Römersee Open-Air bringt Festival-Atmosphäre nach Zimmerhof
Beim Römersee Open-Air-Festival in Zimmerhof vermischen sich Generationen und Musikgeschmäcker. Das Event ist in der Region gut bekannt – mit dem seit Jahrzehnten gleichen Erfolgsrezept.

Überschwemmungen, Mückenstiche, trockene Felder. „Natur halt“ rufen die entspannt im Gras sitzenden Zuhörer im Einklang mit Jordan Gerard Jr., der am vergangenen Freitagabend seine bittersüßen Texte im Elefantenzelt darbietet.
Die Stimmung ist hier wie auch vorne an der Hauptbühne, wo Eight Armed Bandit gerade rocken, ausgelassen und gleichzeitig tiefenentspannt. Hippiesk könnte man mit Blick auf so manchen Besucher auch sagen. Das mittlerweile 36. Römersee Open-Air-Festival lockt am Wochenende wieder Musikfreunde aus nah und fern ins beschauliche Zimmerhof, einem Ortsteil von Bad Rappenau.
Römersee Open-Air-Festival: "Wir wollen alle Altersgruppen ansprechen"
Es ist eine bunte Mischung, die sich hier umsonst und draußen wieder trifft. Kleine Kinder rennen mit dicken Schallschutzkopfhörern durch die Gegend, ein kleiner Welpe wühlt sich glücklich durch die ausgestreuten Hackschnitzel, Jugendliche nippen an ihrem Bier und Erwachsene, die vielleicht auch schon bei der ersten Auflage dabei waren, knabbern ihre Wurst im Weck oder alternativ doch den Grünkern Burger. „Wir wollen alle Altersgruppen ansprechen“, betont Ian Lenz, Vorstandsvorsitzender vom Römersee Kulturverein, dem Ausrichter des kleinen Festivals.
Bis auf ein paar kleine Rucker, die es immer gibt, wenn tausende Einzelteile zusammengefügt werden müssen, läuft alles. Beim Aufbau hatten die Helfer noch ordentlich mit der Hitze zu kämpfen, aber mit reichlich Getränken wurde auch das gemeistert. Insgesamt sind rund 80 Helfer für das in der Region gut bekannte Open Air im Einsatz, jeder macht, was er kann und möchte. „Wir verpflichten keinen.“

Das ist das Erfolgsrezept des Römersee Open-Air-Festivals in Bad Rappenau
Das Erfolgsrezept ist über die Jahrzehnte dasselbe geblieben. Elektronische Musik, Poesie, DJs und kleine Bands, auch Jam Sessions im Elefantenzelt, rockigere und größere Bands auf der Hauptbühne. „Wer Spaß hat, kann kommen und bei uns spielen“, erklärt Ian Lenz. Einige Bands kommen den Machern dann auch bei der Gage entgegen oder spenden sie gar, um das Festival zu unterstützen.
Denn die zwei Tage finanzieren sich nur über Sponsoren und Spenden, dazu kommen der Verkauf von Essen und Trinken. Eintritt und Campen sind frei, nur fürs Parken werden erstmals fünf Euro erhoben. „Wir haben uns gesagt, das machen wir jetzt mal, denn es hilft uns sehr, denn die Kosten steigen jedes Jahr.“ Abgesehen davon sind Fahrgemeinschaften und Radfahren oder Laufen ja ohnehin besser für die Umwelt.
Luca und René bringen es auf den Punkt: „Wer sich ein Auto leisten kann, der kann sich auch die Parkgebühr leisten.“ Die beiden Karlsruher sind zum ersten Mal am Römersee, sind durch eine Freundin drauf gekommen. Von den Bands kennen sie keine, aber da sie ganz verschieden Musikstile hören, wird schon etwas Passendes dabei sein. Ihr erster Eindruck jedenfalls ist positiv: „Sehr angenehme Atmosphäre, auch eine schöne Größe“, findet René.
Festival in Zimmerhof: Stöbern durch selbstgenähte Taschen, Platten und CDs
Die Besucher wandern durch die Marktstraße, betrachten afrikanische Stoffe und selbst genähte Taschen. Manche stöbern auch am Stand von Peter Sautter durch Langspielplatten und CDs, die Genre reichen von 80er Sound über World Music bis zu Black Metal. „Wir sind hier seit langem mal wieder, mal abwarten, wir müssen erstmal schauen, was die Leute so wollen“, meint ein Mitarbeiter, der namentlich nicht in der Zeitung stehen möchte, und hofft auf gute Umsätze.
Noch liegt der Neonwald im Hellen, aber schon jetzt sind die leicht psychedelischen Pilze und andere Figuren zu erkennen, die später von Schwarzlicht angeleuchtet zur vollen Geltung kommen werden. Noch so Ort, der ein bisschen anders ist, ganz entspannt. Wie das ganze Römersee Open-Air im beschaulichen Zimmerhof.
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