Anwohner filmt spielende Kinder: Streit um Untereisesheimer Soccer-Court geht weiter
|
2 Min
Anhören
00:00 / 00:00
Erfolgreich kopiert!
Der Vorwurf einiger Eltern lautet: Ein Anwohner habe Kinder auf dem Soccer-Court in Untereisesheim eingeschüchtert und Fotos von ihnen gemacht. Der Streit um den Lärmschutz sorgt auch für Gesprächsstoff im Rathaus.
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
Mit Beginn des Frühlingswetters gehen die Auseinandersetzungen um den Soccer-Court in Untereisesheim in die nächste Runde. Das Projekt, ursprünglich ein Wunsch aus der Jugendbeteiligung, stößt wegen der Lärmbelästigung im Wohngebiet Schafbuckel auf Ablehnung. Auch rechtlich gibt es Probleme: Die Gemeinde hat erst nachträglich einen Bauantrag eingereicht, der nun vom Landratsamt geprüft wird.
Streit in Untereisesheim: Ausschuss genehmigt Soccer-Court trotz Anwohnerprotesten
Zur Vorgeschichte: Die Gemeinde hatte den Soccer-Court beim Spielplatz errichtet. Zur Frage, ob es nun eine Sportstätte oder eine Freizeitanlage ist, „habe man unterschiedliche Rechtsauffassungen“, so Bürgermeister Christian Tretow. Unter anderem hängt der notwendige Lärmschutz vom Alter der Nutzer ab, das in Untereisesheim nun auf zwölf Jahre begrenzt wurde.
Die Aussage ist eigentlich klar: Den Soccer-Court in Untereisesheim dürfen nur Kinder bis zwölf Jahre benutzen.
Foto: Plückthun, Ute
Dass das Landratsamt aber die Stilllegung des Soccer-Courts empfohlen habe, bis der nachträglich eingereichte Bauantrag entschieden ist, weist Tretow zurück. Das Landratsamt gibt auf Stimme-Anfrage keine Auskunft zu dem laufenden Verfahren.
Nachträglicher Bauantrag und Lärmschutzgutachten zum Soccer-Court in Untereisesheim
Das Lärmschutzgutachten, das die Gemeinde noch in Auftrag gegeben hat, geht bei „schreienden Kindern“ und Schüssen gegen die Bande von Lärmwerten über 100 Dezibel aus. Allerdings nur direkt auf dem Soccer-Court, bei den infrage kommenden Anwohnern seien die Grenzwerte nicht oder nur minimal überschritten, so das Gutachten.
Allerdings sei es „in der Vergangenheit zu Lärmbelästigungen in der Nachbarschaft gekommen, die unter anderem auf eine unzulässige Nutzung des Soccer-Courts sowie des angrenzenden Spielplatzes durch Jugendliche im Nachtzeitraum zurückzuführen waren“. Daher achte man zwischenzeitlich auf die Einhaltung der Altersgrenze und schließe den Court abends zu, betont der Bürgermeister.
Nichtöffentliche Diskussion
Zum nächsten Schritt der Gemeinde in Sachen Soccer-Court verweist Bürgermeister Christian Tretow auf die kommende nichtöffentliche Gemeinderatssitzung am Montag. „Dann werden wir vollumfänglich diskutieren“, sagt er zu Ratsentscheidungen, was Öffnungszeiten, Dämmung und weitere Maßnahmen zur Beruhigung betrifft.
Eltern mit Vorwurf: Untereisesheimer habe Kinder auf Soccer-Court gefilmt und „drangsaliert“
Nun wehren sich einige Eltern der jungen Nutzer gegen das Verhalten insbesondere eines Anwohners. Im Beisein und in Organisation von Bürgermeister Christian Tretow berichten sechs Mütter und Väter im Sitzungssaal des Rathauses in Untereisesheim von „unverhältnismäßigen Maßnahmen“ gegen ihre Kinder.
„Wir befürchten, dass es sich weiter hochschaukelt, wenn der Spielbetrieb im Sommer noch weiter zunimmt“, glaubt Ingo Fischer. Björn Kubach meint: „Er soll aufhören, unsere Kinder zu drangsalieren.“ Was die Eltern vor allem auf die Palme bringt: „Er macht Fotos von den Kindern“, sagt Isabell Türkes.
Eltern beschweren sich über Verhalten eines Anwohners beim Soccer-Court in Untereisheim
Der siebenjährige Sohn einer Bekannten traue sich schon gar nicht mehr auf den Soccer-Court. Am ersten Märzsonntag habe der Anwohner sich mit einem Stehtisch postiert und „erklärt, dass sie illegal Fußball spielten und auch die Eltern sich strafbar machten, weil sie ihre Kinder dort spielen ließen“.
