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Lärmbelästigung?
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Anwohner filmt spielende Kinder: Streit um Untereisesheimer Soccer-Court geht weiter

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Der Vorwurf einiger Eltern lautet: Ein Anwohner habe Kinder auf dem Soccer-Court in Untereisesheim eingeschüchtert und Fotos von ihnen gemacht. Der Streit um den Lärmschutz sorgt auch für Gesprächsstoff im Rathaus.

von Frank Wittmer und Ute Plückthun

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Mit Beginn des Frühlingswetters gehen die Auseinandersetzungen um den Soccer-Court in Untereisesheim in die nächste Runde. Das Projekt, ursprünglich ein Wunsch aus der Jugendbeteiligung, stößt wegen der Lärmbelästigung im Wohngebiet Schafbuckel auf Ablehnung. Auch rechtlich gibt es Probleme: Die Gemeinde hat erst nachträglich einen Bauantrag eingereicht, der nun vom Landratsamt geprüft wird. 

Streit in Untereisesheim: Ausschuss genehmigt Soccer-Court trotz Anwohnerprotesten

Zur Vorgeschichte: Die Gemeinde hatte den Soccer-Court beim Spielplatz errichtet. Zur Frage, ob es nun eine Sportstätte oder eine Freizeitanlage ist, „habe man unterschiedliche Rechtsauffassungen“, so Bürgermeister Christian Tretow. Unter anderem hängt der notwendige Lärmschutz vom Alter der Nutzer ab, das in Untereisesheim nun auf zwölf Jahre begrenzt wurde.

Die Aussage ist eigentlich klar: Den Soccer-Court in Untereisesheim dürfen nur Kinder bis zwölf Jahre benutzen.
Die Aussage ist eigentlich klar: Den Soccer-Court in Untereisesheim dürfen nur Kinder bis zwölf Jahre benutzen.  Foto: Plückthun, Ute

Dass das Landratsamt aber die Stilllegung des Soccer-Courts empfohlen habe, bis der nachträglich eingereichte Bauantrag entschieden ist, weist Tretow zurück. Das Landratsamt gibt auf Stimme-Anfrage keine Auskunft zu dem laufenden Verfahren.

Nachträglicher Bauantrag und Lärmschutzgutachten zum Soccer-Court in Untereisesheim

Das Lärmschutzgutachten, das die Gemeinde noch in Auftrag gegeben hat, geht bei „schreienden Kindern“ und Schüssen gegen die Bande von Lärmwerten über 100 Dezibel aus. Allerdings nur direkt auf dem Soccer-Court, bei den infrage kommenden Anwohnern seien die Grenzwerte nicht oder nur minimal überschritten, so das Gutachten.

Allerdings sei es „in der Vergangenheit zu Lärmbelästigungen in der Nachbarschaft gekommen, die unter anderem auf eine unzulässige Nutzung des Soccer-Courts sowie des angrenzenden Spielplatzes durch Jugendliche im Nachtzeitraum zurückzuführen waren“. Daher achte man zwischenzeitlich auf die Einhaltung der Altersgrenze und schließe den Court abends zu, betont der Bürgermeister.

Nichtöffentliche Diskussion

Zum nächsten Schritt der Gemeinde in Sachen Soccer-Court verweist Bürgermeister Christian Tretow auf die kommende nichtöffentliche Gemeinderatssitzung am Montag. „Dann werden wir vollumfänglich diskutieren“, sagt er zu Ratsentscheidungen, was Öffnungszeiten, Dämmung und weitere Maßnahmen zur Beruhigung betrifft.

Eltern mit Vorwurf: Untereisesheimer habe Kinder auf Soccer-Court gefilmt und „drangsaliert“

Der Streit um den Soccer-Court hat inzwischen größere Ausmaße angenommen. Bei der letzten Sitzung im Rathaus, bei der der nachträgliche Bauantrag behandelt wurde, haben Anwohner mit Plakaten gegen den „Schwarzbau“ und „Igelmörder“ demonstriert. 

Nun wehren sich einige Eltern der jungen Nutzer gegen das Verhalten insbesondere eines Anwohners. Im Beisein und in Organisation von Bürgermeister Christian Tretow berichten sechs Mütter und Väter im Sitzungssaal des Rathauses in Untereisesheim von „unverhältnismäßigen Maßnahmen“ gegen ihre Kinder.

„Wir befürchten, dass es sich weiter hochschaukelt, wenn der Spielbetrieb im Sommer noch weiter zunimmt“, glaubt Ingo Fischer. Björn Kubach meint: „Er soll aufhören, unsere Kinder zu drangsalieren.“ Was die Eltern vor allem auf die Palme bringt: „Er macht Fotos von den Kindern“, sagt Isabell Türkes.

Eltern beschweren sich über Verhalten eines Anwohners beim Soccer-Court in Untereisheim

Der siebenjährige Sohn einer Bekannten traue sich schon gar nicht mehr auf den Soccer-Court. Am ersten Märzsonntag habe der Anwohner sich mit einem Stehtisch postiert und „erklärt, dass sie illegal Fußball spielten und auch die Eltern sich strafbar machten, weil sie ihre Kinder dort spielen ließen“.

Der Anwohner, der namentlich ungenannt bleiben möchte, gibt zu, einen angestellten Minijobber zur Rede gestellt zu haben, warum er nicht immer pünktlich um 18 Uhr absperre. Zu Fotos von Kindern auf der Anlage, vor allem von über Zwölfjährigen, führt er die Beweispflicht gegenüber den Behörden an. Vom eigenen Grundstück aus gemacht, seien sie ohnehin unscharf. Gesichter würden vor der Weitergabe geschwärzt. Er sieht den Kinderspaß zu Lasten der Gesundheit von Anwohnern verwirklicht.

Untereisesheimer verteidigt sich: Fotos nur zur „Beweispflicht“ gemacht

„Das ist nicht seine Aufgabe, so eine Selbstjustiz kann nicht sein“, macht Claudia Majores zum Verhalten des Anwohners klar. Sie erzählt, dass sie am Wochenende selbst zwei Stunden mit einem Buch am Soccer-Court gesessen habe und es „recht ruhig“ war.

Bürgermeister stellt klar: Soccer-Court in Untereisesheim nur bis zwölf Jahre erlaubt

Die Nerven liegen blank. Auf allen Seiten. Bürgermeister Tretow bestätigt zur Altersbeschränkung zwar, was den anwesenden Eltern so nicht klar war: Über Zwölfjährige dürfen ihre Geschwister zwar begleiten, aber nicht selbst auf dem Platz spielen. Allerdings könne der Anwohner „nicht in die Selbstjustiz gehen“. Selbst, wenn die Polizei nicht komme. 

Der Soccer-Court gebe den Kindern im Ort, in dem es keinen Jugendfußball mehr gebe, Sicherheit und Schutz. So findet es auch Mario Zubak: „Er kann sich gern an die Gemeinde oder die Polizei wenden, aber nicht an unsere Kinder.“

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