Telefonzellen in der Region: Stumme Zeugen einer untergehenden Ära
Die Telekom baut bis 2025 auch die letzten noch existierenden Telefonzellen in Deutschland ab. Wir haben den letzten ihrer Art nachgespürt - und dabei auch einige Exemplare entdeckt, denen ein zweites Leben eingehaucht wurde.

Was vor 141 Jahren mit der Eröffnung des ersten Fernsprechkiosks in Berlin begann, findet im kommenden Jahr bundesweit ein Ende: Die Telekom hat das Aus der öffentlichen Fernsprecher, im Volksmund schlicht als Telefonzelle bekannt, besiegelt.
Vor einigen Tagen wurde an den 12.000 noch existierenden Standorten in Deutschland die Bezahlfunktion mit Münzen deaktiviert, ab Ende Januar soll auch die Kartenzahlung nicht mehr möglich sein. Dann beginnt der Abbau.
Die Telekom begründet ihre Entscheidung mit wirtschaftlichen Argumenten: Die Kosten für Unterhalt und Wartung überstiegen seit Jahren den Ertrag, an mehr als einem Viertel der noch existenten Telefonzellen sei im vergangenen Jahr kein einziges Gespräch mehr geführt worden. Das Mobiltelefon hat die Telefonzelle längst überflüssig werden lassen.

Wie viele Apparate es in und um Heilbronn aktuell noch gibt, dazu gibt das Unternehmen selbst keine Auskunft. Wer aber die Augen offenhält, findet durchaus noch die ein oder andere grau-magentafarbene Telefonstele, etwa an der Heilbronner Allee oder am Markt in Neckarsulm.
Aber auch ältere Exemplare gibt es noch zu entdecken. Telefonieren kann man in ihnen indes nicht mehr. Umdekoriert zu öffentlichen Bücherschränken, bieten sie nurmehr Gesprächsstoff für Leseratten.
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