Untertagedeponie im Bergwerk Heilbronn soll größer werden

Heilbronn  Umweltministerin Thekla Walker besuchte das Bergwerk Heilbronn der Südwestdeutschen Salzwerke. Die geplante Erweiterung der Untertagedeponie war ein Schwerpunkt. Die grüne Ministerin hat dazu eine klare Meinung.

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UEV-Geschäftsführer Andreas Klotzki erläuterte Ministerin Thekla Walker (rechts, mit SWS-Technikvorständin Natascha Groll) die Untertagedeponie. Foto: Heiko Fritze

Auch wenn sie in grauem Hosenanzug kam und damit passend zur Farbe des Salzstaubs - für die Fahrt ins Bergwerk Heilbronn musste sich auch Umweltministerin Thekla Walker mit der neongelben Montur der Bergleute ausstatten. Zwei Stunden verbrachte sie in der Grube und besichtigte die Untertagedeponie sowie den Abbau mit dem Continuous Miner.

Daten zum Suedlink-Kabel

Die Deponie sowie das Suedlink-Kabel, das auf exakt 16,182 Kilometern durch Stollen des Bergwerks verlaufen soll, waren die zentralen Themen des Antrittsbesuchs. Wobei die Ministerin auch als Vertreter der Miteigentümer kam - das Land hält schließlich 49 Prozent der Aktien an der Südwestdeutschen Salzwerke AG. Technik-Vorständin Natascha Groll übernahm die Führung zusammen mit Andreas Klotzki, Geschäftsführer der Entsorgungssparte UEV, und Robby Schmidt, Bereichsleiter Steinsalz und somit quasi Direktor des Bergwerks.

 

Für das Suedlink-Kabel sind die Planungen bereits weit fortgeschritten, berichtete Schmidt: Der Verlauf steht schon fest, nötig sind noch die Genehmigungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens. 8005 Meter soll das Kabel in einem Graben im Stollenboden verlegt werden, 6708 Meter werden in einem durch Betonbauwerke abgeteilten Kanal verlegt und für die Zugänge zu den neuen Stollen bei Leingarten und Kochendorf müssen 1469 Meter horizontal gebohrt werden. Die Schächte sollen einen Durchmesser von fünf Metern haben und künftig auch zur Bewetterung, also Luftversorgung der Grube, sowie als Flucht- und Rettungsweg genutzt werden.

Zweite Fläche für Deponie in Vorbereitung

Die Untertagedeponie, in der unter anderem mit Schwermetallen belastete Filterstäube aus der Müllverbrennung eingelagert werden, soll in den nächsten Jahren erweitert werden. Vorgesehen ist dafür eine Fläche, die unter dem Nordwesten von Obereisesheim liegt. Zurzeit wird dort Salz abgebaut und damit der nötige Hohlraum erst geschaffen. "Das Suedlink-Kabel wird in ausreichender Entfernung verlaufen", sagt Schmidt. Die Einlagerungen gehen seit 1986 in einem abgetrennten Bereich vor sich. Außerdem werden die Grube Kochendorf und nicht mehr benötigte Teile der Grube Heilbronn verfüllt. Während etwa 30.000 Tonnen pro Jahr auf die Deponie kommen, werden etwa 900.000 Tonen für die Verfüllung der Hohlräume verwendet.

 

"Beides sind extrem wichtige Projekte für Baden-Württemberg", sagte Thekla Walker. Die Verlegung von Suedlink durchs Bergwerk sei "eine geniale Idee". Und die Deponie sei nötig, auch wenn Recycling für die Landesregierung stets im Vordergrund stehe. "Es geht um eine kleine Menge, die sicher für lange Zeit versorgt werden muss."

Umweltschützer protestieren

Umweltschützer sehen dies kritisch. Vor dem Unternehmen protestierten Franz Wagner von der Bürgerinitiative Gegengift und Linken-Gemeinderat Erhard Jöst gegen die Einlagerung. Sie bezweifeln, dass das Bergwerk lange sicher ist. Jöst will geklärt haben, ob durch die jüngsten starken Regenfälle Wasser ins Bergwerk eingedrungen ist.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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