Pilzinfektion breitet sich aus: Barbershop-Betreiber aus Heilbronn äußern sich
In Deutschland nehmen Infektionen eines bestimmten Hautpilzes zu. Besonders betroffen sind Kinder und junge Männer, die oft zuvor einen Barbershop besucht haben. Das sagen Heilbronner Betreiber.
Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene infizieren sich mit einer Pilzerkrankung. Besonders auffällig ist, dass viele Betroffene kurz zuvor einen Barbershop besucht haben. Die Infektionen treten vor allem im Nackenbereich und auf der Kopfhaut auf, genau dort, wo Haare geschnitten oder rasiert wurden.
Die Pilzinfektion Trichophyton tonsurans gehört zu einer Gruppe von Fadenpilzen, die sich von Keratin ernähren. Dieser Pilz kann Hautentzündungen verursachen, insbesondere auf der Kopfhaut, erklärt die "Apotheken Umschau". Er kann jedoch auch den gesamten Körper befallen.
Pilzinfektionen in Heilbronn: Das sagen die Betreiber von Barbershops
Auch die Barbershops in Heilbronn machen sich Gedanken über die aktuellen Vorkommnisse. Trotz der akuten Pilzinfektionen sind bei vielen Barbershops in Heilbronn jedoch keine zusätzlichen Hygienemaßnahmen geplant, heißt es auf Anfrage der Heilbronner Stimme. Was ist der Grund dafür? „Die Hygiene war bei uns schon immer die Priorität Nummer Eins“, heißt es von The Gents Barbershop. „Nach jedem Kunden desinfizieren wir unsere Materialien und Maschinen gründlich.“
Auch der Inhaber des NGT Barbershops hat sich mit den Schlagzeilen der aktuellen Problematik auseinandergesetzt. „Hygiene ist auch bei mir immer sehr wichtig gewesen“, heißt es hier ebenfalls auf Anfrage. „Wir haben zusätzlich zum Desinfizieren auch noch Desinfektionstücher für die Sharper und auch die Rasierklingen und Co. werden bei uns direkt nach Gebrauch intensiv desinfiziert.“
Nicht nur auf eine richtige Reinigung lege man bei NGT Barbershop in Heilbronn viel Wert. „Wir besitzen außerdem einen Luftreiniger, der auch schon während der Corona-Zeit zu einer positiven Rückmeldung vom Gesundheitsamt geführt hat“, so der Inhaber. Außerdem sei er generell sehr pingelig, wenn es um Hygiene geht.

Pilzinfektion nach Barbershop-Besuch: Das sind die Infektionswege und Ursprünge des Hautpilzes
Ursprünglich war der Pilz vor allem als „Mattenpilz“ oder „Ringerpilz“ bekannt, da er häufig bei Kampfsportlern durch direkten Hautkontakt übertragen wurde, so die "Apotheken Umschau". „Dabei reibt Haut auf Haut, wodurch der Pilz übertragen wird, oder Hautschuppen mit Sporen fallen auf die Matte. Über kleine Verletzungen können die Sporen in die Haut eindringen und dort keimen“, erklärt Dr. Andreas Maronna, Oberarzt der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen, gegenüber der Zeitschrift.
Heutzutage infizieren sich die meisten Menschen jedoch nicht mehr beim Kampfsport, sondern beim Haareschneiden oder Rasieren. „Wir beobachten viele Fälle von Pilzinfektionen am Kopf, insbesondere im Nacken, wo die Haare ausrasiert werden“, sagt Dr. Petra Wörl, ebenfalls Oberärztin und Leiterin der Ambulanz an der Erlanger Hautklinik, in der "Apotheken Umschau". „Bei Nachfragen stellt sich heraus, dass der Großteil der Patienten in den Wochen zuvor einen Barbershop besucht hat, um sich die Haare oder den Bart rasieren zu lassen.“
Pilzinfektionen durch Haareschneiden: Hygienemaßnahmen in Barbershops
Der Obermeister der Friseur-Innung Heilbronn-Öhringen, Jens Schmitt, erläutert gegenüber der Heilbronner Stimme, dass es einige Hygienemaßnahmen gibt, an die sich Barbershops und auch Friseure halten sollten. Darunter fällt die richtige Reinigung der Maschinen und Materialien nach den einzelnen Kunden. „Wenn alles sauber und gereinigt ist, ist eine Infektionsgefahr so gut wie ausgeschlossen“, so Schmitt. Bis auf das Reinigen der verwendeten Ausstattung gebe es allerdings keine weiteren Hygienemaßnahmen, die Barbershops ergreifen können.
Warum es immer mehr Barber-Shop-Gründer nach Heilbronn zieht, berichtet die Heilbronner Stimme.
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