Winterfreuden in den Löwensteiner Bergen
Erneuter Schneefall in den höheren Lagen der Region trübt die Laune der Menschen nicht. Im Gegenteil. Sie nehmen es gelassen. Manche nutzen die freie Zeit zum Rodeln auf dem Stocksberg.
Frisch gefallener Schnee hat die wundersame Eigenschaft, dass die Umgebung um einen herum ruhiger, fast still wirkt. So war es am Dienstagmorgen auch in Wüstenrot, als gegen 7 Uhr Schneefall einsetzt und die Gemeinde zum zweiten Mal binnen weniger Tage in eine Winterlandschaft verzaubert.
Die Motorengeräusche der Autos sind gedämpft und die Reifen sorgen für ein leichtes Knacken, wenn sie in gemächlichem Tempo über die geschlossene Schneedecke rollen. Kratzgeräusche der Schneeschaufeln auf kaltem Asphalt unterbrechen die Ruhe. Die sind an allen Ecken zu hören. Fleißige Wüstenroter kommen ihrer Räumpflicht nach und befreien Gehwege und Hofeinfahrten vom Schnee.
So wie Margarete Hüftle. Sie räumt nicht nur den Schnee vor ihrem Haus weg. Auch vor dem Haus ihrer Tochter nebenan und gegenüber beim Gebäude der Maibaumfreunde. "Ist doch schön, wenn Winter ist", sagt die 72-Jährige. Und möglicherweise bekomme sie von den Maibaumfreunden zum Dank eine Flasche Wein. Auf den Hinweis, dass über das verschneite Wüstenrot heute in der Zeitung zu lesen ist, sagt sie: "Da schauen die vom Tal."
Gemeindemitarbeiter räumen den Schnee weg
Eine wenige Zentimeter dicke Schneedecke hat sich über die Landschaft gelegt. Die weiße Pracht bleibt selbst auf der Durchfahrtsstraße liegen. Arbeit für Carsten Buster. Er ist Gemeindemitarbeiter beim Bauhof und fährt mit seinem orangefarbenen Schneeräumfahrzeug Straßen und gemeindeeigene Plätze ab. "Das ist mein vierter Einsatz diesen Winter", sagt der 36-Jährige. Mit dem Schneepflug an seinem schmalen Fahrzeug räumt er den Schnee beiseite. Hinten ist ein Salzstreugerät befestigt.
Tobias Rohleder (43) hat das Schneeräumen bereits hinter sich und streut Salz von Hand auf den Gehweg vor einem Optikergeschäft. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass es nicht das letzte Mal war, dass er Schnee schippen muss. "Der Winter fängt ja jetzt gerade erst an."
Schneeräumen ist auch vor der Post-Filiale in Wüstenrot angesagt. Sandra Wöhr räumt den Weg frei für die Kunden. Dass die Menschen auf den Stocksberg oder nach Wüstenrot kommen, sobald Schnee fällt, daran hat sich die 54-Jährige aus dem Weiler Schmellenhof gewöhnt. Ich kann verstehen, dass die Leute raus wollen."
Seit zehn Jahren lebt Horst Schaible in Wüstenrot. Ursprünglich kommt der 69-Jährige aus Stuttgart-Feuerbach. Auch er räumt die weiße Pracht vom Gehweg. Und obwohl in Wüstenrot öfter und mehr Schnee liegt als im Rest des Landkreises Heilbronn, schätzt er die Gemeinde. "Die Landschaft ist schön, die Luft ist gut."
Kurz vor dem Start auf die Piste
Ursache
Lokale Schauer sind nach Angaben von Clemens Steiner, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, dafür verantwortlich, dass gerade in den Löwensteiner Bergen und in Wüstenrot in den vergangenen Tagen Schnee gefallen ist. "Schauer sind im Vergleich zu Regenphänomenen kleinräumiger, kurzzeitiger und intensiver." Hinzu komme die örtlich etwas niedrigeren Temperaturen und natürlich die Höhe. Auch am Mittwoch könne es tagsüber auf 400 bis 600 Meter immer mal wieder schneien.
