Kürzungen durch Kommunen: Wo bleiben die Millionen für Kinder und Kultur?
Den Kommunen steht das Wasser bis zum Hals. Nun wird bei der Schulsozialarbeit und dem Theater auf dem Land gestrichen, die ohnehin keine starke Lobby haben.

Doppel-Wumms, Klima-Milliarde, Sondervermögen: Wenn es um die große Politik geht, scheinen große Summen kein Problem zu sein. Wo bleibt die Kinder-Milliarde oder der Extra-Wumms fürs Theater auf dem Land? Hier scheint die Lobby schwach zu sein, der Protest nur aus leisen Stimmen zu bestehen.
Dabei sind die Unterstützung der Schulsozialarbeit, präventives Theater oder Wettbewerbe wie die „Kreativen Köpfe“ Investitionen in die Zukunft. Klar, wenn Krieg ist, braucht man eh kein Geld mehr für Bildung oder Klimaschutz, könnte man zynisch argumentieren.
Wenn Krieg ist, bleiben dann Bildung oder Klimaschutz auf der Strecke?
Falsch gedacht: Gerade damit die Zukunft besser wird, muss jetzt angepackt werden. Verbände ohne Lobby, meist ehrenamtlich geführte Organisationen, tragen viel dazu bei, dass Kultur überhaupt noch stattfinden kann, dass Bildung mehr ist als nur Lesen, Schreiben und Rechnen.
Die derzeit gerade wieder vom Sparkassenwirt Manuel Hagel bemühte schwäbische Hausfrau zeigt auf: Wenn der Geldbeutel leer ist, kann man auch nichts ausgeben. Den Kommunen, denen das Wasser bis zum Hals oder auch schon knapp darüber steht, jetzt den Schwarzen Peter zuzuschieben, weil wie in Bad Friedrichhall Mitgliedschaften bei der Badischen Landesbühne und anderswo gekündigt werden sollen, ist der falsche Weg. Ohne bessere Finanzierung müssen Städte und Gemeinden überall kürzen. Das wird dann besonders auffallen, wenn es solche niederschwelligen Angebote nicht mehr gibt.
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