Helfer retten Greifvogel-Küken in Bad Rappenau aus misslicher Lage
Die Tierrettung Unterland rückte am Sonntag nach Bad Rappenau zu einer Befreiungsmission aus. Nach dem Tod eines Mäusebussard-Weibchens retteten die Helfer aus einem Baumnest zwei Küken.

In Bad Rappenau haben am Sonntagmittag Helfer von der Tierrettung Unterland zwei Greifvogel-Küken aus misslicher Lage befreit. Die Küken werden nun in der Greifvogel-Pflegestation des NABU in Bad Friedrichshall versorgt.
Bereits vor zwei Tagen hatten Zeugen am Dobach zwischen Bad Rappenau und Zimmerhof ein totes Mäusebussard-Weibchen gemeldet. Es wies sogenannte Brutflecken auf. Helmut Weber von der NABU-Greifvogel-Pflegestation entdeckte vor Ort in der Nähe ein Nest - in einer Höhe von knapp 20 Metern in einem Baum am Dobach.
Greifvogel-Küken in Bad Rappenau von Tierrettung Unterland aus Nest befreit
Jan Franke von der Tierrettung Unterland schildert, er habe bereits am Samstag versucht, mit spezieller Ausrüstung auf den Baum zu klettern. Er habe das Nest aber nicht erreichen können, da der Baum in der Höhe morsch gewesen sein. Franke musste abbrechen. Die Sache habe ihm keine Ruhe gelassen, weshalb er am Sonntag gegen 12 Uhr mit einer Hubarbeitsbühne anrückte. Diesmal erreichte Franke das Nest. „Mission geglückt“, sagt der 33-Jährige.
Zwei Mäusebussard-Küken seien zwar unterernährt und stark unterkühlt gewesen, inzwischen aber unter einer Wärmelampe „quietschfidel“. Ein weiteres Küken war bereits am Samstag am Boden gefunden worden und hatte sich wohl auch aufgrund des Sturzes verletzt. Es überstand den Sonntag laut Franke nicht. Die beiden überlebenden Küken wären ebenfalls „sicher dem Tod geweiht gewesen“, sagt Jan Franke.
Anwohner unterstützen Tierretter in Bad Rappenau bei mehrstündigem Einsatz
Es sei ein tolles Teamwork zur Rettung der Tiere gewesen, freut sich Franke. Insbesondere sei er glücklich, dass er die Hubarbeitsbühne von einer Heilbronner Firma unkompliziert und unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Auch Anwohner des nahe gelegenen Wohngebiets hätten sie beim mehrstündigen Einsatz mit Verpflegung unterstützt. Franke: „Dieser Einsatz beweist uns wieder einmal: Aufgeben ist keine Option.“
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