Auf dem Stocksberg schießen am Vormittag bereits die ersten Rodler und Schlittenfahrer den Hang hinunter. Matthew Norman (49), Theo Norman (3), Diana Roder (38) und Emma Norman (6) haben das Auto geparkt. Alle vier packen sich dick ein. Sie haben kleine Snowboards und Bob-Schlitten dabei und sind kurz vor dem Start auf die Piste. "Freunde von uns waren bereits da und haben uns verraten, dass Schnee liegt", sagt Diana Roder.
Nach Angaben von Clemens Steiner, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, ist dieser Winter kein ungewöhnlicher. "Trotz Klimaerwärmung ist er aus meiner persönlich-subjektiven Sicht vollständig normal und passt in die Spannbreite hinein, die ein Winter bietet."
Für Menschen, die sich über den Mangel an Feuerwerk ärgern, hat Steiner vielleicht ein kleines Trostpflaster parat. Demnach könnte es in der Silvesternacht schneien. "Es besteht die Chance, dass man in Heilbronn und der Region die Silvesternacht und das neue Jahr bei leichtem Schneefall genießen kann."



Stimme.de
Kommentare
am 30.12.2020 16:50 Uhr
der Herren Bartos und Kuerner fällt mir spoatan ein Zitat Albert Einsteins ein: Zwei Dinge auf dieser Welt sind unendlich; das Universum und die Dummheit der Menschen - wobei ich mir beim Universum nicht so sicher bin.
am 30.12.2020 18:56 Uhr
Wenn das alles ist was ihnen dazu einfällt. Sehr dünn.
Herbert Bender am 30.12.2020 16:47 Uhr
Kann mich da nur anschließen
So wirklich kann ich den Sinn dieses Artikels nicht verstehen.
Was möchte Herr Kümmerle bzw. die HST damit bezwecken?
Menschen aus tiefer gelegenen Regionen nach Wüstenrot locken? In der aktuellen Lage äußerst bedenklich.
Für ein Negativbeispiel muss man nur zum Katzenbuckel im Odenwald schaun. Lt. Presse haben sich dort hunderte aus nah und fern zum Wintersport versammelt. Verantwortliche haben alle Hände voll zu tun diesen Zustand abzustellen.
Quelle: https://www.nokzeit.de/2020/12/29/hunderte-wintersportler-am-katzenbuckel/
Vielleicht könnte Herr Kümmerle sich dazu äußern bzw. den Beweggrund für das Verfassen dieses Artikels nennen.
am 30.12.2020 14:15 Uhr
Sehe ich genauso wie Herr Bartos. Schlittenfahren im Rudel ist sicher kein triftiger Grund. Wo steht das eigentlich in der Berichterstattung der Heilbronner Stimme?
Daniel Bartos am 29.12.2020 21:41 Uhr
Es liest sich für mich doch sehr schwer in diesen Zeiten. "Winterfreuden in den Löwensteiner Bergen".
Unverständniss, ein Schlag ins Gesicht für jeden Menschen, der sich akribisch an die gedetzlichen Vorlagen unseres Staates hält. Ich verstehe die Ausgangsbeschränkung so, daß nur die notwendigsten Besorgungen und Sport erlaubt sind. Rodeln zählt da definitiv nicht dazu, auch wenn man ein Auge zudrückt. Rempler und ungewollte Näherung unter der vorgegebenen Distanz lassen sich nicht vermeiden. Das ganze stösst mir schlimmer auf, als eine Corona Party. Anhand der Bilder scheinen hier auch Menschen bewusst ein Risiko einzugehen. Wer jetzt als bisher ordnungstreuer Bürger den Kopf schüttelt, das dies nicht maßgeregelt wird, hat mein vollstes Verständniss.