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Ausbildung zur Erzieherin in Heilbronn – „hier braucht es noch echte Menschen“

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Selina Sauer macht eine Ausbildung zur Erzieherin an der EAH in Heilbronn. Parallel zum Theorieteil ist sie in einer städtischen Kita im Einsatz. Die Arbeit macht ihr Spaß. Auch ein Auslandsaufenthalt steht auf dem Programm.


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Nach einem FSJ im Kindergarten im Anschluss an ihr Abitur war Selina Sauer schnell klar: Sie möchte Erzieherin werden. „Es ist sehr abwechslungsreich, man kann kreativ sein und arbeitet mit Menschen zusammen – mit sehr kleinen und witzigen Menschen“, sagt sie.

Aktuell ist die 21-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr an der Erzieherakademie Heilbronn (EAH). Für die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) ist Sauer von ihrer Heimatstadt in Oberfranken nach Heilbronn gezogen.

Erzieher werden derzeit händeringend gesucht. An der Erzieherakademie in Heilbronn werden Auszubildende umfassend auf den Job vorbereitet.
Erzieher werden derzeit händeringend gesucht. An der Erzieherakademie in Heilbronn werden Auszubildende umfassend auf den Job vorbereitet.  Foto: SILKE WEINSHEIMER

Erzieherin aus Leidenschaft: Selina Sauer berichtet über ihre Ausbildung an der EAH Heilbronn

„Die Lage der EAH direkt am Bildungscampus hat mich angesprochen“, sagt Sauer im Gespräch mit mein-sprungbrett.de, dem Berufsfindungsportal der Heilbronner Stimme. Auch das Konzept habe sie überzeugt. Auf insgesamt fünf Stockwerken erstrecken sich die Lehrräume der EAH am Bildungscampus 10. Die Räumlichkeiten wirken hell und freundlich.

Für Selina und ihre Mitschüler eine „gute Lernatmosphäre“. Innerhalb ihrer Ausbildung arbeitet Sauer einmal in der Woche in der Kita in der Innsbrucker Straße in der Heilbronner Innenstadt. Außerdem hat sie dort immer wieder Praxisblöcke, die über mehrere Wochen dauern.

„Alles ist sehr praxisbezogen“ – vielseitiger Erzieherberuf

Am Unterricht an der EAH gefällt Selina Sauer besonders: „Alles ist sehr praxisbezogen. Wir haben viele sozialpädagogische Fächer – eines davon nennt sich zum Beispiel Erziehung und Betreuung gestalten.“ Auch Fächer wie Religion, Deutsch, Sport, Motorik, Musik und Kunst gehören dazu. „In Musik und Kunst haben wir häufig Einheiten, die wir direkt in der Kita anwenden können.“

Selina Sauer bei ihrer Arbeit in der Städtischen Kindertagesstätte in der Innsbrucker Straße in Heilbronn.
Selina Sauer bei ihrer Arbeit in der Städtischen Kindertagesstätte in der Innsbrucker Straße in Heilbronn.  Foto: privat

Ein weiterer Vorteil ihrer Ausbildung: Da sie eine Zusatzqualifikation zur Phorms Europaerzieherin macht, hat sie die Möglichkeit, über Erasmus Plus ins Ausland zu gehen. Bereits im März 2026 geht es für Selina nach Griechenland. Auf Kreta wird sie für sieben Wochen im Hort einer Grundschule arbeiten. „Ich freue mich darauf, viele neue Erfahrungen zu sammeln.“ Spannend sei es außerdem, auch mal das pädagogische Konzept in einem anderen Land kennenzulernen und „über den Tellerrand hinauszuschauen“.

„Sehr gute Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden“

Durch eine Kooperation der EAH mit der Experimenta und der AIM (Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn) ist es den Auszubildenden zudem möglich, eine Weiterbildung zum Experimenta-MINT-Erzieher oder zum AIM-Spracherzieher zu absolvieren. „Außerdem können wir sogenannte Wahlpflichtfächer besuchen“, sagt Selina. „Bei uns ist das zum Beispiel Chor oder Ukulele – ich bin im Ukulele-Unterricht.“ Eine weitere Fähigkeit, die sie direkt in der Kita einsetzen kann.


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Dass Erzieherinnen derzeit überall dringend gesucht werden, ist noch ein weiterer positiver Nebeneffekt, der Selina Sauer darin bestätigt, die richtige Ausbildung für sich gewählt zu haben. „Es ist ein Job, bei dem man sehr gute Chancen hat, nach der Ausbildung übernommen zu werden.“ In Zeiten von KI, in denen außerdem viele Berufe auf lange Sicht durch Maschinen ersetzt werden könnten, benötige es beim Erzieherberuf immer noch echte Menschen.

Ausbildung als Abiturient: „Bin froh über meine Entscheidung“

EAH-Schulleiterin Isabel Engelhaus betont: „Pädagoge ist kein Job, bei dem ich morgens hingehe, abends wieder nach Hause gehe und das war es. Man muss lieben, was man tut – denn wenn man es nicht tut, merken das auch die Kinder sofort.“ Diesen Grundsatz versuche man auch an der Schule zu leben.

Die Erzieherakademie befindet sich direkt am Heilbronner Bildungscampus in der Innenstadt.
Die Erzieherakademie befindet sich direkt am Heilbronner Bildungscampus in der Innenstadt.  Foto: SILKE WEINSHEIMER

„Ich möchte außerdem erwähnen, dass es sehr schön ist, als Abiturient eine Ausbildung zu machen“, sagt Selina Sauer. „Auf dem Gymnasium wird man schon sehr darauf vorbereitet, erstmal studieren zu gehen.“ Sie kenne jedoch viele, die es im Nachhinein bereut hätten, zu studieren. „Ich bin froh über meine Entscheidung, da ich den Praxisbezug sehr schätze.“ Die Möglichkeit, im Anschluss zu studieren, gebe es natürlich trotzdem immer. Eine Option ist das für die 21-Jährige auf jeden Fall – noch möchte sie sich aber nicht festlegen.

Bewerber müssen Träger finden, bei dem Praxisteil der Ausbildung stattfindet

„Wir sind eine staatlich anerkannte Privatschule“, sagt Isabel Engelhaus. Wer sich für die Ausbildung an der EAH bewirbt, sollte sich gleichzeitig um einen Träger bemühen, bei dem der Praxisteil der Ausbildung stattfindet. Je nach Art der Ausbildung benötigt es unterschiedliche Voraussetzungen. So können etwa Bewerber mit Hauptschulabschluss an der EAH eine Ausbildung zur sogenannten Sozialpädagogischen Assistenz machen. Bewerber mit Mittlerem Schulabschluss oder Abitur können das Berufskolleg (1BKSP) oder – wie Selina Sauer – die praxisintegrierte Ausbildung absolvieren. Zudem ist es möglich, an der EAH die Fachhochschulreife nachzuholen.

Die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz an der EAH ist kostenfrei. Im 1BKSP fällt ein monatliches Schulgeld von 50 Euro an, bei der PiA monatlich 75 Euro und in beiden Schularten ein anteiliger Materialbeitrag von 80 Euro pro Jahr. Außerdem gibt es eine Anmeldegebühr von 200 Euro für die Ausbildung.

Bewerbungen für Schulstart im September 2026 noch möglich

„Oft übernehmen die Träger die Schulgebühren oder einen Teil davon“, sagt Selina Sauer. „Das Gute ist ja, dass man in der PiA schon Geld verdient. Dementsprechend ist die Ausbildung auch dann machbar, wenn der Träger das Schulgeld nicht übernimmt.“ Wer nach einer Kita sucht, die die Praxisphase in der Ausbildung übernimmt, sollte laut Schulleiterin Engelhaus darauf achten, dass sich die Ausbildungsstätte nicht weiter als 30 Kilometer entfernt von der EAH befindet.

Bewerbungen für den Schulstart im September 2026 sind noch bis etwa Ende April möglich. „Je nachdem, wie der Stand der Bewerbungen ist, nehmen wir auch noch bis Juli Schüler auf“, sagt Isabel Engelhaus. Aufgenommen werden pro Schuljahr circa 75 Schülerinnen und Schüler (etwa 25 pro Klasse). Wer die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung erfüllt, erhält eine Einladung zu einer persönlichen Kennenlernrunde, bei der die Bewerber die Möglichkeit haben, sich vorzustellen und ihre persönliche Qualifikation zu zeigen.




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