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Verdacht der Veruntreuung in Ilsfeld – Schulamtsleiter verweist auf klare Regeln

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Für Klassenkassen und Klassenkonten hat das Kultusministerium Regeln aufgestellt. Die scheint die Steinbeis-Realschule Ilsfeld nicht befolgt zu haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Veruntreuung.

Einnahmen etwa aus einem Kuchenverkauf an der Schule sollten von Lehrern verwaltet werden, sagt das Kultusministerium.
Einnahmen etwa aus einem Kuchenverkauf an der Schule sollten von Lehrern verwaltet werden, sagt das Kultusministerium.  Foto: dpa

Für Klassenkassen und Klassenkonten gibt es klare Vorgaben. Welche das sind, erklärt Markus Wenz, Leiter des Staatlichen Schulamts Heilbronn. Die Regeln stehen ihm zufolge in einer Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums. In der geht es um Veranstaltungen von Schülern außerhalb des Unterrichts wie Wandertage, Klassenfahrten oder Aufenthalte im Schullandheim. Kurz: Wird dafür Geld eingesammelt, sind Lehrer für die Verwaltung des Geldes verantwortlich. 

Konkret heißt es in der Vorschrift: Die Kostenbeiträge der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern sollen von der verantwortlichen Lehrkraft verwaltet werden. Gleiches gilt für Einnahmen im Zusammenhang mit außerunterrichtlichen Veranstaltungen. Das betrifft beispielsweise den Kuchenverkauf einer Klasse. Außerdem: „Die Einnahmen und Ausgaben sollen bei größeren Geldbeträgen über ein zweckgebundenes Treuhandkonto abgewickelt werden.“

In Ilsfeld soll eine Mutter das Konto der Klasse verwaltet haben

In Ilsfeld steht eine Elternbeirätin der Steinbeis-Realschule im Verdacht, Geld von einem Klassenkonto veruntreut zu haben. Die Polizei ermittelt. 200 Euro sollen Eltern auf ein Klassenkonto eingezahlt haben. Mit dem Geld sollte offenbar der Aufenthalt in einem Schullandheim und die Busfahrt dahin bezahlt werden. Nun scheint das Geld verschwunden und die Rechnungen nicht bezahlt worden sein. Die Elternbeirätin soll das Konto verwaltet haben.

Die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums besagt Wenz zufolge außerdem: „Eine zeitnahe Prüfung des Nachweises über die ordnungsgemäße Mittelverwendung ist durch die Schulleitung sicherzustellen.“ Ob das an der Ilsfelder Schule der Fall war, ist nicht bekannt. Der Schulleiter äußerte sich auf Anfrage der Heilbronner Stimme nicht zu dem Vorgang. Die mutmaßlich nicht bezahlten Rechnungen sollen bekannt geworden sein, nachdem Mahnungen eingingen. 

Das Staatliche Schulamt Heilbronn empfiehlt, die Regeln einzuhalten.

Staatliches Schulamt ist den Angaben zufolge über Unregelmäßigkeiten informiert

„Es kommt wohl durchaus vor, dass Eltern die Verwaltung einer Klassenkasse übernehmen, wenn eine ordentliche und transparente Kassenführung sowie regelmäßige Berichte für die Elternschaft erfolgen“, teilt Markus Wenz schriftlich in einer E-Mail mit.

Wenz weiß um die Vorwürfe in Ilsfeld. „Das Staatliche Schulamt ist informiert, dass es Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Abrechnung beziehungsweise Bezahlung von Schullandheimkosten gab.“ Es werde derzeit an der Klärung des Problems gearbeitet. Mit einer spruchreifen Lösung sei aufgrund der Sommerferien nicht vor Beginn des neuen Schuljahres zu rechnen.

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