USA will Einreisebestimmungen ändern: Das sagen Reisebüros aus der Region Heilbronn dazu
Die Vereinigten Staaten planen die Pflichtangaben beim Einreiseantrag Esta deutlich auszuweiten. Reisbüros aus der Region Heilbronn glauben, dass sich das auf die Nachfrage auswirken würde.
Die US-Grenzschutzbehörde will Touristen bei der Einreise künftig dazu verpflichten, ihre Social-Media-Konten offenzulegen. Bisher war das freiwillig. Einreisende müssten den Grenzbeamten dann ihre Beiträge in sozialen Netzwerken aus den letzten fünf Jahren zugänglich machen, heißt es in einem Änderungsvorschlag, den die Behörde vorgelegt hat. Das Dokument ist noch nicht rechtskräftig, sondern steht im Bundesregister der USA zunächst zur Diskussion.
USA plant Änderungen bei Einreisebestimmungen zum „Schutz der USA vor ausländischen Terroristen“
Eine solche Regelverschärfung beträfe Besucher, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA kommen. Das Esta ist die gängige, visumfreie Genehmigung für Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die zum Visa Waiver Program (VWP) zählt. Der Aufenthalt in den USA ist damit für maximal 90 Tagen erlaubt.

Der Vorschlag sieht außerdem, „when feasible“ – „wenn machbar/praktikabel“, die Angabe aller genutzten Telefonnummern der vergangenen fünf Jahre und aller genutzten E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre vor. Dazu sollen noch einige weitere persönliche Daten erhoben werden, darunter Kontaktdaten von Eltern, Geschwister oder Verwandten. Außerdem plant die Grenzschutzbehörde, dass der Esta-Antrag nur noch über die mobile App gestellt werden kann, ein Antrag über die Webseite soll nicht mehr möglich sein.
Die geplante Änderung begründet die US-Behörde mit dem „Schutz der USA vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen für die nationale und öffentliche Sicherheit“. Die verpflichtende Überprüfbarkeit der Social-Media-Aktivitäten ist Teil eines größeren Pakets, das eine umfassende Datensammlung zur Nachverfolgung von Ein- und Ausreise regeln würde, wenn es denn so in Kraft tritt.
USA will Einreise-Regeln ändern: Güglinger Reisebüro glaubt an Auswirkungen auf Nachfrage
Maria Langjahr vom Reisebüro Langjahr in Güglingen geht davon aus, dass die neuen Regelungen, sollten sie denn durchkommen, das Esta-Verfahren „mit Sicherheit“ verkomplizieren werden. Aber auch gegenwärtig sei Esta keine einfache Angelegenheit. „Ich habe schon erlebt, dass es ewig dauert. Wir konnten dann auch nicht festmachen, woran es liegt“, sagt die Geschäftsführerin.
Die Flüge seien näher gerückt und die Genehmigung ließe auf sich warten, berichtet sie. Abgelehnt worden sei bisher aber noch nie ein Esta von Reisenden, die bei Langjahr gebucht haben. Die politischen Spannungen mit den Vereinigten Staaten haben auch bisher schon merkliche Auswirkungen auf die Nachfrage nach US-Reisen bei Maria Langjahr gehabt. Sie hält es für wahrscheinlich, dass der Reisemarkt im Fall der neuen Esta-Regeln weitere Auswirkungen für Reisen in die USA spüren wird.
Plan neuer Einreisebestimmungen: Schon jetzt buchen Kunden in Heilbronner Reisebüro USA-Reisen um
Auch Silvia Schmitt beschreibt Esta als „schon immer relativ umfangreich“. Die Büroleiterin Urlaubsreisen bei Reisebüro Gross Lufthansa City Reisen in der Heilbronner Kaiserstraße berichtet von Kunden, die bereits jetzt gebuchte Reisen in die Vereinigten Staaten umbuchen. Das hänge mit dem politischen Klima – explizit Trump – zusammen, sagt sie.
Sollte der Esta-Antrag noch umfangreicher werden, hält sie es für möglich, dass zum Beispiel ältere Menschen, die ihren Einreiseantrag selbst stellen, an ihre Grenzen stoßen. Bereits geltende neue Einreisebestimmungen für die USA bekommt sie schon jetzt zu spüren – zum Beispiel aktuell bei Kreuzfahrten, so Schmitt. Die Büroleiterin glaubt, dass weitere Verschärfungen sich auf den US-Reisemarkt auswirken würden.
USA und Ausländer: Regierung mit rigorosem Kurs
Auch die Behörde für Einwanderung und Einbürgerung (USCIS) hatte angekündigt, Immigranten bei der Antragsstellung auf mögliche „antiamerikanische“ Äußerungen im Internet zu überprüfen. Die Regierung unter Präsident Donald Trump geht rigoros gegen Einwanderer vor, die sich ohne gültigen Aufenthaltsstatus in den USA aufhalten. (sbi/dpa)
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