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Zwei Photovoltaik-Projekte
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Solarstrom-Park direkt an der A81 bei Eberstadt-Hölzern geplant

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Bei Eberstadt-Hölzern sollen Photovoltaik-Anlagen entlang der A81 entstehen. Gleich zwei Projekte waren jetzt Thema im Gemeinderat.


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Die beiden Anlagen – der Solarpark Hüttenäcker und die Freiflächenphotovoltaikanlage in den Hundsäckern – liegen innerhalb eines 200 Meter breiten Privilegierungskorridors entlang der Autobahn auf Gemarkung Hölzern, erklärt Eberstadts Bauamtsleiter Timo Behm auf Nachfrage unserer Zeitung.

Für Photovoltaikanlagen direkt an Autobahnen gilt ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren. Ein Bebauungsplan ist nicht notwendig. Dennoch sind öffentliche Interessen und raumordnerische Ziele zu berücksichtigen, ebenso das Natur- und Artenschutzrecht. Hierfür sind zum Beispiel verschiedene Gutachten vorzulegen.

Immer öfter wird an Autobahnen – hier ein Symbolbild von außerhalb des Landkreises – Sonnenstrom erzeugt. Voraussichtlich auch bald in Hölzern.
Immer öfter wird an Autobahnen – hier ein Symbolbild von außerhalb des Landkreises – Sonnenstrom erzeugt. Voraussichtlich auch bald in Hölzern.  Foto: Patrick Pleul

Solarpark Hüttenäcker in Eberstadt-Hölzern: Photovoltaik und landwirtschaftliche Nutzung in einem

Beim Solarpark Hüttenäcker handelt es sich um eine sogenannte Agri-PV-Anlage. Den Zusatz „Agri“ hat sie, weil die Bereiche zwischen den Solarmodulen landwirtschaftlich genutzt werden sollen. Sie umfasst eine Fläche von rund acht Hektar an der A81. Geplant ist, dass die Solarmodule in Reihen mit jeweils zehn Metern Abstand stehen. Dazwischen ist vorwiegend Acker- und etwas Grünland vorgesehen. „Die Module bewegen sich mit der Sonne“, erläuterte Bauamtsleiter Behm in der Sitzung.

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Laut dem Projektierer, der Solmotion Project GmbH aus Ravensburg, hat die geplante, millionenschwere Anlage eine maximale Leistung von 5500 Kilowatt/Peak. Sie soll rund 7800 Megawattstunden Strom pro Jahr produzieren. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr könnten also rund 2200 Haushalte mit Strom versorgt werden. Wer die Anlage einmal betreiben wird, stehe noch nicht genau fest, sagt Daniel Benz von der Solmotion-Projektentwicklung im Stimme-Gespräch.

Wenn alles nach Plan läuft, wird im nächsten Jahr mit der Installation der Module begonnen. Die Fläche sei von umliegenden Landwirten gepachtet. Ob das Areal eingezäunt wird oder nicht, stehe noch nicht endgültig fest, sagt Benz.

Photovoltaik in den Hundsäckern: 3000 Megawattstunden Strom pro Jahr

2,7 Hektar groß ist die Anlage auf der anderen Seite der A 81. Diese voraussichtlich herkömmliche Freiflächenphotovoltaikanlage soll mit einer Leistung von 4000 Kilowatt/Peak ausgestattet sein und 3000 Megawattstunden Strom pro Jahr produzieren. Bauherrin und Betreiberin ist die Energie Weibler GbR der Brüder Konrad, Christof und Lorenz Weibler aus Bretzfeld-Siebeneich. Etwa zwei Drittel der Fläche für die PV-Anlage sind im Besitz der Wengerter- und Landwirtsfamilie, sagt Konrad Weibler im Stimme-Gespräch. Ein Drittel sei gepachtet. Es gehe für das Projekt kein hochwertiger Ackerboden verloren. In diesem Bereich sei der Boden eher schlecht. Konrad Weibler geht davon aus, dass die Anlage 2026 oder 2027 gebaut wird. Rund 2,5 Millionen Euro würden investiert.

Geplant sind zwei Trafostationen und ein Batteriespeicher. Für Letzteres steht der Standort noch nicht genau fest. Aus den Unterlagen für die Gemeinderatssitzung geht hervor, dass um das Gelände ein zwei Meter hoher Zaun gezogen werden soll. Zwischen Unterkante Zaun und Boden liegen 15 Zentimeter, damit kleinere Tiere sich frei bewegen können.

Solarprojekt in Eberstadt-Hölzern: Wasserleitung muss verlegt werden

In der Sitzung ging es bei der Agri-PV-Anlage in den Hüttenäckern um die Zustimmung zur Trassenführung bis zum Einspeisepunkt. Bei der Anlage in den Hundsäckern war das Thema der Tausch einer Wegfläche. Außerdem soll die Wasserleitung verlegt werden. Es hat sich herausgestellt, dass die Hauptwasserleitung von Hölzern durch die Planfläche verläuft. Die Tiefbaukosten übernimmt die Bauherrschaft, das Material stellt die Heilbronner Versorgungs GmbH. Beide Tagesordnungspunkte waren innerhalb weniger Minuten abgehakt und abgenickt.

Nichts Neues gibt es, was die Pläne auf dem Bergfeld bei Hölzern betrifft, sagt Timo Behm auf Nachfrage unserer Zeitung. Auf einer Fläche von fünf Hektar könnten Solarmodule installiert werden. Außerdem ist im Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) „Raum Weinsberg“ auf dem Bergfeld eine Vorrangfläche für Windenergie ausgewiesen. Die Rotoren zweier Windräder könnten sich dort drehen. Das Bergfeld ist im Besitz der Gemeinde Eberstadt. Bürger sollen einmal vom Ertrag in Form einer Bürgerenergiegenossenschaft profitieren können. 

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