Stimme+
Großer Organisationsaufwand
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

500 Jahre Bauernkrieg: Weinsberg zeigt „Blutostern 1525“ mit Schauspiel und Markt

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Im Büro von Kulturamtsleiterin Maria Wagner dreht sich derzeit alles um den Bauernkrieg. Am Samstag, 3. Mai, wird mit dem „Sturm auf Weinsberg“ ein bislang einmaliges Spektakel in der Stadt aufgeführt.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Stadtbaumeister Nicholas Rautenberg steckt den Kopf zur Tür herein. Maria Wagner nagelt ihn gleich fest: „Wir brauchen für Samstag zwei Megafone. Wo kann ich die abholen?“ Währenddessen piepst das Handy. Renate Lindner-Klodt ist dran. Die frühere Ballettschul-Inhaberin koordiniert das historische Schauspiel, das ab 14 Uhr am Grasigen Hag aufgeführt wird, zusammen mit Reiner Kern vom Verein Jaekleins Spiesse.

Veranstaltung „Blutostern 1525 – Aufstand zwischen Sulm und Weibertreu“

Auch Lindner-Klodt muss dringend noch was wissen. In der Zwischenzeit gehen mehrere Mails bei Maria Wagner ein. Bestimmt ist eine von Stephanie Klein darunter. Die Stadtarchivarin ist die zweite Schaltstelle im Weinsberger Rathaus für das dreitägige, interkommunale Veranstaltungswochenende unter dem Motto „Blutostern 1525 – Aufstand zwischen Sulm und Weibertreu“.

Auf einem Flipchart hat Kulturamtsleiterin Wagner wichtige Stichworte notiert. WCs steht zum Beispiel drauf. Ist geklärt: Neben den Toiletten auf dem Grasigen Hag und am Rathaus werden auch die Klos in der Hildthalle geöffnet. Auf der Burgruine Weibertreu stehen mobile Toiletten bereit.

 500 Jahre Bauernkrieg: Burguine Weibertreu wird am Wochenende belebt

Es ist ja nicht nur das historische Spektakel, an dem neben Jaekleins Spiesse auch die Schützengilde Neckarsulm, der Theaterverein Weinsberg und der Männerchor mitwirken – rund 200 Darsteller. Von Freitag bis Sonntag erwecken zudem die Schlosswache Kirchhausen und die Sulzfelder Burgwehr die Burgruine zum Leben. Und am Samstag und Sonntag ist rund um die Johanneskirche Handwerker- und Bauernmarkt mit elf Markt- und zehn Verzehrständen und mit umfangreichem Rahmenprogramm.

Wenn am Samstag, 3. Mai, um 14 Uhr am Grasigen Hag das historische Schauspiel „Sturm auf Weinsberg“ beginnt, haben die Aufständischen schon etwas hinter sich: Am Freitag, 2. Mai, zeigen sie auf dem Gelände der Schützengilde in Neckarsulm (In der Hälde 5), von 10 bis 18 Uhr, wie es in einem Bauernheer zuging. Am Samstagmorgen marschieren sie, wie vor 500 Jahren, über Binswangen und Erlenbach gen Weinsberg, wo die Tat nachgespielt wird, die als Blutostern einen Wendepunkt im Bauernkrieg darstellte. Wer will, kann sich um 10 Uhr dem Marsch ab Neckarsulm anschließen. Infos zu historischen Hintergründen sowie alle Details zur insgesamt dreitägigen, interkommunalen Veranstaltung „Blutostern 1525 – Aufstand zwischen Sulm und Weibertreu“ und zu Parkmöglichkeiten findet man unter www.weinsberg.de, www.neckarsulm.de und www.erlenbach-hn.de.

Die Stadtverwaltung soll möglichst alles im Blick haben, ein Sicherheitskonzept wurde erstellt, es wird Rücksprache mit der Polizei gehalten, mit dem vierköpfigen Gemeindevollzugsdienst, mit dem Baubetriebshof – aber niemand kennt die Antwort auf die entscheidende Frage: Wie viele Besucher werden kommen?

Vor zwei Wochen, als „nur“ der neu gestaltete Lindenplatz – der historische Ort des Weinsberger Blutosterns – eingeweiht wurde, waren es schon mehrere hundert. An diesem Wochenende ist ein Vielfaches geboten. Maria Wagner hofft, dass möglichst viele Besucher Bus und (Stadt-)Bahn nutzen, aufs Fahrrad steigen oder laufen. Die Stadt könne keine zusätzlichen Parkplätze herbeizaubern, und ein Teil des Parkplatzes am Grasigen Hag ist gesperrt. „Zu Fuß dauert es vom Bahnhof nur etwa zehn Minuten“, wirbt Wagner für diese Variante, während es schon wieder piepst. Das Festnetz dieses Mal. Schilder werden den Weg zum Grasigen Hag weisen.

„Sturm auf Weinsberg“: Es wird extra ein Stadttor aufgebaut

Dort soll an diesem Mittwoch das zwölf Meter lange und vier Meter hohe Stadttor aufgebaut werden, das die aufständischen Bauern am Samstag stürmen: Laut Wagner stellt eine Firma ein Gerüst auf, in das ein hölzernes Tor eingehängt wird. Übrigens wird Graf Helfenstein auch auf dem Grasigen Hag zu Tode gespießt – symbolisch, versteht sich – und nicht wie 1525 auf dem Lindenplatz. Den Ort mitten in der Aufführung zu wechseln, das wäre dann doch zu aufwendig.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben