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Leingarten

Vertrag für das Kabel im Salzwerk ist abgeschlossen

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Transnet-BW beginnt mit den Planungen für den Verlauf des Suedlink-Kabels durch die Gruben Heilbronn und Kochendorf. Bis der Verlauf über Tage feststeht, müssen noch einige Schritte erledigt werden.

Fest stehen bislang nur zwei Punkte: Jener, wo das Kabel über einen Schacht hinab ins Bergwerk geht - und jener, wo es wieder nach oben kommt. Der Verlauf unter Tage ist zwar von der Bundesnetzagentur genehmigt worden, welcher Stollen nun aber tatsächlich genutzt wird, klären die Verantwortlichen bei Transnet-BW und den Südwestdeutschen Salzwerken erst jetzt.

Klar ist: Die Suedlink-Kabel werden östlich von Kochendorf über einen neuen Schacht hinabgeführt, der dann in einem noch zu grabenden Stollen zum Bergwerk Kochendorf führt. Von dort wird das Kabel voraussichtlich im 2010 fertiggestellten Verbindungsstollen bis zur Grube Heilbronn verlegt und dort durch Stollen bis zu jenem Punkt geführt, wo es über einen noch zu grabenden Gang bis zum Schacht bei Großgartach geht - und durch ihn wieder nach oben.

Nutung und Wartung sind nun geregelt

"Die Festlegung, dass Suedlink unter Tage verlaufen kann, war ein guter Moment", sagt Julia Krieg. Nun wurde das Vertragswerk mit den Salzwerken unterschrieben. Darin sind Errichtung, Nutzung und Wartung des Kabelstrangs über die 16 Kilometer im Bergwerk geregelt. Als nächstes laufen die Planungen für die Logistik, die Schachtstandorte und deren Abteufung an, und sobald diese Details feststehen, werde die Öffentlichkeit informiert, versichert sie.

Illwerke in Vorarlberg als Vorbild

Befürchtungen, dass der dicke Kabelstrang zu schwer für einen senkrechten, 200 Meter tiefen Schacht sein könnte, weist Transnet-BW-Sprecher Alexander Schilling zurück. Das Unternehmen habe sich hierzu mit den Illwerken im österreichischen Vorarlberg zusammengesetzt, die zehn Wasserkraftwerke in den Alpen betreiben und ihre Kabel dort durch tiefe Schächte führen. "Wir wissen, wie so etwas aufgehängt werden muss und welche Kräfte da wirken", sagt Schilling. Technisch sei das kein Problem.

Landesbergbehörde spricht mit

Zu klären ist noch, wie die Kabel im Bergwerk verlegt werden: im Stollenboden oder an der Seite, geschützt durch eine Betonmauer und Abraum aus dem Salzbergbau? Dabei müssen nicht nur die üblichen Behörden eingebunden werden, sondern auch die Landesbergbehörde. Dennoch sind Julia Krieg und Alexander Schilling guten Mutes: "Für Baden-Württemberg dürfte dies der erste fertige Abschnitt des Kabels sein." Salzwerke-Vorstandssprecher Ulrich Fluck hatte in der Hauptversammlung im Mai bereits berichtet, dass die Bauarbeiten im Sommer nächsten Jahres beginnen sollen.

Weitere Erkundungen nötig

Über Tage steht bislang nur der einen Kilometer breite Korridor fest, in dem das Kabel verlaufen soll. Zwar hat Transnet-BW in den Antragspapieren auch schon einen 100 Meter breiten Korridor für die Baustelle vorgeschlagen, doch hier müssen nun die Erkundungen anlaufen: Bodenverhältnisse, Grundstücksfragen, archäologische Untersuchungen und knifflige Stellen wie Fluss- und Verkehrswege-Querungen sind zu betrachten. Da geht es auch um Details wie die Lage von Drainagen und Bodenschutzkonzepte. Dazu müssen nochmals Antragskonferenzen und Erörterungstermine stattfinden, ehe feststeht, wo genau der 30 bis 35 Meter breite Streifen verläuft, in dem das Kabel verlegt wird. Erst wenn die Bundesnetzagentur diesen Verlauf genehmigt hat, kann gebaut werden.

 

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