Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zahngesundheit
Bei einer Stimme-Leseraktion gab es die Möglichkeit, drei Fachleuten Fragen zur Zahngesundheit zu stellen. Das Ergebnis: Es gibt viel Auflklärungsbedarf zur Kinderzahngesundheit, zu Sportunfällen und Zahnersatz.

Was wir essen und wie wir unsere Zähne pflegen wirkt sich unmittelbar auf unsere Zahngesundheit aus. Die Heilbronner Zahnärzte Bernd Krämer und Andreas Volk beantworteten Leserfragen zusammen mit Ulrike Bitsch, Regionalgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit Heilbronn. Groß war die Bandbreite von Fragen, die bei der Telefonaktion zur Zahngesundheit an unsere drei Experten gerichtet wurden. Hier ein Überblick.
Was ist von einer Fissurenversiegelung bei den bleibenden Zähnen von Kindern und Jugendlichen zu halten?
Zu beachten ist, dass bei solch einer Versiegelung nur eine Fläche, nämlich die Kaufläche, geschützt wird. Das heißt also, auch wenn eine solche Versiegelung durchgeführt wurde, muss weiter Wert auf eine gute Zahnpflege gelegt werden.
Kann man denn Karies unter der Versiegelung bekommen?
Ja, kann man. Auch eine Versiegelung muss regelmäßig überprüft werden.
Wie schädlich sind Süßigkeiten?
Süßigkeiten sind nicht gut für die Zähne. Wenn es nicht ohne geht, dann bitte selten Süßen, dann darf es auch ruhig mal eine größere Portion sein. Ganz schädlich ist der dauerhafte Konsum von Getränken mit Zuckerzusatz, denn sie bewirken, dass die Zähne über längere Zeit mit Zucker und Säure umspült werden. Das trifft im Übrigen auch auf Fruchtsäfte zu.
Als Hochrisikopatientin konnte ich wegen Corona in diesem Jahr keinen Vorsorgetermin wahrnehmen, deshalb fehlt mir der Stempel in meinem Bonusheft. Muss ich mir Sorgen um die Zuzahlung meiner Kasse machen?
In manchen Fällen sind Kassen in solchen Fällen kulant, wenn das Vorsorgeheft zuvor lückenlos gefüllt war. Fragen Sie am besten frühzeitig telefonisch nach.
Muss ich Angst vor einer Corona-Ansteckung in der Zahnarztpraxis haben?
In Deutschland ist bislang keine Ansteckung eines Patienten in einer Praxis bekannt. Die Zahnärzte setzen auf konsequente Hygiene – und zwar im ureigenen Interesse, denn es geht auch darum, das Praxispersonal vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Bei der Behandlung oder einer professionellen Zahnreinigung werden zudem durch das Spülwasser die Aerosole stark verdünnt. Auch deshalb ist die Ansteckungsgefahr beim Zahnarzt wesentlich niedriger als zu Anfang der Pandemie angenommen.
Wie oft soll ich zur professionellen Zahnreinigung gehen?
Wenn man keine Probleme an Zähnen oder Zahnfleisch hat, bietet es sich an, parallel zur Kontrolle zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen.
Wie schnell muss ich reagieren, wenn ich Zahnschmerzen habe?
Insbesondere wenn man zusätzlich eine Schwellung hat, sollte man nicht zu lange warten, bis man einen Termin vereinbart. In Kitas und Schulen erklären wir immer, dass es sich mit einem kaputten Zahn ähnlich verhält wie mit einer fauligen Stelle beim Apfel. Wenn man nichts tut, wird die Stelle immer größer und der Apfel geht kaputt.
Was ist besser: Brücke oder Implantat?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Wenn ein Patient zum Beispiel zwei gesunde Nachbarzähne hat, dann bietet sich ein Implantat an, damit diese Zähne nicht beschliffen werden müssen. Wenn die Nachbarzähne schon große Füllungen haben, bietet sich eine Brücke an.
Ab wann soll man mit Kindern zum Zahnarzt gehen?
Normalerweise ab dem ersten Zähnchen. Bei diesen frühen Besuchen geht es vor allem um die Gewöhnung der Kinder an die Praxis und um die Aufklärung der Eltern.
Ich habe den Verdacht, dass ich nachts knirsche, was soll ich tun?
Man weiß, dass körperliche oder psychische Belastungen von manchen Menschen so verarbeitet werden. Wer den Verdacht hat, sollte zum Zahnarzt gehen und das Thema ansprechen. Der Arzt kann den sogenannten Proxismus diagnostizieren und beraten, ob eine Therapie mit Schiene sinnvoll ist.
Was tun, wenn es beim Sport zu Zahnverletzungen kommt?
Ideal wäre es, wenn eine Zahnrettungsbox im Verbandskasten vorhanden ist. Diese kostet so um die zehn Euro, darin kann der Zahn oder das Zahnteil gelagert werden – und dann schnell ab zum Zahnarzt. Präventiv gibt es die Möglichkeit, sich einen Zahnsportschutz machen zu lassen. Das ist allerdings keine Kassenleistung.

Stimme.de
Kommentare