Der Anwohner, der namentlich ungenannt bleiben möchte, gibt zu, einen angestellten Minijobber zur Rede gestellt zu haben, warum er nicht immer pünktlich um 18 Uhr absperre. Zu Fotos von Kindern auf der Anlage, vor allem von über Zwölfjährigen, führt er die Beweispflicht gegenüber den Behörden an. Vom eigenen Grundstück aus gemacht, seien sie ohnehin unscharf. Gesichter würden vor der Weitergabe geschwärzt. Er sieht den Kinderspaß zu Lasten der Gesundheit von Anwohnern verwirklicht.
Untereisesheimer verteidigt sich: Fotos nur zur „Beweispflicht“ gemacht
„Das ist nicht seine Aufgabe, so eine Selbstjustiz kann nicht sein“, macht Claudia Majores zum Verhalten des Anwohners klar. Sie erzählt, dass sie am Wochenende selbst zwei Stunden mit einem Buch am Soccer-Court gesessen habe und es „recht ruhig“ war.
Bürgermeister stellt klar: Soccer-Court in Untereisesheim nur bis zwölf Jahre erlaubt
Die Nerven liegen blank. Auf allen Seiten. Bürgermeister Tretow bestätigt zur Altersbeschränkung zwar, was den anwesenden Eltern so nicht klar war: Über Zwölfjährige dürfen ihre Geschwister zwar begleiten, aber nicht selbst auf dem Platz spielen. Allerdings könne der Anwohner „nicht in die Selbstjustiz gehen“. Selbst, wenn die Polizei nicht komme.
Der Soccer-Court gebe den Kindern im Ort, in dem es keinen Jugendfußball mehr gebe, Sicherheit und Schutz. So findet es auch Mario Zubak: „Er kann sich gern an die Gemeinde oder die Polizei wenden, aber nicht an unsere Kinder.“
Danke für den Artikel über den Soccer-Court in Untereisesheim. Es ist gut, dass darüber berichtet wird. Trotzdem habe ich beim Lesen gedacht, dass eine Perspektive etwas zu kurz kommt – nämlich die der Kinder.
Ich bin selbst Mutter und bekomme aus meinem Umfeld mit, dass viele Familien die Situation inzwischen als sehr belastend empfinden. Nach Aussagen mehrerer Eltern sind mittlerweile etwa 50 Personen betroffen. Kinder berichten, dass sie auf dem Platz angesprochen oder beschimpft wurden. Teilweise sollen Sätze gefallen sein wie „Ihr spielt hier illegal“ oder „Ihr seid Igelmörder“. Einige Kinder erzählen auch, dass ihnen der Mittelfinger gezeigt wurde.
Was viele Eltern besonders beschäftigt: Es wird berichtet, dass Kinder auf dem Platz fotografiert oder gefilmt wurden. Selbst wenn man darüber rechtlich unterschiedlicher Meinung sein kann, verunsichert das Kinder natürlich. Einige trauen sich inzwischen gar nicht mehr auf den Platz.
Nach Angaben von Eltern wurden deshalb bereits Anzeigen gestellt. Vielleicht wäre es in der weiteren Berichterstattung hilfreich, auch diese Erfahrungen stärker einzubeziehen.
Am Ende sollte ein öffentlicher Soccer-Court doch einfach ein Ort sein, an dem Kinder spielen und sich sicher fühlen können.
Beim Lesen des Artikels entsteht leider der Eindruck, dass in der Berichterstattung vor allem die Perspektive der Anwohner und das Thema Lärmbelästigung im Mittelpunkt stehen. Der eigentliche Gedanke hinter dem Soccer-Court – Kindern einen sicheren Ort zum Spielen und Bewegen zu geben – gerät dabei aus meiner Sicht zu sehr in den Hintergrund.Spielende Kinder sind keine Lärmbelästigung, sondern ein normaler und wichtiger Teil eines lebendigen Ortes. Umso bedenklicher ist es, wenn Kinder durch das Verhalten von Erwachsenen eingeschüchtert oder bedrängt werden und sich nicht mehr trauen, diesen Platz zu nutzen. Ein rechtlicher Streit darf nicht auf dem Rücken von Kindern ausgetragen werden. Gerade in der öffentlichen Berichterstattung wäre es wichtig, auch den Schutz und das Wohl der Kinder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Bei aller Diskussion um Regeln und Interessen sollte nicht vergessen werden, wofür dieser Platz ursprünglich gedacht war: Kinder brauchen sichere Orte, an denen sie spielen, sich bewegen und unbeschwert Kind sein dürfen.
Sehr geehrte Redakteure, leider ist die gesamte Elternschaft der betroffenen Kinder sehr enttäuscht über ihren Artikel.
Er bringt nicht am Ansatz die Brisanz der Situation der Kinder und das einem Erwachsenen unwürdige und in extremem Maße verwerfliche Verhalten des besagten Anwohners zum Tragen.
