Ausnahmezustand in Leingarten: Hochwasser und Brand nach Stromausfall
In Leingarten führte ein Stromausfall nach Tiefbauarbeiten zu einem Hochwasser im Museum und einem Brand in einem Wohnhaus. Die Reparaturen am Kabel dauerten rund sechs Stunden lang.
Die Bezeichnung Ausnahmezustand trifft es recht gut für das, was sich am vergangenen Donnerstag (27. November) in Leingarten ereignete. Ein Stromausfall legte Teile der Stadt für fast sechs Stunden lahm – mit Folgen: Hochwasser im Museum, ein Brandfall in einem Wohnhaus.
Mehrere Bürger, die offiziellen Kanäle der Stadt sowie die Netzgesellschaft Heilbronn-Franken (NHF) meldeten gegen 14.30 Uhr einen großflächigen Stromausfall.
Stromausfall in Leingarten: Teile der Stadt sechs Stunden ohne Strom
Bürgermeister Ralf Steinbrenner konnte gegenüber der Heilbronner Stimme die Ursache schnell benennen: „Tiefbauarbeiten einer Gartenbaufirma bei der Kindertagesstätte Trautenbusch“, erklärte er gegen 15 Uhr. Ein Arbeitsgerät hatte ein 20-kV-Stromkabel durchtrennt – mit Folgen für die ganze Stadt. Gleichzeitig gab Steinbrenner Entwarnung: „Nach einer halben Stunde war alles wieder in Ordnung.“ In Teilen der Stadt traf das zu – in anderen nicht.

Ein Anwohner berichtete: „Wir saßen bis 20.30 Uhr im Dunkeln.“ Besonders kritisch: Ein Familienmitglied sei auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. Trotzdem zeigt er Verständnis: „So etwas passiert. Aber in einem Krisenfall erwarte ich mehr Unterstützung.“ Anrufe bei den Netzbetreibern NHF und EnBW seien abgewiesen worden, auch die Kommunikation der Stadt sei verbesserungswürdig gewesen.
Nach Stromausfall: Feuerwehr rückt in Leingarten aus
Einen Tag später entschuldigte sich Bürgermeister Steinbrenner für die voreilige Entwarnung: „Ich war unterwegs und hatte mich auf die Informationen der NHF und der Kollegen im Rathaus verlassen.“ Dort funktionierte der Strom nach rund 30 Minuten wieder. Auf der Störungsmeldungs-Website der NHF wurde das Ende des Ausfalls auf 15:11 Uhr datiert. In Leingarten-West dauerte es allerdings deutlich länger.
„Der Kabelriss war schwerwiegender als zunächst gedacht.“ Die Feuerwehr rückte aus, das Deutsche Rote Kreuz richtete eine Notfallanlaufstelle an der Martin-Luther-Kirche Schluchtern ein, musste jedoch nicht eingreifen. Für die Feuerwehr begann der Abend da erst richtig.
Wegen Stromausfall in Leingarten: Hochwasser im Museum Altes Rathaus
Im Museum Altes Rathaus, unweit der Kita Trautenbusch, führte der Stromausfall zu einem Wasserschaden. „Ein Ventil der Wasseranlage schloss nicht mehr und flutete unseren Keller“, berichtet Museumsleiter Fritz Eichholz. Laut Feuerwehr standen etwa acht Zentimeter Wasser auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern. „Zum Glück handelten unsere Leute und die Feuerwehr schnell“, so Eichholz. Dennoch entstand Schaden an Kunstwerken und Materialien, den nun ein Gutachter bewertet. Das Museum bleibt daher trotz geplanter Veranstaltungen vorerst geschlossen.

Noch während der Wasserschaden behoben wurde, kam es zum nächsten Einsatz: Eine Umwälzpumpe einer Holzvergaserheizung fiel aus, ein Feuer brach aus, die Sicherungseinrichtung reagierte nicht – das Wohnhaus verrauchte vollständig. Die Polizei musste mit Atemschutz ins Gebäude, wie Kommandant Rouven Leibrand berichtet. Verletzt wurde niemand, der Einsatz war nach rund zwei Stunden beendet.
Gegen 20.30 Uhr waren die Reparaturarbeiten am beschädigten Kabel abgeschlossen, die Stromversorgung wurde wiederhergestellt.
Bereits zweiter Stromausfall in gut drei Monaten in Leingarten
Es war bereits der zweite Stromausfall in gut drei Monaten in Leingarten. Gibt es Probleme mit den Bauplänen? Sind Kabel und Leitungen nicht korrekt eingezeichnet?
Bürgermeister Steinbrenner verneint: „So etwas kann bei Tiefbauarbeiten passieren.“ Kabel und Leitungen seien oft nicht zentimetergenau verzeichnet. Dass es erneut zu einem Stromausfall kam, sei unglücklich: „In den Jahren zuvor ist nie etwas passiert.“
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