Schemelsbergtunnel saniert: Kritik wird auch nach Freigabe nicht verstummen
Der Schemelsbergtunnel ist nun umfangreich saniert und verfügt über einen Rettungsstollen. Unkenrufe zum Tunnel werden in Zukunft nicht verstummen. Zu unrecht, meint unsere Autorin.
Mit der Freigabe des Schemelsbergtunnels geht eine 14 Monate währende Durststrecke für Autofahrer und die Einwohner der Anliegerkommunen zu Ende. Nicht wenige hatten vor dem Beginn der Vollsperrung den Verkehrskollaps auf der Umleitungsstrecke sowie in Weinsberg und Erlenbach geweissagt – und wurden an den meisten Sperr-Tagen eines Besseren belehrt. Die Behörden hatten die Umleitung im Vorfeld ertüchtigt, der Verkehr lief weitgehend flüssig.
Schemelsbergtunnel: Kurzzeitige Sperrungen wird es auch in Zukunft geben
Davon profitieren übrigens alle Verkehrsteilnehmer zukünftig, denn auch ein runderneuerter Tunnel muss in regelmäßigen Abständen kurzzeitig gesperrt werden. Man hat sie schon im Ohr, die Stimmen, die dann laut rufen werden: „Typisch, dieser Tunnel funktioniert nicht.“ Doch, tut er. Aber für einen einwandfreien Betrieb muss er hin und wieder gewartet werden. Wie jedes Auto auch. Nur geht es bei einem Tunnel nicht, wenn nebenher 20.000 Autos pro Tag durchrauschen.
Es werden vermutlich auch diejenigen nicht verstummen, die es ohnehin schon immer besser wussten: Fluchtstollen? Wird man eh nie brauchen. Warum also Millionen verbuddeln? Es ist in der Tat beinahe absurd: Knapp ein Drittel der horrenden Summe von fast 42 Millionen Euro flossen in den Bau eines Rettungsweges, der hoffentlich niemals benutzt werden muss. Was hätte man mit dem Geld alles Sinnvolles anstellen können?
Nur: Was, wenn es in der viel befahrenen Röhre doch einmal brennen sollte? Wenn dort auch nur ein Mensch sein Leben verliert, weil Ministerien und Behörden ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben? Volkes entsetzten und empörten Aufschrei und die Höhe der Schadenersatzforderungen mag man sich gar nicht vorstellen.
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