Streik am Edeka-Lager Ellhofen – "Wenn es sein muss, streiken wir auch im Weihnachtsgeschäft"
An mehreren Lagerstandorten von Edeka-Südwest wird am Montag gestreikt, so auch in Ellhofen. Verdi rechnet mit Lücken in den Regalen.

Am heutigen Montag, 6. November, hat die Gewerkschaft Verdi ab 0 Uhr die Beschäftigten von vier Lagerstandorten von Edeka-Südwest zum eintägigen Streik aufgerufen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Betroffen sind die Logistikstandorte Ellhofen, Heddesheim, Offenburg und Balingen.
Bereits Mitte Oktober hatte Verdi Beschäftigte im Groß- und Einzelhandel in Baden-Württemberg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. An einem ganztägigen Warnstreik beteiligten sich Mitarbeiter von Kaufland und H&M.
Verdi-Sekretär Konstantinos Grammatikopoulos war die ganze Nacht im Lager in Ellhofen vor Ort, bestätigt er. Rund 30 Beschäftigte haben seit den frühen Morgenstunden ihre Arbeit niedergelegt. Im Laufe des Vormittags rechnet er mit einem neuen Schwung.
Streik bei Edeka-Südwest: Engpässe in Filialen drohen
Wie sich das auf die Lebensmittelversorgung in den Edeka-Filialen auswirkt? Der Verdi-Sekretär rechnet auf jeden Fall mit Engpässen in den Regalen, „wenn nicht heute, dann spätestens morgen.“ Florian Heitzmann, stellvertretender Pressesprecher von Edeka Südwest, versichert dagegen: „Betroffen sind mehrere Bereiche, eine ausreichende Warenversorgung unserer Märkte ist dennoch sichergestellt.“
Laut Pressemitteilung soll mit den Arbeitsniederlegungen weiterer Druck auf die Arbeitgeberseite in der laufenden Tarifrunde gemacht werden, die bereits seit sechs Monaten andauert. „Es ist höchste Zeit, dass es zu einer Einigung kommt. Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben warten schon viel zu lange auf die dringend benötigten Tariferhöhungen“, so Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Krüger.
Verdi mit Arbeitgeber-Angebot nicht zufrieden
Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber lautet für 24 Monate unter anderem eine tabellenwirksame Erhöhung in zwei Stufen um 5,1 Prozent sowie 2,9 Prozent. Verdi dagegen fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent.
„Es geht nicht darum, dass sich die Mitarbeiter mit einem höherem Lohn einen Fünf-Sterne-Urlaub gönnen wollen, sondern darum, sich Lebensmittel leisten und die Miete zahlen zu können“, mahnt Konstantinos Grammatikopoulos mit Blick auf die Inflation.
"Wenn es sein muss, streiken wir auch im Weihnachtsgeschäft"
Auch Bezirksgeschäftsführerin Katharina Kaupp war vor Ort. Ihre Eindrücke: „Die Kollegen sind verärgert, dass sie seit Monaten streiken und die Arbeitgeber sich nicht bewegen.“ Man werde auch weiter für einen guten Tarifabschluss kämpfen. „Wenn es sein muss und die Verhandlungen länger gehen, streiken wir auch im Weihnachtsgeschäft.“
Die Streiks gehen noch bis Mitternacht. Die siebte Verhandlungsrunde findet am 6. Dezember statt.
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