Bärlauch-Saison startet: Was müssen Sammler beachten?
In vielen Frühlingsrezepten darf frischer Bärlauch nicht fehlen. Auch in der Region Heilbronn können Sammler die Pflanze finden. Was beim Sammeln beachtet werden muss.
Von März bis Mai zieht es viele in lokale Laub- und Mischwälder, um dort Bärlauch zu sammeln. Im Frühling wird er gerne in Kräuterquark, Suppen, Saucen oder Salate genutzt. Auch in der Hausapotheke findet er Anwendung und soll Magen- und Darmbeschwerden beruhigen.
Wer weiß, wo Bärlauch wächst, kann auch in der Region Heilbronn und dem Hohenlohekreis selbst pflücken gehen. Dabei gibt es einiges zu beachten: Es herrscht gefährliche Verwechslungsgefahr, außerdem gibt es Mengenbegrenzungen.
Der Bärlauch mag schattig – wo er in Heilbronn zu finden ist
Das Wildgemüse wächst in Laubwäldern, wo es schattig und feucht ist. Oft finden Sammler ihn in kraut- und nährstoffreichen Gegenden sowie in Parks und Auenwäldern. Bärlauch wächst zum Beispiel auch im Heilbronner Stadtwald.
Laut der Stadt Heilbronn befinden sich beliebte Sammelorte oberhalb des Schießstands der Kreisjägervereinigung oder hangaufwärts in Richtung Waldheide, beziehungsweise Donnbronner Straße.
Sammeln nur für den Eigenbedarf – wie viel Bärlauchpflücken ist erlaubt?
Sammler dürfen Bärlauch in der Menge eines Handstraußes ernten und mitnehmen. Damit ist in etwa die Menge gemeint, die Sammler in einer Hand tragen können und die tatsächlich auch selbst verbraucht werden kann. Es sollte nur so viel gepflückt werden, wie Hobbyköche tatsächlich auch verbrauchen können.
Ausgenommen davon sind Naturschutzgebiete, wie beispielsweise auch das Köpfertal in Heilbronn. Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt weist darauf hin, dass durch das Verlassen der Wege Schäden für Tiere und Pflanzen entstehen können, wie Trittschäden oder eine Störung der Tierwelt im Schutzgebiet.
Bußgelder drohen beim Sammeln von Bärlauch: An Mengen halten und Naturschutz achten
Sammlern, die dort trotzdem unterwegs sind, drohen Bußgelder. Laut dem Bußgeldkatalog Umwelt des Landes Baden-Württemberg wird das Ausreißen oder Ausgraben von Pflanzen mit Bußgeldern in Höhe von 75 bis zu 15.000 Euro bestraft. Die Höhe des Bußgeldes ist beispielsweise abhängig davon, wie hoch der entstandene Schaden für Umwelt und Natur ist, ob eine Wiederholung zu befürchten ist oder ob gewerblich gesammelt wurde. Um größere Mengen zu sammeln, ist vorher die Genehmigung der Naturschutzbehörde und des Waldeigentümers notwendig.
Giftige Doppelgänger: Bärlauch erkennen Sammler am Knoblauchgeruch
Außer an seinem typischen Geruch lässt sich der Bärlauch auch an optischen Hinweisen erkennen. Die korrekte Bestimmung ist entscheidend, da zur selben Zeit oft an ähnlichen Stellen einige giftige Pflanzen wachsen, die dem Bärlauch ähneln.
Bärlauchblätter wachsen direkt aus dem Stängel und stehen meist großflächig in Gruppen dicht aneinander. Die Blätter sind länglich-oval und spitz zulaufend. Die Oberseite des Blattes glänzt, während die Unterseite matt ist. Seine Blüte ist weiß und sternförmig, erscheint aber später als die Blätter. Wenn der Bärlauch blüht, hat er oft sein intensives Aroma bereits verloren.
Vor allem die jungen Blätter des Bärlauchs ähneln laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) denen des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosten. Die Maiglöckchen hingegen sind giftig, haben aber ähnliche breite-ovale Blätter. Bei dieser Pflanze wachsen zwei Blätter am gleichen Stängel und umfassen diesen. Bei Maiglöckchen glänzt nur die Unterseite des Blattes und die Oberseite ist matt; beim Bärlauch ist es andersherum.
Die Herbstzeitlosen sind dem Bärlauch mit ihrer länglichen ovalen Blattform ebenfalls ähnlich. Bei ihnen glänzt die Blattunterseite und es wachsen mehrere Blätter um einen Stängel.

Bei Unsicherheit den Bärlauch lieber stehen lassen
Um das Waldgemüse beim Sammeln sicher zu bestimmen, sollten Bärlauch-Liebhaber zuerst darauf achten, dass beim Zerreiben der typische Geruch nach Knoblauch entsteht. Wenn nicht, sollte die Pflanze nicht geerntet werden und die Hände sollten sofort gründlich gewaschen werden. Dabei sollten Sammler aufmerksam sein, da möglicherweise die Hände selbst von einem vorher getesteten Bärlauchblatt nach Knoblauch riechen. Das kann dazu führen, dass die Pflanze falsch eingeschätzt wird. Bei Unsicherheit sollte die Pflanze lieber nicht geerntet werden.
Warnung vor KI und Apps – sie können Bärlauch nicht sicher erkennen
Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, rät außerdem, sich beim Sammeln nicht blind auf Künstliche Intelligenz oder Apps zu verlassen. Diese könnten den Bärlauch nicht zuverlässig genug bestimmen.
Sollten nach dem Verzehr Beschwerden auftreten, sollten Betroffene möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen oder die Giftinformationszentrale kontaktieren. Bei einer Vergiftung mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen kommt es laut dem Universitätsklinikum Freiburg häufig zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Als Alternative zum eigenen Sammeln können Verbraucher den Bärlauch aus kontrolliertem Anbau kaufen. Oft bieten Händler diesen auf Wochenmärkten, in Hofläden oder seltener auch in Lebensmittelmärkten an. Außerdem kann die Pflanze auch im Fachhandel gekauft oder auf dem Balkon oder im Garten selbst angebaut werden.
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