Gegen den Bau des Soccercourts oder die Nutzungszeiten bei der Gemeinde, dem Landratsamt oder vor Gericht Einspruch zu erheben ist eine Sache - dort spielende Kinder zu drangsalieren, ihnen nachweislich richtig Angst zu machen, sie zu fotografieren und zu filmen eine ganz andere Sache.
Dieser Anwohner wurde nun schon mehrfach angezeigt, denn so ein Verhalten ist nur aus unserer Sicht auch strafrechtlich relevant.
Dies wird in ihrem Artikel leider viel zu harmlos dargestellt. Möglicherweise haben die Autoren ja keine eigenen Kinder und können die Gefühle besorgter Eltern und die Ängste der Kinder nicht richtig nachvollziehen. Das ist sehr schade!
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare
Maria Müller am 14.03.2026 14:37 Uhr
Danke für den Artikel über den Soccer-Court in Untereisesheim. Es ist gut, dass darüber berichtet wird. Trotzdem habe ich beim Lesen gedacht, dass eine Perspektive etwas zu kurz kommt – nämlich die der Kinder.
Ich bin selbst Mutter und bekomme aus meinem Umfeld mit, dass viele Familien die Situation inzwischen als sehr belastend empfinden. Nach Aussagen mehrerer Eltern sind mittlerweile etwa 50 Personen betroffen. Kinder berichten, dass sie auf dem Platz angesprochen oder beschimpft wurden. Teilweise sollen Sätze gefallen sein wie „Ihr spielt hier illegal“ oder „Ihr seid Igelmörder“. Einige Kinder erzählen auch, dass ihnen der Mittelfinger gezeigt wurde.
Was viele Eltern besonders beschäftigt: Es wird berichtet, dass Kinder auf dem Platz fotografiert oder gefilmt wurden. Selbst wenn man darüber rechtlich unterschiedlicher Meinung sein kann, verunsichert das Kinder natürlich. Einige trauen sich inzwischen gar nicht mehr auf den Platz.
Nach Angaben von Eltern wurden deshalb bereits Anzeigen gestellt. Vielleicht wäre es in der weiteren Berichterstattung hilfreich, auch diese Erfahrungen stärker einzubeziehen.
Am Ende sollte ein öffentlicher Soccer-Court doch einfach ein Ort sein, an dem Kinder spielen und sich sicher fühlen können.
Isabell Türkes am 14.03.2026 12:04 Uhr
Beim Lesen des Artikels entsteht leider der Eindruck, dass in der Berichterstattung vor allem die Perspektive der Anwohner und das Thema Lärmbelästigung im Mittelpunkt stehen. Der eigentliche Gedanke hinter dem Soccer-Court – Kindern einen sicheren Ort zum Spielen und Bewegen zu geben – gerät dabei aus meiner Sicht zu sehr in den Hintergrund.Spielende Kinder sind keine Lärmbelästigung, sondern ein normaler und wichtiger Teil eines lebendigen Ortes. Umso bedenklicher ist es, wenn Kinder durch das Verhalten von Erwachsenen eingeschüchtert oder bedrängt werden und sich nicht mehr trauen, diesen Platz zu nutzen. Ein rechtlicher Streit darf nicht auf dem Rücken von Kindern ausgetragen werden.
Gerade in der öffentlichen Berichterstattung wäre es wichtig, auch den Schutz und das Wohl der Kinder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Bei aller Diskussion um Regeln und Interessen sollte nicht vergessen werden, wofür dieser Platz ursprünglich gedacht war: Kinder brauchen sichere Orte, an denen sie spielen, sich bewegen und unbeschwert Kind sein dürfen.
Steffen Kiederer am 14.03.2026 11:31 Uhr
Sehr geehrte Redakteure,
leider ist die gesamte Elternschaft der betroffenen Kinder sehr enttäuscht über ihren Artikel.
Er bringt nicht am Ansatz die Brisanz der Situation der Kinder und das einem Erwachsenen unwürdige und in extremem Maße verwerfliche Verhalten des besagten Anwohners zum Tragen.
Gegen den Bau des Soccercourts oder die Nutzungszeiten bei der Gemeinde, dem Landratsamt oder vor Gericht Einspruch zu erheben ist eine Sache - dort spielende Kinder zu drangsalieren, ihnen nachweislich richtig Angst zu machen, sie zu fotografieren und zu filmen eine ganz andere Sache.
Dieser Anwohner wurde nun schon mehrfach angezeigt, denn so ein Verhalten ist nur aus unserer Sicht auch strafrechtlich relevant.
Dies wird in ihrem Artikel leider viel zu harmlos dargestellt. Möglicherweise haben die Autoren ja keine eigenen Kinder und können die Gefühle besorgter Eltern und die Ängste der Kinder nicht richtig nachvollziehen. Das ist sehr schade!