Das sind die Hygiene-Konzepte der Freibäder in der Region

Region  Die Badesaison beginnt: zumindest in den meisten Freibädern in der Region und mit einigen Einschränkungen. Auch das Schwimmen in Badeseen ist ab Montag wieder erlaubt. Die DLRG warnt jedoch, dass viele von ihnen noch unbewacht sind.

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Foto: Jurapix/stock.adobe.com

Sommer, Sonne, Badezeit! Auch wenn das Wetter Anfang nächster Woche wohl noch nicht ideal sein wird: Am Montag beginnt fast überall in der Region die Freibadsaison. Wegen der Corona-Pandemie ist der Badebetrieb allerdings nur unter Auflagen möglich. Wie genau die Bestimmungen umgesetzt werden und wie viele Gäste eingelassen werden dürfen, hängt von Faktoren wie der Größe der Freibäder ab.

In Heilbronn geht es zunächst nur in der Neckarhalde wieder los, die Freibäder Gesundbrunnen und Kirchhausen folgen am 22. Juni und am 13. Juli. Ihr Corona-Konzept: Die Öffnungszeiten werden in zwei Bade-Zeitfenster aufgeteilt. Das soll es möglich machen, die Besucherzahlen zu verteilen und Abstandsregeln zu erfüllen. Bis zu 500 Gäste dürfen in die Neckarhalde, Aufsichtspersonal soll die Einhaltung der Regeln überwachen.

Zeitfenster gibt es fast überall

Die Hygiene-Konzepte der Freibäder, die am Montag öffnen, sehen in vielen Punkten ähnlich aus. So wird es auch in Leingarten und Schwaigern Zeitfenster zum Baden geben. Eintrittskarten für das Neckarsulmer Ernst-Freyer-Bad kann man, wie fast überall, nur online reservieren, damit die Besucherzahl pro Badeschicht gesteuert werden kann. Zwischen den Schichten gibt es vielerorts, wie im Weinsberger Freibad, Pausen, in denen keine Gäste auf dem Gelände sein dürfen. In diesen Zeiten sollen Reinigung- und Desinfektionsarbeiten durchgeführt werden.

Zudem bleiben an den meisten Standorten die Attraktionen gesperrt. Im Solefreibad in Bad Friedrichshall bedeutet das: kein Wellenbetrieb, keine Sprunganlage, Wasserrutsche oder Beachvolleyball.

Live-Ticker zeigt in Gemmingen an, ob es noch freie Plätze gibt

Nur im Gemminger Freibad gibt es keinen Schichtbetrieb. Hier werden ausschließlich Gäste eingelassen, die online eine Saisonkarte gekauft haben. Menschen aus der Umgebung Gemmingen, Stebbach, Ittlingen oder Eppingen werden bei der Kartenvergabe bevorzugt behandelt, ebenso wie Stammgäste. Kassierer gibt es dieses Jahr keine, die Tickets werden am Eingang gescannt. So kann nachvollzogen werden, wer wann und wie lange im Freibad war. "Außerdem wird es auf unserer Homepage einen Live-Ticker geben, über den man sehen kann, wie viele freie Plätze es im Moment im Freibad gibt", erklärt der stellvertretende Amtsleiter Lukas Kuhn. Das soll lange Schlangen vor dem Eingang verhindern.

 

An den Badeseen in der Region ist es ab Montag ebenfalls wieder erlaubt, auf der Wiese zu liegen, zu baden oder zu grillen. Die Corona-Verordnung legt zwar auch Regeln für Seen fest, allerdings gelten diese nur für Badeseen mit kontrolliertem Zugang. Stadt- und Landkreis Heilbronn haben beschlossen, dass Badeseen ohne kontrollierten Zugang daher ohne Auflagen öffnen dürfen. Dazu zählen zum Beispiel der Breitenauer See, die Ehmetsklinge, der Katzenbachstausee und der Elsenzer sowie der Mühlbacher See. An diesen Badestellen gelten demnach lediglich die üblichen Abstands- und Hygieneregeln.

DLRG empfiehlt, nur zu Seen mit Badeaufsicht zu gehen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG sieht mit der Öffnung der Badeseen auch Risiken verbunden: "Wir sprechen eine Empfehlung für Gäste aus, nur dort zu schwimmen oder Wassersport zu betreiben, wo es eine Badeaufsicht gibt", sagt Florian Krugmann, Einsatzleiter der DLRG Heilbronn. Es sei beunruhigend, dass viele Badeseen in der Region ihre Sperrung aufheben würden, ohne an die Aufsichtspflicht zu denken.

Informationen online
Manche Freibäder verkaufen Einzeltickets nach Zeitfenstern, andere erlauben den Eintritt nur mit Saisonkarte. Wer ins Freibad will, sollte sich vorher informieren, welche Regeln dort gelten. So entstehen keine Warteschlangen und man wird sicher eingelassen. Alle wichtigen Informationen zu den Corona-Regeln sind meist auf den Webseiten der Freibäder zu finden.

Die Gemeinde Obersulm bestätigt, dass der Breitenauer See zunächst ohne Wachdienst öffnen werde. Ein Schild weise darauf hin, dass das Baden auf eigene Gefahr erfolge. Die DLRG ist mit der Gemeinde im Gespräch, allerdings gibt es ihrer Ansicht nach noch einiges vorzubereiten. "Wir brauchen genügend Mundschutz, auch FFP2-Masken, falls wir Patienten behandeln müssen. Und wir müssen unser Personal schulen, wie der Einsatz in Corona-Zeiten funktioniert. Das braucht Vorlauf", sagt Krugmann.

Für Badebegeisterte bedeutet das: Vorsicht und Umsicht sind dieses Jahr ganz besonders gefragt. Nicht nur bei der Einhaltung der Corona-Regeln, sondern auch bei der Badesicherheit.


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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