Tarifstreit im Groß- und Außenhandel
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Verdi ruft zu ganztägigem Warnstreik auf – Versammlung bei Kaufland in Heilbronn-Böckingen

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Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter im Groß- und Einzelhandel in Baden-Württemberg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Beschäftigte von Kaufland und H&M treffen sich in Böckingen zu einer Versammlung.

von dpa und Jürgen Paul
Verdi-Fahnen während einer Demonstration.
Verdi-Fahnen während einer Demonstration.  Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild

Der Tarifstreit im Einzelhandel spitzt sich zu. Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag bundesweit rund 10.000 Mitarbeiter zu Warnstreiks aufgerufen. Arbeitsniederlegungen sind an in mehreren Städten und deren Umgebung geplant, wie der Landesbezirk der Gewerkschaft am frühen Morgen mitteilte.

Sie sollten nach Angaben eines Sprechers zwischen sieben und acht Uhr beginnen. Gestreikt wird unter anderem in Karlsruhe, Mannheim, Ludwigsburg, Heilbronn und Göppingen.

Region Heilbronn: Beschäftigte von Kaufland und H&M von Verdi zum Warnstreik aufgerufen

In der Region Heilbronn sind nach Angaben von Verdi-Sekretärin Caroline Kirchhoff Beschäftigte von Kaufland und H&M zum Warnstreik aufgerufen. Um 9 Uhr wollten sie sich vor der Kaufland-Filiale in Heilbronn-Böckingen versammeln. "Die Beschäftigten im Einzelhandel sind das Rückgrat dieser Branche", sagt Kirchhoff. "Sie tragen maßgeblich zum Erfolg der Unternehmen bei und verdienen faire und angemessene Entgelterhöhungen", betont die Gewerkschafterin. Auch bei Warnstreiks in den zurückliegenden Wochen waren Einzelhändler in der Region betroffen. Die Auswirkungen auf die Kunden waren aber kaum spürbar.

Mit den Arbeitsniederlegungen solle weiterer Druck auf die Arbeitgeberseite in den laufenden Tarifverhandlungen gemacht werden, die im Einzel- und Versandhandel seit etwas mehr als sechs Monate und im Groß- und Außenhandel seit mehr als fünf Monaten andauern, wie die Gewerkschaft erläuterte.

Verdi kritisierte, dass bei Kaufland immer wieder Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt werde. So sei den Beschäftigten einer Kaufland-Filiale im saarländischen Homburg mit fristlosen Kündigungen gedroht worden. Zudem gebe es seitens des Unternehmens Verstöße gegen den Datenschutz und die Schweigepflicht. "Wer einen von uns angreift, der greift uns  alle an", sagt Caroline Kirchhoff dazu. Daher sei der heutige Warnstreik auch eine Protestaktion gegen die unhaltbaren Zustände in Homburg. "Auch in unserer Region liegen uns Berichte vor, dass auf Streikende mit zweifelhaften Methoden Druck ausgeübt wird", sagt die Gewerkschafterin.

Warnstreik am Freitag: Verdi fordert 15 Prozent mehr Geld

Verdi fordert für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel ein Lohnplus von rund 13 Prozent und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 175 Euro. Für die Beschäftigten im Einzelhandel fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Löhne um 15 Prozent und monatlich 200 Euro höhere Ausbildungsvergütungen. Verdi hat unter anderem die Beschäftigten bei Kaufland, H&M, Ikea, Obi, Primark, Zara, oder Edeka zum Warnstreik aufgerufen.

Bundesweit werden an diesem Freitag voraussichtlich etwa 10.000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft bereits am Donnerstag mitteilte. Im langwierigen Ringen um neue Tarifverträge kommen Verdi und Arbeitgeber auf keinen gemeinsamen Nenner. Verdi wirft den Arbeitgebern eine «Blockadehaltung» vor. Deren Angebote gingen an der Existenznot der Beschäftigten vorbei, moniert die Gewerkschaft. Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Firmen.

 

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