US-Strafzölle auf Wein drohen: Deutsche Winzer sind Bauernopfer
Präsident Trumps Strafzölle für Wein-Import in die USA von 200 Prozent würden das Wein-Preisdumping befeuern, meint unser Autor.
Als hätten die Winzer nicht schon genügend Sorgen: sinkender Weinkonsum, steigende Produktionskosten, weltweite Überproduktion bis hin zum neuzeitlichen Phänomen der Stigmatisierung von jeglichem Alkohol. Jetzt drohen sie auch noch zum Bauernopfer in dem von Donald Trump vom Zaun gebrochenen Handelskrieg zwischen den USA und Europa zu werden. Käme es tatsächlich so, wie der wild um sich schlagende und alles zerschlagende US-Präsident will, nämlich eine Verteuerung der EU-Weinimporte um 200 Prozent, würde einer der wichtigsten Importmärkte überhaupt für Europas Weinwirtschaft wegbrechen. Die Folgen wäre fatal.
Höhere Zölle auf Wein würden Preisverfall vorantreiben
Nicht nur für die direkt betroffenen Winzer, die einen wichtigen Absatzmarkt verlören, sondern für die Weinbranche insgesamt. Denn die „überflüssigen“ Mengen würden den Markt zusätzlich belasten, die weltweite Übermengenproblematik weiter verschärfen und den Preisverfall vorantreiben: gerade in den deutschen Supermarktregalen, wo sich viele Verbraucher weniger an der Qualität, sondern oft allein am möglichst billigen Preis orientieren – ohne die Folgen für die heimischen Weingärtner, unsere Landschaft, unsere Genusskultur zu bedenken.
Noch ist das letzte Wort in der Zollfrage noch nicht gesprochen. Bis dahin bleibt den Winzern nicht viel mehr übrig als abzuwarten - oder wie es einer mit Galgenhumor auf den Punkt brachte: Abwarten und Tee, beziehungsweise Wein trinken.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare