Schlechte Beschilderung am Bahnhofsvorplatz? Stadtwerke Heilbronn reagieren auf Kritik
Der Bahnhofsvorplatz in Heilbronn ist umgebaut. Neues Gleis, Bushaltestellen teilweise verlegt: Manchen Passagieren fehlt jetzt die Übersichtlichkeit. Darum geht es.
Mit dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes in Heilbronn ist die Unübersichtlichkeit gekommen. Das jedenfalls findet eine Heilbronnerin, die sich an stimme.de gewandt hat. „Fast könnte man meinen, die Heilbronner wollen nur, dass Locals bei ihnen ankommen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern – geplant von jemandem, „der noch nie in einer fremden Stadt vor einem Bahnhof stand und versucht hat, sich zurechtzufinden“.
Worum es der Heilbronnerin geht? In ihren Augen fehlt ein klares Info- und Wegesystem zu den Bussen und Stadtbahnen. Wo fährt welche Linie in welche Richtung ab? „Die Abfahrtsstellen sind nicht eindeutig gekennzeichnet, Nummern oder klare Beschilderungen wären hier wirklich hilfreich.“
Fehlen Schilder? Das sagen die Stadtwerke dazu
„Man könnte natürlich alles beschildern“, sagt Ronald Kipshoven von den Stadtwerken Heilbronn, die dafür zuständig sind. Passagiere kämen aus dem Bahnhof, andere aus der Innenstadt. Der Abteilungsleiter Infrastruktur und Leittechnik fragt deshalb zugleich, wo man anfangen und wo aufhören solle mit Hinweistafeln. „Dann wissen die Leute nicht, wohin sie schauen müssen.“

An den Stadtbahnhaltestellen hängen Übersichtspläne, an den Abfahrtsstellen der Busse zeigen Stelen die Linien an. Passagiere wüssten, ob sie mit der Stadtbahn weitermüssen oder mit einem Bus. Es gebe diese Anlaufstellen, um einen Überblick zu bekommen.
Digitale Anzeigetafeln: Hier kommen Änderungen
In Sachen Beschilderung sind die Stadtwerke beim Bahnhofsvorplatz trotzdem längst nicht am Ende angekommen. An die Haltestellen mit den Stadtbahnen kommen noch Schilder, es fehlen nur noch die Masten. Und auch die digitalen Anzeigen seien in die Jahre gekommen. „Wir müssen sie austauschen“, sagt er. Im Raum steht, in zusätzliche große Bildschirme zu investieren.
Jüngst kritisierte ein Heilbronner gegenüber unserer Zeitung die Signal-Technik, die über die drei Gleise beim Stadtbahnhalt führt. „Insgesamt handelt es sich bei der baulichen Gestaltung um eine bewährte und in vielen Städten gängige Lösung für Fußgängerquerungen im Straßenbahnbereich“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Carina Neumann auf Anfrage.
An die drei Stadtbahn-Gleise kommt noch akustisches Signal
Im Spätjahr geht das dritte Gleis in Betrieb. Dieser Halt soll die Pünktlichkeit verbessern, weil Stadtbahnen, die am Hauptbahnhof enden, nicht immer aufs Abstellgleis fahren müssen. Bei Inbetriebnahme des Gleises gebe es dann auch ein akustisches Signal für Personen, die nicht gut sehen können, so Ronald Kipshoven.
Die Heilbronnerin, die sich für zusätzliche Schilder ausspricht, kritisiert zudem die Ampelregelung an der Bahnhofstraße. „Durch die Verlegung der Busspur auf die andere Straßenseite entsteht eine unsichere Situation“, ist ihre Beobachtung. „Man sieht den Bus die Bahnhofstraße entlangfahren, und viele Menschen rennen dann spontan los, um noch schnell über alle Spuren zu kommen.“
Die Heilbronnerin hat mehrere brenzlige Momente gesehen. „Es gibt dort keine Mittelinsel, die das Überqueren sicherer machen würde.“ Besonders für ältere Menschen oder Reisende mit viel Gepäck sei der Weg vom Bahnhof bis zum Startpunkt der Busse „sehr weit und beschwerlich“.
Ampeln an Bahnhofstraße: Stadt will sich Situation erneut anschauen
Für die Straße ist die Stadt zuständig. „Durch die Verlegung der Busspur hat sich der Weg vom Bahnhof bis zur Bushaltestelle kaum verändert“, findet Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell. „Auch die Fahrbahnbreite im Bereich der Fußgängerampel ist gleich geblieben.“ Eine Mittelinsel als Querungshilfe für die Fußgänger sei aus Platzgründen allerdings nicht mehr möglich wegen der Ausfahrt der Busse aus der westlichen Bahnhofstraße nach links Richtung Innenstadt. „Sie würden über die Querungshilfe fahren.“
Eine sichere Querung für Fußgänger ist für die Stadt wichtig. „Deshalb wurden die Grünphasen an der Fußgängerampel angepasst, so dass genügend Zeit zum Überqueren ist“, sagt Suse Bucher-Pinell. Auch hier sind weitere Änderungen möglich. „Das Amt für Straßenwesen wird sich gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben die Situation nochmal anschauen und Möglichkeiten einer Signalanpassung für Busse und Fußgänger im Sinne einer Synchronisierung prüfen.“
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