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Meinung zum Etat der Stadt 

Schwierige finanzielle Situation: Weckruf in Weinsberg

  
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Die finanzielle Situation Weinsbergs erfordert ein hartes Vorgehen, das sehr wehtun wird, fürchtet unsere Autorin.

Das Geld sitzt bei der Stadt Weinsberg alles andere als locker.
Das Geld sitzt bei der Stadt Weinsberg alles andere als locker.  Foto: Stock.adobe.com

Jammern, mahnen, warnen: Das können Kämmerer gut. Gemeinderäte und die eigene Verwaltung zu Sparsamkeit und Sensibilität fürs Monetäre anzuhalten, gehört sozusagen zum Berufsbild kommunaler Finanzexperten. Besonders schwarz sieht nun der stellvertretende Weinsberger Amtsleiter, der schon längere Zeit mangels besetzter Spitze das Finanzwesen führt. Die eindringlichen Appelle des städtischen Geldverwalters bedeuten jedoch nicht, dass Gert Egner ein übertrieben vorsichtiger Vertreter seiner Spezies wäre. Die Schilderungen des erfahrenen Kämmerers sind vielmehr als Warnung und Weckruf zu verstehen: Leute, die Lage ist ernst, auch im beschaulichen Weinsberg. Kollegen im Rathaus, Stadträte, Bürger: Verabschiedet euch von bisherigen Standards. Wir können sie nicht mehr halten.

Weinsberg ächzt wie alle Kommunen

Berechtigterweise rufen Städte und Gemeinden seit einiger Zeit laut um Hilfe. Wie alle Kommunen ächzt Weinsberg unter einer zunehmenden Aufgaben- und Ausgabenlast in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die meisten Probleme der Weibertreustadt sind nicht hausgemacht. Dennoch: Dass es dunkel wird am Finanzhimmel, zeichnet sich schon seit längerer Zeit ab. Und so fragt man sich: Warum wurde in Rathaus und Gemeinderat nicht schon viel früher wesentlich konsequenter gegengesteuert?

Für die Zeit ab 2027 sind radikale Einschnitte notwendig. Sie werden wehtun. Die große Herausforderung wird sein, die Schnitte präzise und wirksam zu setzen, ohne Grundsätzliches aufs Spiel zu setzen. Oder wie es Bürgermeisterin Birgit Hannemann im Gemeinderat postulierte: ohne den Kern, die DNA der Stadt, aus den Augen zu verlieren. So viel ist sicher: Ein Spaziergang wird das nicht.

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