Rätsel in Gundelsheim: Was war das unbekannte Flugobjekt am Nachthimmel?
Eine Zeugin macht eine merkwürdige Sichtung: Ein seltsames, sternfarbiges Objekt steht in Gundelsheim am Himmel. Bunte Lichter drehen sich um den Flugkörper. Und plötzlich steigt es nach oben und verschwindet.
Das war ganz schön befremdlich: Als eine Gundelsheimerin am späten Montagabend in den südlichen Nachthimmel blickt, macht sie eine ungewöhnliche Beobachtung, die sie sich nicht erklären kann. „Von 21 Uhr bis 0.20 Uhr stand in großer Höhe ein rundes sternfarbiges, helles Objekt am Himmel, ohne seine Position zu verändern“, schildert die Zeugin. „Fast dreieinhalb Stunden lang hielt es seine Position. Aufmerksam geworden bin ich durch das Blinken.“
Die Gundelsheimerin schnappt sich ein Fernglas und sieht, „dass sich blaue, rote und grüne Lichter im Wechsel sowohl vertikal als auch horizontal um das Objekt drehen“. Dann, einige Minuten nach Mitternacht, die Überraschung: „Gegen 0.20 Uhr entfernte sich das Objekt mit großer Geschwindigkeit, indem es in Richtung Osten aufstieg.“
Objekt über Gundelsheim gesichtet: War es ein Ufo?
Was flog da nachts über Gundelsheim? Klar ist: Solange die Herkunft von Flugkörpern nicht abschließend geklärt ist, sind diese unidentifizierte Flugobjekte – also Ufos. Dieser Begriff ist völlig wertfrei und hat keineswegs zwangsläufig mit einem außerirdischen Besuch zu tun, sondern betont einfach die ungeklärte Sachlage.

Mit ihren Beobachtungen wendet sich die Gundelsheimerin auch an die Ufo-Meldestelle Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) in Lützelbach im Odenwaldkreis. Deren Betreiber, Hansjürgen Köhler, hat angesichts der Beschreibung gleich einen Verdacht: „Aufgrund der Blink-Lichter und des raschen Verschwindens, vermute ich, dass es sich um eine Drohne handelt.“
Ufo in Gundelsheim: Polizeidrohne scheidet aus
Zunächst fiel Köhlers Verdacht auf eine Polizeidrohne, da der „Mannheimer Morgen“ im Zusammenhang mit verdächtigen Vorkommnissen am Montag in Gundelsheim von einer aufwendigen Polizei-Fahndung berichtet hatte. Auf Nachfrage bei der Heilbronner Polizei erklärt Sprecher Andreas Blind allerdings, dass im betreffenden Zeitraum keine Polizeidrohnen im Einsatz gewesen seien. Köhler: „Angesichts der Beschreibung scheiden Polarlichter und Sterne aus – das passt nicht.“
Bei der Deutschen Flugsicherung in Langen hat man keine verdächtigen Bewegungen am späten Montagabend am Himmel über Gundelsheim festgestellt. „Die Beschreibung und das plötzliche Verschwinden passen zu den typischen Flugbewegungen einer Drohne“, erklärt Sprecherin Tanja Frisch. Helikopter oder großflächige Polarlichter schließt Frisch ebenfalls aus.
Fast alle Ufo-Sichtungen lassen sich identifizieren
Grundsätzlich stellt Tanja Frisch erhöhte Wachsamkeit der Bürger in Bezug auf Flugobjekte fest. Auch aufgrund der aktuellen Weltlage. Auch Tobias Müller, Geschäftsführer der Robert-Mayer-Sternwarte in Heilbronn, kann keine endgültige Identifizierung des Flugkörpers über Gundelsheim vornehmen. Allgemein erklärt her: „Rätselhafte Sichtungen sind oft auf die hell leuchtende Venus am Abendhimmel oder auf die Internationale Raumstation (ISS), die die Erde alle 90 Minuten komplett umkreist, zurückzuführen.“
Bei CENAP sind bislang insgesamt 13.437 Meldungen zu Sichtungen eingegangen, die sich die jeweiligen Zeugen nicht erklären konnten. Die Hinweise kamen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Köhler: „Davon sind nur 93 Ereignisse wirklich ungeklärt.“ Könnte es sich um außerirdische Kontaktaufnahme halten? Hansjürgen Köhler lacht und sagt: „Diese Sichtungen sind ungeklärt, weil die Datenlage zu mangelhaft ist. Die Zeugen können beispielsweise den Sichtungsort oder die Uhrzeit nicht mehr nennen, weil das Geschehen schon zu lange her ist.“ Dann lassen sich die Ereignisse auch nicht mit nachvollziehbaren Flugbewegungen abgleichen.
Sternschnuppen als mitunter einzige außerirdische Besucher
Im Gundelsheimer Fall geht Köhler „zu 99 Prozent“ von einer Drohne – vermutlich von einer Industriedrohne – aus. Bis zur endgültigen Identifizierung handelt es sich streng genommen weiterhin um ein Ufo. „Außerirdischen Besuch haben wir ab und zu aber dennoch“, sagt Köhler. „Sternschnuppen sorgen bei nächtlichen Beobachtern immer wieder für Verzückung.“ Und dem Aberglauben nach, werden dann sogar Träume wahr, wenn sich der Beobachter bei Anblick des Schweifs etwas wünscht.
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