Suedlink kommt: Ein Umspannwerk wird umgebaut
Für das Suedlink-Kabel von Norddeutschland nach Baden-Württemberg wird der Standort Großgartach komplett umstrukturiert. Noch ist aber nicht klar, wann der Strom fließen wird.

Zurzeit läuft alles unter dem Titel "vorbereitende Arbeiten". Denn wie der große Konverter einmal aussehen wird, steht noch nicht fest. Die Ausschreibung für den Endpunkt des Suedlink-Kabels, das einmal Windstrom von Schleswig-Holstein bis nach Baden-Württemberg transportieren soll, ist zwar abgeschlossen.
Momentan laufen Verhandlungen, berichtet Alexander Schilling, Pressesprecher des Netzbetreibers Transnet-BW. Aber erst wenn feststeht, welche Technik zum Einsatz kommt und wer die Anlage baut, kann auch festgelegt werden, wie die nötigen Bauten auf dem sieben Hektar großen Gelände verteilt werden.
Zwölf Hektar großes Gelände
Insgesamt ist das Umspannwerk-Areal an der Bundesstraße 293 zwischen Leingarten und Heilbronn-Böckingen aber noch deutlich größer - zusammen mit der Freiluft-Schaltanlage von Netze-BW am Südostende sind es zwölf Hektar. Und fast überall wird dort gebaut. Direkt neben dem Suedlink-Areal, auf dem gerade ein neues Betriebsgebäude hochgezogen wird, befindet sich das Umspannwerk Großgartach. Die 110-Kilovolt-Anlage von Netze-BW ist östlich davon angelegt. Auch in diesem Bereich laufen derzeit diverse Bauarbeiten.
Ein Teil des alten Gebäudes wurde abgerissen - zurzeit wird die neu eingezogene Außenwand gedämmt und verkleidet. Ein Stück daneben ist schon vor einiger Zeit eine neue sogenannte "Gasisolierte Schaltanlage", kurz Gis, in die Höhe gewachsen, in die nun die Hochspannungsleitungen münden. Auch die Strommasten in der Umgebung werden neu verteilt. Noch hängen zum Beispiel zwei Kabel an einem alten sogenannten Portal, das sich auf dem Geländes des künftigen Konverters befindet. Obwohl sie schon längst nicht mehr unter Strom stehen, können sie nach derzeitigem Plan erst im Oktober abgehängt werden, sagt Schilling.
"Verschlankung und Bereinigung"
Unter anderem muss vorher eine Brücke über die Straße nach Frankenbach errichtet werden, damit der Verkehr während der Arbeiten ungestört durchfahren kann. Nach dem Abhängen können dann Strommasten auf der anderen Seite der Straße demontiert werden, dafür werden drei neue errichtet. "Insgesamt nehmen wir eine Verschlankung und Bereinigung vor", erläutert Julia Krieg, bei Transnet-BW zuständig für den Dialog mit den Bürgern in Baden-Württemberg. Auch die letzten Reste der alten Freiluft-Schaltanlage auf dem künftigen Konverter-Standort können erst dann abgebaut werden.
Von einem neuen Zaun umgeben
Nahezu das gesamte Gelände wird mittlerweile von einem hohen Zaun geschützt, der nach seiner Fertigstellung insgesamt 1,3 Kilometer lang sein wird. "Wir gelten als systemkritische Infrastruktur", begründet Schilling diese Maßnahme. Hinter dem massiven Metallzaun auf Betonsockeln stehen alle paar Meter auf Masten montierte Kameras. Das alte Umspannwerk sowie die Schaltanlage von Netze-BW waren schon eingezäunt, jetzt sind sie doppelt gesichert.
Bauarbeiten für den Konverter starten wohl nächstes Jahr
Am Standort des künftigen Suedlink-Konverters laufen derzeit außer dem Bau des neuen Betriebsgebäudes keine auffälligen Arbeiten. Container der Baufirmen stehen dort, wo - wenn es gut läuft - nächstes Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Das Gelände wird noch vorbereitet - was vor allem heißt, dass es auf eine Höhe gebracht wird. Dadurch ragt an der Nordostecke die Wand zum angrenzenden Acker einige Meter in die Höhe; der Schutzzaun verläuft hier oberhalb des Hangs.
Nicht nur die Corona-Pandemie sorgte für Verzögerungen
Viele Vorbereitungen sind abgeschlossen. So sind die Gruben zugeschüttet, in denen die Leerrohre entlang der Kreisstraße mit einem Tunnelbohrgerät verlegt wurden. Durch diese sollen die Stränge von Suedlink auf den letzten Metern verlaufen, von der Stelle, wo sie - gegenüber des Infocenters - aus dem Salzbergwerk Heilbronn kommen, bis zum Konverter. Doch wann das so weit ist, ist offen - Ziel ist zwar das Jahr 2026, aber inzwischen heißt es bei der Bundesnetzagentur, dass es auch 2028 werden kann. "Wir beschleunigen, wo es geht", sagt Schilling. "Aber Verzögerungen bei der Genehmigung und die Corona-Pandemie haben uns zurückgeworfen."
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