SLK-Klinik vor dem Aus: So blicken Menschen aus Löwenstein auf die Schließungspläne

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Geplantes Klinik-Aus in Löwenstein: Die mögliche Schließung der spezialisierten Lungenklinik sorgt bei vielen Menschen vor Ort für Verunsicherung – vor allem mit Blick auf Arbeitsplätze und die Bedeutung für den Standort.


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„Ich finde es furchtbar“, sagt Dragana Müller über die möglichen Pläne zur Schließung der SLK-Klinik in Löwenstein. Für sie wäre das ein Verlust – für das Personal, die Patienten und die Stadt. Ihrer Meinung nach sollte die Klinik erhalten bleiben.

Am Montag, 27. April, wurde bekannt, dass die Fachklinik für Lungenerkrankungen vor dem Aus steht. Aufsichtsrat und Geschäftsführung sehen aus medizinischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen keine Perspektive für den Weiterbetrieb. Stattdessen sollen die bisherigen Angebote auf andere Standorte in der Region verteilt werden.

Wunsch eines Löwensteiner Bürgers: SLK-Klinik erhalten wenn irgendwie möglich

Michael Schäfer hofft, dass die Klinik bestehen bleibt. „Viele Leute kommen von weit weg hierher“, sagt er. Die Einrichtung habe über Jahre hinweg eine wichtige Rolle gespielt. 

Ähnlich sieht es Thomas Sammet. „Es ist schade um die Arbeitsplätze“, sagt er. Sollte die Klinik tatsächlich schließen, könne er sich auch eine andere Nutzung der Gebäude vorstellen. „Bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen wäre sinnvoll.“

Die SLK-Klinik Löwenstein steht vor der Schließung, die Menschen vor Ort bedauern dies.
Die SLK-Klinik Löwenstein steht vor der Schließung, die Menschen vor Ort bedauern dies.  Foto: Ralf Seidel

Geplante Klinik-Schließung: „Herber Verlust für den Standort Löwenstein“

„Die Klinik ist seit jeher ein Bestandteil der Stadt Löwenstein“, sagt Michael Bopp. Besonders die Spezialisierung auf Lungenerkrankungen ziehe Patienten auch von außerhalb an. „Das ist ein wichtiger Faktor für die Region.“ Mit einer möglichen Schließung verbindet er auch Sorgen um den Standort selbst. Familien könnten wegziehen, wenn Arbeitsplätze verloren gehen. „Viele leben hier, weil sie in der Klinik arbeiten“, sagt er.

Es sei traurig für die Patienten, sagt Petra Mezei. In der Klinik in Löwenstein fühle man sich gut aufgenommen und betreut, zudem herrsche eine familiäre Atmosphäre. Ihr Vater leidet an COPD und war deswegen bereits in der SLK-Klinik. Da sie in einer Konditorei arbeitet, bekommt sie die Stimmung im Ort gut mit. „Die Menschen im Ort sind schockiert, eigentlich ist es unfassbar.“

Wirtschaftliche Konsequenz: Schließung beeinträchtigt Wertschöpfung in Löwenstein 

„Die Konzentration von medizinischen Leistungen auf wenige Standorte halte ich für schwierig“, sagt Hans Weitenbacher. Die Menschen müssten auch dorthin kommen. Löwenstein habe einen guten Ruf, von der Klinik höre man viel Positives von Patientenseite. „Diesen guten Ruf wegzuwerfen, erschließt sich mir nicht.“ Für ihn sei es nicht abzusehen gewesen, dass so etwas passieren könnte.

Auch wirtschaftlich werde es Folgen haben, sagt Hans Weitenbacher. Weniger Gewerbesteuer für die Stadt Löwenstein, weniger Menschen, die vor Ort einkaufen, essen gehen oder sich etwas vom Bäcker holen. „Das alles ist nicht positiv für Löwenstein.“

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