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Risikogebiet Landkreis Heilbronn
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Übertragung von Krankheiten: Was Zecken so gefährlich macht

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Im Sommer sind Zecken sehr aktiv – und können schwere Krankheiten übertragen. Der Landkreis Heilbronn und der Hohenlohekreis sind FSME-Risikogebiete. Wichtige Infos, die man wissen sollte.


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Er ist klein und unscheinbar, kann aber ganz schön gefährlich sein: der gemeine Holzbock. Das ist die häufigste Zeckenart in Deutschland. Die Spinnentiere sind blutsaugende Parasiten und können Krankheiten wie zum Beispiel Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Das Risiko ist in diesen warmen Sommertagen besonders hoch, zumal ganz Baden-Württemberg als Risikogebiet für FSME gilt – bis auf den Stadtkreis Heilbronn.

Warum das seit Jahren so ist, kann niemand erklären. Fakt ist, dass die Erkrankungszahlen, die das Robert-Koch-Institut für seine Risikobewertung heranzieht, in Heilbronn gering sind. "Ein Kreis gilt als FSME-Risikogebiet, wenn in einem Zeitraum von fünf Jahren mehr als fünf FSME-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert werden", heißt es auf der Internetseite des Zecken-Radars. Der Status als FSME-Risikogebiet gelte für 20 Jahre. 

Hohes Zeckenrisiko im Südwesten: Tiere können FSME und Borreliose übertragen

Welche Folgen kann ein Zeckenbiss haben?

Zecken übertragen aber nicht nur FSME, sondern auch Lyme-Borreliose. Während FSME eine Viruserkrankung ist, die in besonders schweren Fällen zu Hirnhautentzündungen und Lähmungen führen kann, ist eine Lyme-Borreliose von Bakterien verursacht. "Sie äußert sich durch grippeähnliche Symptome und kann in der Regel mit einem geeigneten Antibiotikum gut behandelt werden", informiert das Landratsamt Heilbronn. Bei unzureichender Behandlung könne die Krankheit allerdings zu chronischen Beschwerden führen. Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen die Lyme-Borreliose bislang keine Impfung.

Wann ist das Zeckenrisiko hoch?

Die Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden, ist in Deutschland zwischen März und Oktober am größten. Zum einen halten sich die Menschen in dieser Zeit mehr draußen auf als im Winter, zum anderen sind die Tiere laut Landratsamt bei Temperaturen ab etwa fünf Grad aktiv. "Sie stechen bevorzugt am Vormittag und frühen Abend". Während sehr trockener und heißer Phasen im Sommer, würden sich die Zecken jedoch in der Erde vergraben, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. Üblicherweise kämen Zecken vor allem im hohen Gras, Unterholz, in Gebüschen und Wäldern vor. Beliebte Stellen, an denen Zecken stechen, seien feuchtwarme und dunkle Körperstellen wie Kniekehlen, Leistenbeugen, Achselhöhlen und der Haaransatz.

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Der beste Schutz vor Zeckenstichen ist laut Landratsamt Heilbronn, bei Aufenthalten in der Natur, helle, lange Kleidung zu tragen, die den Körper vollständig bedeckt.  Nach einem Aufenthalt im Freien sollte die Kleidung gut ausgeschüttelt und der gesamte Körper gründlich auf Zecken untersucht werden.  Zudem sollten sich Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten oder leben, entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegen FSME impfen lassen. Bei erwachsenen Personen sollte die Impfung alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Das RKI informiert in einem aktuellen Bericht, dass die Mehrzahl (99 Prozent) der 2023 übermittelten FSME-Erkrankten gar nicht oder unzureichend geimpft gewesen sei. "Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte wahrscheinlich durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden", heißt es dort weiter. 

Was tun bei einem Zeckenbiss?

Eine festgesaugte Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden, rät das Landratsamt. Hierbei sei es wichtig, die Zecke mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte so nah wie möglich an der Haut zu fassen und vorsichtig, gerade herauszuziehen. Die Zecke dürfe nicht gequetscht werden. Von Hausmitteln wie Öl oder Klebstoff werde dringend abgeraten. Nach der Entfernung solle die Stichstelle desinfiziert werden.  Nach dem Entfernen der Zecke, sollte die Einstichstelle in den folgenden Tagen beobachtet werden. Bei Anzeichen einer Wanderröte (ein roter Ring um die Einstichstelle) sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies kann ein Anzeichen für eine Borreliose sein. 

Zecken breiten sich aus: Zwei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

Wie das RKI mitteilt, sind dieses Jahr zwei neue FSME-Risikogebiete hinzugekommen, die beide an bekannte Risikogebiete grenzen: "In Brandenburg kommt mit dem Stadtkreis Frankfurt (Oder) ein viertes Risikogebiet hinzu, in Thüringen der Landkreis Altenburger Land." Somit seien aktuell 180 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 475 FSME-Erkrankungen übermittelt, die die Referenzdefinition des RKI erfüllten. Dies entspricht einer Abnahme von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. 

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