: Wer sind die beteiligten Baufirmen?
Für das Projekt bilden mehrere Unternehmen der Wolff & Müller Gruppe mit Hauptsitz in Stuttgart eine Arbeitsgemeinschaft. Zu dieser gehören die Wolff & Müller Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG, die Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH und die PST Spezialtiefbau Süd GmbH. Ein weiteres Unternehmen, an dem WOLFF & MÜLER beteiligt ist – die Häring Spezialtiefbau GmbH & Co. KG – wirkt ebenfalls mit und erbringt Spundwandarbeiten, da zum Teil nah an den Grundwasserspiegel heran gegraben wird.
Interessant ist der technische Aufwand. Zum Beispiel wird das Gelände regelmäßig von Vermessungsdrohnen überflogen, um die bewegten Erdmassen zu ermitteln und den Bauablauf zu dokumentieren. GPS-gesteuerte Bagger nutzen eine satellitenbasierte Positionierung für präzises Arbeiten.
In welchen Bereichen fallen Parkplätze ganz oder zumindest während der Bauarbeiten weg?
Durch die Errichtung einer Lärmschutzwand an der Neckartalstraße wird die Obereisesheimer Straße nach Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr die nötige Breite besitzen, dass dort am Straßenrand geparkt werden könnte. Wenn Verkehr während der Bauarbeiten etwa über die eher schmale Mosbacher Straße umgeleitet wird, ist dort ebenfalls kein Parken mehr möglich. Grundstücke, Betriebe und Einrichtungen sollen während der Bauzeit jederzeit erreichbar bleiben.
„Es kann passieren, dass eine Zufahrt mal für einen Tag gesperrt werden muss, aber darüber wird dann rechtzeitig informiert“, versichert Schwotzer, dass es keine bösen Überraschungen geben wird, wie etwa zum Teil beim Glasfaserausbau in der Stadt und im Landkreis.
Ist das Projekt Verlängerung der Saarlandstraße damit endgültig gestorben?
Die Verlängerung der Saarlandstraße ist eine Frankenbacher Uralt-Forderung, weil sie die zeitweise überlastete Ortsdurchfahrt entlasten würde. Realisiert ist nur der erste Bauabschnitt zwischen Neckartal- und Römerstraße, der Saarlandkreisel. Von hier sollte die Trasse tiefergelegt bis zur Heidelberger Straße verlaufen. Die finanziellen Mittel für diesen zweiten von drei Bauabschnitten wurden in das Projekt Nordumfahrung umgeschichtet.
„In einer idealen Welt, in der Geld und Personal unbegrenzt zur Verfügung stünden, wäre gesamtstädtisch betrachtet die Umsetzung beider Projekte optimal“, sagt Schwotzer. Tatsächlich ist es aber so, dass das Projekt zwar weiterhin im „planerischen Bestand“ enthalten ist, wie Schwotzer sagt, allerdings für viele Jahre auf Eis liegt. Sollte es eines Tages wieder aufgetaut werden, dann müsste es sicher erst einmal an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. „Das ist eine Frage, die die Politik klären muss“, betont Schwotzer.
Nordumfahrung: Mit welcher Verkehrsentlastung wird im Stadtteil Frankenbach nach Fertigstellung gerechnet?
Auf der Ortsdurchfahrt durch Frankenbach dürfte sich das Kfz-Aufkommen von derzeit 18.000 pro Tag um3600 reduzieren. In der Würzburger Straße von 11.300 um 3400, auf der B39, die von Kirchhausen kommt, von 10.800 um 900.
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